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Finning zahlt 155.000 CA$, nachdem Lader Fahrer erfasste

Industriegelände mit gelbem Warnband und Schildern
SymbolbildFoto: Rancy Tan / Unsplash

Finning International Inc., ein Anbieter von Schwerlastgeräten, muss 155.000 CA$ zahlen, nachdem ein Fahrer eines anderen Unternehmens auf einem Geräteplatz von einem fahrenden Lader erfasst wurde. Das Unternehmen bekannte sich am 16. Oktober 2026 schuldig im Sinne eines Verstoßes gegen den Alberta Occupational Health and Safety Code. Der Richter entschied sich für sogenanntes „creative sentencing“: Das Geld fließt in Sicherheitstraining statt in die Staatskasse.

Was geschah

Am 14. Dezember 2023 wurde ein Fahrer auf einem Geräteplatz in der Nähe von Mildred Lake, Alberta, Canada schwer verletzt. Der Fahrer arbeitete für McMurray Serv-U Expediting Ltd. und führte Lieferungen oder Abholungen auf dem Gelände durch, als er von einem fahrenden Lader erfasst wurde. Die genaue Art der Verletzungen wurde nicht öffentlich bekannt gegeben. Der Fahrer stand nicht bei Finning in Anstellung, sondern bei einem externen Unternehmen, das Arbeiten auf dem Gelände ausführte.

Verurteilung

Finning bekannte sich am 16. Oktober 2026 schuldig im Sinne eines Verstoßes gegen den Alberta OHS Code: Es wurde nicht sichergestellt, dass der Lader gemäß den Herstellerangaben bedient wurde, was unter anderem bedeutete, dass der Bereich um die Maschine während des Betriebs fortlaufend überwacht werden musste, damit Gefahren rechtzeitig erkannt werden konnten. Eine zweite Anklage, wegen des Zulassens, dass sich Arbeiter im Wirkungsbereich bewegter mobiler Geräte aufhielten gemäß Abschnitt 258(1)(a) des OHS Code, wurde fallen gelassen. Finning und die Anklagebehörde (die Crown) hatten ab der Anhörung am 16. Oktober 2026 30 Tage Zeit, Berufung einzulegen. Zum Vergleich: Der allgemeine gesetzliche Höchstbetrag für einen Erstverstoß gegen die OHS-Gesetzgebung in Alberta liegt bei einer Geldstrafe von 500.000 $ und/oder bis zu sechs Monaten Gefängnis pro Verstoß. In diesem Fall entschied sich der Richter jedoch für creative sentencing nach Abschnitt 49 des Alberta Occupational Health and Safety Act: Finning muss 155.000 CA$ an die Alberta Motor Transport Association (AMTA) zahlen. Dieser Betrag ist für praxisnahes Sicherheitstraining für gewerbliche Fahrer, Auftragnehmer, Besucher, Aufsichtspersonen, Arbeiter und Bediener mobiler Geräte auf abgelegenen Industriegeländen in Alberta vorgesehen.

Empfehlungen

Das Urteil unterstreicht, dass Unternehmen, die einen Geräteplatz betreiben, weiterhin für die Sicherheit aller dort Anwesenden verantwortlich bleiben, auch für Fahrer und anderes Personal externer Parteien. Mobile Geräte wie Lader stellen auf Geländen, auf denen Fahrzeuge, Maschinen und Menschen in unmittelbarer Nähe zueinander arbeiten, ein dauerhaftes Risiko dar. Der Fall verdeutlicht, wie wichtig eine fortlaufende Überwachung des Bereichs um bewegte Maschinen, eine klare Trennung von Fußgänger- und Fahrzeugrouten sowie Bedienungsanweisungen sind, die den Herstellerangaben entsprechen. Auf Geländen, auf denen eigenes und externes Personal zusammenarbeitet, helfen klare Vereinbarungen über Zugang und Begleitung besuchender Fahrer, solche Risiken zu begrenzen.

Context

Es ist nicht das erste Mal, dass Finning wegen eines Verstoßes gegen die OHS-Vorschriften verurteilt wird. Laut Canadian Occupational Safety erhielt das Unternehmen bereits am 15. September 2023 ein Urteil nach einem Vorfall im Jahr 2021 in Edmonton, bei dem ein herabfallendes Gegengewicht eines Baggers einen Arbeiter tötete und einen weiteren schwer verletzte; damals folgte eine Geldstrafe von 1.000 $ plus 414.000 $ an Energy Safety Canada für Training.

Creative sentencing nach Abschnitt 49 des Alberta OHS Act ermöglicht es Richtern, statt einer gewöhnlichen Geldstrafe, die in die Staatskasse fließt, einen Betrag für Training, Bildung, Forschung oder gemeinnützige Initiativen vorzusehen, die die Sicherheit am Arbeitsplatz verbessern. Laut einem Meinungsbeitrag auf thesafetymag.com führten seit Januar 2025 18 der 31 OHS-Verurteilungen in Alberta zu creative sentencing, mit einem Gesamtbetrag von 5.092.000 $, im Durchschnitt rund 283.000 $ pro Fall. Kritiker weisen darauf hin, dass solche Urteile häufig auf Training für Arbeiter und Dritte ausgerichtet sind, während die gesetzlich verantwortliche Partei, der Arbeitgeber, dadurch nicht immer unmittelbar selbst in die Pflicht genommen wird.

Quelle: Finning ordered to pay $155,000 after another company’s driver struck by loader, 23. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: Creative sentencing is missing the mark in OHS prosecutions (thesafetymag.com)

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