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TSB: Sichtbehinderung ließ Arbeitsboot bei Squamish sinken

Schiffe auf dem Wasser mit Bergen im Hintergrund
SymbolbildFoto: Qin JohnQ / Unsplash

Eine Untersuchung des Transportation Safety Board of Canada (TSB) zu einer Kollision auf dem Gelände des Woodfibre-LNG-Projekts bei Squamish, Kanada, nennt blockierte Sichtlinien und das Fehlen eines Ausgucks als unmittelbare Ursachen. Am 18. Dezember 2024 kollidierte ein Schlepper mit einem geschobenen Ponton mit einem stillliegenden Arbeitsboot, das daraufhin sank; die einzige Person an Bord wurde aus dem kalten Wasser gerettet und wegen Unterkühlung behandelt.

Sachverhalt

Der Vorfall ereignete sich im Howe Sound, nahe dem Woodfibre-LNG-Gelände bei Squamish, in der kanadischen Provinz British Columbia. Ein Schlepper schob einen Ponton in Richtung einer schwimmenden Unterkunft für das Personal auf dem Gelände. Dabei traf der Ponton ein Arbeitsboot, das stillgelegen hatte. Das Arbeitsboot kenterte und sank; der Betreiber, der allein an Bord war, geriet in etwa 5 Grad Celsius kaltes Wasser. Der Verletzte wurde aus dem Wasser gerettet und wegen Unterkühlung behandelt. Laut TSB wurde nach der Kollision eine geringe Verschmutzung festgestellt, wofür Ölsperren eingesetzt wurden.

Erkenntnisse

Die TSB stellte fest, dass ein Kran auf dem Schlepper und Container auf dem Ponton die Sicht des Steuermanns nach vorn blockierten. Zudem erschwerten Lichtreflexionen auf dem Wasser die Erkennbarkeit des Navigationslichts des Arbeitsboots. Zum Zeitpunkt der Kollision war noch kein Ausguck postiert. Der Betreiber des Arbeitsboots saß mit dem Rücken zu den sich nähernden Fahrzeugen und führte ein Telefongespräch, das laut dem Amt „wahrscheinlich seine Aufmerksamkeit davon abgelenkt hat, das Umfeld des Arbeitsboots im Blick zu behalten“.

Die Untersuchung ergab zudem, dass Besatzungsmitglieder des Schleppers bereits zuvor informell auf eingeschränkte Sicht und Lichtreflexionen hingewiesen hatten, nachdem im November 2024 ein Kühlcontainer zur Ladung hinzugefügt worden war. Da die Besatzung solche Probleme regelmäßig erlebte, erreichten diese Hinweise laut TSB nicht die Schwelle für eine formelle Gefahrenmeldung. Vor dem Anbringen des Containers war zwar die Stabilität bewertet worden, nicht aber die Sicht. Die TSB kam zudem zu dem Schluss, dass die Sicherheitssysteme der verschiedenen auf dem Gelände tätigen Auftragnehmer nicht aufeinander abgestimmt waren, wodurch Gefahren nicht einheitlich erkannt, gemeldet und beherrscht wurden. Arbeitsboote lagen routinemäßig am Ort der Kollision bereit, ohne dass der Schlepperführer davon wusste, und der Fahrplan des Schleppers erreichte den Betreiber des Arbeitsboots nie. Schließlich arbeitete der Betreiber allein, obwohl das Protokoll eines anderen auf dem Gelände tätigen Auftragnehmers vorschrieb, dass Subunternehmer niemals allein arbeiten dürfen, wo ein unkontrolliertes Ins-Wasser-Fallen möglich ist; der Betreiber des Arbeitsboots war über diese Vorgabe nicht informiert.

Sicherheitsmaßnahmen

Der veröffentlichte Untersuchungsbericht enthält keine neuen formellen Empfehlungen der TSB; das Amt beschränkt sich auf die Feststellung von Ursachen und beitragenden Faktoren und äußert sich im Rahmen seines Mandats nicht zu Schuld oder Haftung. Die beteiligten Unternehmen haben jedoch infolge des Vorfalls aus eigener Initiative Maßnahmen ergriffen. Der Betreiber des Schleppers hält seither durchgehend einen Ausguck und beschränkt Pontonbewegungen auf die Tageslichtstunden. Der Betreiber des Arbeitsboots hat Beobachtungsboote mit einer Besatzung von zwei Personen ausgestattet und ein Training zur Kälteexposition im Wasser eingeführt. Eine formelle Geldstrafe oder Sanktion wird in der verfügbaren Berichterstattung nicht erwähnt.

Kontext

Die TSB wies bereits 2017 auf eine strukturelle Lücke in der Aufsicht über Schlepper- und Pontonbetriebe in kanadischen Gewässern hin. Nach einem Vorfall im März 2016, bei dem eine Schleppverbindung vor British Columbia während eines Sturms riss und zwei Pontons auf Grund liefen, empfahl das Amt, dass Schlepper- und Pontonunternehmen ein verpflichtendes Sicherheitsmanagementsystem führen sollten, ebenso wie konventionelle Frachtschiffe vergleichbarer Größe. Das Sicherheitsmanagement in der Schifffahrt steht nach wie vor auf der Watchlist der TSB. Der Vorfall bei Squamish zeigt, dass die fehlende Abstimmung zwischen den Sicherheitssystemen verschiedener Auftragnehmer an einem einzigen Standort ein wiederkehrendes Problem bleibt.

Blockierte Sichtlinien, das Fehlen eines Ausgucks und nicht harmonisierte Sicherheitsverfahren zwischen Auftragnehmern sind kein rein kanadisches Problem: Dieselben Risiken treten an jedem Hafen- oder Industriestandort auf, an dem mehrere Unternehmen mit eigenen Schiffen, Kränen oder Schwertransporten nebeneinander arbeiten, von LNG-Terminals bis zu Offshore-Windparks und Containerterminals. Der Vorfall unterstreicht die Bedeutung eines festen, postierten Ausgucks bei eingeschränkter Sicht und eines einzigen gemeinsamen Systems zur Gefahrenmeldung, wenn verschiedene Auftragnehmer sich denselben Standort teilen.

Quelle: Blocked sightlines, lookout gaps behind Squamish LNG site collision, 02-10-2026

Zusätzlich recherchiert: Transportation Safety Board of Canada, Untersuchungsseite M24P0265, Canadian Underwriter, TSB-Empfehlung zu verpflichtenden Sicherheitsmanagementsystemen für Schlepper-/Pontonbetreiber

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