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Neue EU-Leitlinie zu Überflutungsrisiken am Arbeitsplatz

Gelber Schutzhelm auf einer Holzpalette
SymbolbildFoto: Richard Heinen / Unsplash

Was steht in der neuen EU-Leitlinie?

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) mit Sitz in Bilbao, Spanien, veröffentlichte am 3. November 2026 zwei neue Dokumente zu Überflutungsrisiken am Arbeitsplatz. Der praktische Leitfaden Flood risks at work: practical guidance on preparedness for safe and resilient small businesses (24 Seiten) richtet sich speziell an kleine Unternehmen und Kleinstunternehmen. Daneben erschien das Diskussionspapier Flood risks at work and their implications for occupational safety and health (25 Seiten), das die umfassenderen politischen Folgen von Überflutungsrisiken für den Arbeitsschutz (OSH) beleuchtet. Laut EU-OSHA zeigen Untersuchungen unter KMU, dass diese Unternehmen konkrete Unterstützung benötigen, um die Hochwasservorsorge in ihre bestehenden Arbeitsschutzmanagementsysteme zu integrieren.

Welche Risiken und Maßnahmen werden empfohlen?

EU-OSHA stellt fest, dass der Klimawandel extreme Wetterereignisse wie Überflutungen verstärkt, wodurch neue Gefahren entstehen und bestehende Risiken für Beschäftigte zunehmen. Laut der Agentur verdeutlichten die schweren Überflutungen in der spanischen Region Valencia im Jahr 2024, dass Organisationen ihre Vorsorge verstärken müssen. Der neue Leitfaden enthält daher praktische Empfehlungen zur Risikobewertung, Notfallplanung, zum Schutz der Beschäftigten während einer Überflutung und zur anschließenden Wiederherstellung des Geschäftsbetriebs. Konkret enthält der Leitfaden Checklisten für die Phasen vor, während und nach einer Überflutung, die sowohl auf die Sicherheit der Beschäftigten als auch auf die Geschäftskontinuität und die organisatorische Resilienz abzielen. EU-OSHA betont: „Taking action to anticipate and manage these risks is essential for worker protection and business resilience“ (Übersetzung: Proaktives Antizipieren und Managen dieser Risiken ist unerlässlich für den Schutz der Beschäftigten und die Resilienz von Unternehmen).

Warum ist das für HSE-Fachleute weltweit relevant?

Obwohl sich die Leitlinie an EU-Mitgliedstaaten richtet, ist das Überflutungsrisiko kein regionales Thema. Extreme Wetterereignisse betreffen Arbeitsplätze auf allen Kontinenten, und in vielen Ländern müssen Arbeitgeber ihre Beschäftigten vor vorhersehbaren Gefahren schützen, einschließlich jener durch Wetterextreme. Für HSE-Fachleute, insbesondere in kleinen und mittleren Organisationen, die oft über weniger Kapazitäten zur Erstellung von Krisenplänen verfügen, bietet der EU-Ansatz eine wiedererkennbare Vorlage: Risikobewertung, Notfallplanung, Schutz der Beschäftigten während einer Überflutung und anschließende Wiederherstellung, ausgearbeitet in Checklisten je Phase.

Kontext

Dass unzureichende Vorbereitung auf Überflutungen zu akuten Risiken für Beschäftigte führen kann, zeigte sich Ende Oktober 2024 in Valencia, Spanien, wo Überflutungen mehr als 200 Menschen das Leben kosteten. Der Europäische Gewerkschaftsbund (ETUC) berichtete, dass der spanische Wetterdienst AEMET an diesem Tag bereits früh eine rote Warnung ausgegeben hatte, woraufhin die Arbeit nach spanischem Recht hätte eingestellt werden müssen, Beschäftigte bei mehreren Unternehmen jedoch trotzdem zur Arbeit angehalten wurden. Laut ETUC wurden Menschen dadurch vom Wasser eingeschlossen, in Autos oder an ihrem Arbeitsplatz. Der Gewerkschaftsbund forderte daraufhin unter anderem ein gesetzliches Recht der Beschäftigten, die Arbeit bei extremem Wetter selbst einzustellen.

Quelle: Managing flood risks: new EU guidance for occupational safety and health, 3. November 2026

Zusätzlich recherchiert: ETUC, Valencia floods show work must stop in extreme weather, ToVima, Massive floods in SE Spain leave at least 214 dead

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