Eine von der französischen Gewerkschaft CGT unter 11.315 Arbeitnehmern durchgeführte Umfrage bringt gravierende Mängel beim Schutz des Personals während Hitzewellen ans Licht. Nur 41 Prozent der Befragten gaben an, sich während Perioden extremer Hitze durch ihren Arbeitgeber geschützt gefühlt zu haben.
Der Online-Fragebogen, der vom 4. Juli bis 31. August lief, lieferte auffällige Zahlen. Nahezu alle Teilnehmer (96 Prozent) berichteten von mehr Müdigkeit als normal während Hitzewellen. Darüber hinaus empfanden 85,6 Prozent die Hitze als belastend bis unerträglich, mit Konzentrationsproblemen bei 67 Prozent und Kopfschmerzen bei 40 Prozent der Befragten.
Besonders besorgniserregend ist, dass 80,3 Prozent angaben, von ihnen sei erwartet worden, während extremer Hitze „einfach weiterzuarbeiten“, während 78 Prozent in der Praxis ihr Arbeitstempo verringern mussten. Zwei Drittel der Arbeitnehmer arbeiteten in einem Raum ohne Klimaanlage, und nur 37 Prozent hatten Zugang zu kaltem Wasser am Arbeitsplatz.
Die präventiven Maßnahmen, die ergriffen wurden, waren begrenzt. Von den Befragten gaben 41 Prozent an, dass Arbeitgeber die Arbeitszeiten angepasst hatten, 32 Prozent konnten im Homeoffice arbeiten und 14 Prozent erhielten zusätzliche Pausen. Eine erhebliche Gruppe von 20,4 Prozent erhielt jedoch überhaupt keine Schutzmaßnahmen. Einige Arbeitnehmer brachten sogar ihre eigenen Ventilatoren mit ins Büro.
Die Risiken wurden von Arbeitnehmern als real empfunden: 46 Prozent hielten einen Unfall für möglich, und 10 Prozent waren tatsächlich Zeuge eines Vorfalls. Etwa die Hälfte der Befragten war der Meinung, dass das Arbeitstempo hätte verlangsamt werden müssen, während 36,6 Prozent fanden, dass die Arbeit gänzlich hätte eingestellt werden müssen.
Die Umfrage, an der vorwiegend Arbeitnehmer aus dem öffentlichen Sektor teilnahmen (55 Prozent), unterstreicht laut CGT die Dringlichkeit besserer Rechtsvorschriften. Die Gewerkschaft plädiert für konkrete Temperaturgrenzwerte, Hitzefrei vergleichbar mit dem bestehenden Schlechtwetter-Ausfall im Bauwesen und strengere Sanktionen für Arbeitgeber, die Prävention vernachlässigen.
Für HSE-Fachkräfte unterstreichen diese Erkenntnisse die Bedeutung proaktiver Hitzeschutzpläne, einschließlich konkreter Maßnahmen wie Anpassung der Arbeitszeiten, Bereitstellung von Kühlwasser, Klimatisierung und klarer Verfahren für die Arbeitseinstellung bei extremen Temperaturen.
Quelle: Grandes chaleurs : 4 salariés sur 10 estiment avoir été protégés par leur employeur selon l’enquête de la CGT, 2026-09-04T14:58:48.000Z, https://actuel-hse.fr/content/grandes-chaleurs-une-minorite-de-salaries-estiment-avoir-ete-protege-par-leur-employeur-1
