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Studie: Industrieventilatoren reduzieren Hitzestress am Fabrikboden

Ventilatiesysteem aan de zijkant van een fabriekshal
SymbolbildPhoto by Pawel Czerwinski via Unsplash

Forscher des Center for the Built Environment der UC Berkeley und der University of Sydney haben in zwei Fabriken in Baton Rouge, Louisiana (USA), untersucht, welche Wirkung Industrieventilatoren auf die Hitzebelastung von Fabrikmitarbeitern haben. Die Studie mit dem Titel „The Heat Tax“ lief in zwei dreiwöchigen Phasen – Ende Mai/Anfang Juni 2025 und im August 2025 – mit dreißig teilnehmenden Fabrikmitarbeitern. Phasen mit laufenden Industrieventilatoren wechselten sich mit Phasen ohne Belüftung ab, während Forscher Umgebungsbedingungen, Körpermesswerte und das Empfinden der Beschäftigten erfassten.

Was die Studie zeigte

Beschäftigte gaben an, dass sich die Arbeitsumgebung bei aktiven Ventilatoren wie eine um etwa 5,6 Grad Celsius kühlere Umgebung anfühlte (im Originaltext: 10 Grad Fahrenheit kühler). Neunundsiebzig Prozent der Teilnehmer berichteten, sich bei bewegter Luft effektiver bei ihrer Arbeit zu fühlen, und alle befragten Beschäftigten (100 Prozent) nannten Industrieventilatoren wichtig für ihren Arbeitsplatz. Die Messungen der oralen Temperatur und der Herzfrequenz stiegen mit zunehmender Umgebungstemperatur an, unabhängig davon, ob die Ventilatoren liefen. Die Schweißrate lag jedoch niedriger, wenn die Ventilatoren in Betrieb waren, sowohl während der Vormittage im Mai/Juni als auch im August.

Zahlen zu Produktivität, Energie und Regulierung

Laut Marktanalyse des am Forschungsprojekt beteiligten Herstellers Big Ass Fans verfügen weniger als 20 Prozent der US-amerikanischen Industrieanlagen über klimatisierte Luft. Aus früheren, in der Studie zitierten Untersuchungen geht hervor, dass die Produktivität um 1 bis 2 Prozent pro Grad sinkt, sobald die Innentemperatur 75 Grad Fahrenheit (etwa 23,9 Grad Celsius) übersteigt, und dass die Arbeitsleistung bei Spitzenhitze um 30 bis 50 Prozent abnehmen kann. Industrielle Ventilatorlösungen sollen zudem 20- bis 30-mal weniger Energie verbrauchen als konventionelle Klimaanlagen, bei gleichzeitigem Erhalt der Produktivitätsgewinne. Die Studie verweist zudem auf unterschiedliche Richtlinien der Gesundheitsbehörden: Die US-amerikanische CDC empfiehlt den Einsatz von Ventilatoren nur unter 90 Grad Fahrenheit (etwa 32,2 Grad Celsius), während aktuelle WHO-Richtlinien den Ventilatoreinsatz bis 104 Grad Fahrenheit (etwa 40 Grad Celsius) unterstützen. UC-Berkeley-Forscher Charlie Huizenga betonte, dass Feldstudien in aktiven Produktionsumgebungen selten seien, „weil sie schwierig durchzuführen sind“, was seiner Ansicht nach den praktischen Wert dieser Studie unterstreicht.

Praktische Implikationen für die Branche

Für EHS-Fachleute ist dies relevant, weil die Studie konkrete Hinweise darauf liefert, dass verhältnismäßig einfache und energieeffiziente Maßnahmen wie industrielle Luftzirkulation eine messbare Wirkung sowohl auf die körperliche Belastung als auch auf die wahrgenommene Leistungsfähigkeit von Beschäftigten in heißen Produktionsumgebungen haben können. Hitzestress am Arbeitsplatz ist ein anerkanntes Arbeitsrisiko, das zu verminderter Konzentration, Ermüdung und gesundheitlichen Beschwerden führen kann. Betriebe, die eine vollständige Klimatisierung nicht umsetzen können oder wollen, können von Erkenntnissen über alternative Minderungsmaßnahmen und die Temperaturgrenzen profitieren, innerhalb derer diese wirksam bleiben.

Quelle: The Heat Tax: Study Shows Industrial Airflow Offsets Extreme Heat Strain on Factory Floors, ISHN, 10. September 2026, https://www.ishn.com/articles/115590-the-heat-tax-study-shows-industrial-airflow-offsets-extreme-heat-strain-on-factory-floors

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