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UnfalluntersuchungIndustrie & Produktion

Irving Consumer Products wegen fallender Zellstoffballen gebüßt

Zellstoffballen gestapelt auf einem Gestell in einer Fabrikhalle
SymbolbildFoto: Bennie Bates / Unsplash

Der Tissuehersteller Irving Consumer Products Ltd. wurde von einem Gericht in der kanadischen Provinz Ontario zu einer Geldstrafe von 100.000 kanadischen Dollar verurteilt, nachdem ein schwerer Unfall mit einem Leiharbeiter geschehen war. Hinzu kommt der gesetzlich vorgeschriebene Zuschlag von 25 Prozent (victim fine surcharge) gemäß dem Provincial Offences Act, der in einen provinziellen Fonds für Opfer von Straftaten fließt. Der Vorfall ereignete sich am 13. September 2024 im Tissuewerk des Unternehmens an der 1551 Weston Road in Toronto.

Was ist passiert?

An jenem Tag lieferte ein Gabelstaplerfahrer einen Stapel von vier Zellstoffballen an einen Drahtschneidetisch. Das Gestell an diesem Tisch war jedoch für maximal zwei Ballen ausgelegt. Die oberen beiden Ballen kippten und fielen herunter. Ein über eine Zeitarbeitsfirma eingestellter Arbeiter, der die Drahtschneidemaschine bediente, wurde dabei schwer verletzt. Weitere Einzelheiten zur Art der Verletzung wurden nicht veröffentlicht.

Irving Consumer Products bekannte sich am 11. September 2026 vor dem Provincial Offences Court in Toronto schuldig. Das Unternehmen wurde wegen eines Verstoßes gegen Section 25(1)(c) des Ontario Occupational Health and Safety Act (OHSA) — der allgemeinen Sorgfaltspflicht eines Arbeitgebers — in Verbindung mit Section 45(b) der Ontario Regulation 851 (Industrial Establishments Regulation) verurteilt, die vorschreibt, dass Material auf einem Stapelgestell so platziert werden muss, dass es nicht umstürzen kann. Friedensrichterin (Justice of the Peace) Bentley Springer verhängte die Geldstrafe; als Anklagevertreterin (Crown Counsel) trat Alicia Gordon-Fagan auf.

Erkenntnisse der Untersuchung

Die Untersuchung des Ontario Ministry of Labour, Immigration, Training and Skills Development deckte ein strukturelles Schulungsproblem auf. Mitarbeiter, die nach 2019 eingestellt worden waren, waren offenbar nicht in dem Sicherheitsverfahren geschult worden, das den Drahtschneidetisch auf zwei Ballen begrenzte. Am Arbeitsplatz wurden routinemäßig bis zu vier Ballen auf den Tisch gelegt — doppelt so viel wie das sichere Limit. Das Ministerium weist allgemein darauf hin, dass neues Personal, insbesondere im ersten Arbeitsmonat, einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt ist.

Maßnahmen des Unternehmens

Berichten zufolge hat Irving Consumer Products nach dem Unfall aus eigener Initiative eine Reihe von Verbesserungen am Standort Toronto umgesetzt. Das Unternehmen gestaltete den Arbeitsbereich rund um den Drahtschneidetisch neu und beschaffte eine neue Drahtschneidemaschine. Dies sind Maßnahmen des Unternehmens selbst, keine vom Gericht angeordneten Verpflichtungen. Außer der Geldstrafe nennt die Quelle keine vom Gericht angeordneten Korrekturmaßnahmen, etwa verpflichtende Schulungen oder externe Audits.

Kontext

Der Ontario Occupational Health and Safety Act ist das zentrale Arbeitsschutzgesetz der kanadischen Provinz Ontario und verpflichtet Arbeitgeber zu einer allgemeinen Sorgfaltspflicht, angemessene Maßnahmen für die Sicherheit ihrer Beschäftigten zu treffen. Die zugehörige Regulation 851 legt konkrete Pflichten für Industriebetriebe fest, darunter Regeln für das Stapeln und Lagern von Material. Zahlen von Workplace Safety North, der von der WSIB anerkannten Gesundheits- und Sicherheitsorganisation unter anderem für die Forstprodukt- und Papierbranche Ontarios, zeigen, dass dieses Risiko kein Einzelfall ist: Im Teilsektor Zellstoff, Zeitungspapier und Spezialpapiere war der Kontakt mit Gegenständen und Geräten — einschließlich des Getroffenwerdens durch herabfallende oder sich bewegende Objekte — 2024 für 42 Prozent aller Ausfallverletzungen verantwortlich, die größte Risikokategorie innerhalb dieser Branche. Das unterstreicht, dass korrekte Lager- und Stapelverfahren sowie die durchgängige Schulung aller Mitarbeiter darin weltweit ein Kernbestandteil des sicheren Materialumgangs in der Schwerindustrie sind — umso mehr, da sich neues und über Zeitarbeit eingestelltes Personal als besonders gefährdet erweist, wenn grundlegende Anweisungen fehlen oder nicht weitergegeben werden.

Quelle: Irving Consumer Products fined $100,000 after pulp bales critically injure worker, 28. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: Workplace Safety North, Forest Products 2024 Pulp, Newsprint & Specialty Papers Health & Safety Snapshot

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