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Betriebliches Gesundheitsmanagement wird zum strategischen Schwerpunkt der deutschen Immobilienbranche

Zakelijk overleg op kantoor
Symbolbild

Deutsche Immobilienunternehmen investieren zunehmend gezielt in betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) – nicht als beiläufige Personalleistung, sondern als strategisches Instrument für Leistungsfähigkeit und Arbeitgeberattraktivität. Das zeigt ein Überblick über die Praxis mehrerer großer Akteure der deutschen Branche, veröffentlicht vom Fachmagazin Haufe Arbeitsschutz. Die Botschaft ist eindeutig: Gesundheitsmanagement soll fest in der Unternehmenskultur verankert sein, als Form sozialer Nachhaltigkeit, statt als isoliertes Extra behandelt zu werden.

Die Bremer Wohnungsgesellschaft Gewoba veranschaulicht, wie ein solcher Ansatz aussehen kann. Seit 2014 passt das Unternehmen sein Gesundheitsprogramm regelmäßig auf Basis von Mitarbeiterbefragungen an. Das brachte 2025 137 konkrete Maßnahmen mit insgesamt 2.168 Teilnahmen hervor, die sich unter anderem auf Stressbewältigung, Resilienz, Ernährung und Schlaf richteten. Laut Andrea Wiskandt von Gewoba bildet eine wiederkehrende, unternehmensweite Gesundheitsbefragung die Grundlage eines wirksamen Programms.

Auch andere deutsche Immobilienunternehmen setzen auf unterschiedliche Instrumente. Aroundtown bietet kostenlose Impfungen, ein eigenes Fitnessstudio, eine Plattform für Mitarbeiterwohlbefinden sowie Unterstützung bei der Teilnahme an Firmenläufen. Vonovia organisiert jährliche Vorsorgeuntersuchungen für alle Beschäftigten, investiert in ergonomische Arbeitsplätze und stellt einen Familienservice sowie ein Employee Assistance Program für persönliche Unterstützung bereit. Bei der Nassauischen Heimstätte/Wohnstadt ist BGM seit 2011 formal in einer Gesamtbetriebsvereinbarung festgeschrieben; Geschäftsführungsmitglied Ricarda Schwingen betont, dass Prävention nahtlos in den Arbeitsalltag eingebettet sein muss, um wirksam zu sein. Das Immobilienunternehmen SAGA schließlich kombiniert eine betriebliche Zusatzkrankenversicherung mit Jobrad-Leasing und Fortbildungen zu Resilienz und Ernährung.

Für EHS-Fachleute ist dieser Überblick relevant, weil er zeigt, wie sich Gesundheitsmanagement in einer bestimmten Branche von einzelnen Arbeitsschutzmaßnahmen zu einer integrierten, kulturgetragenen Strategie erweitert. Die genannten Unternehmen zeigen, dass strukturierte Mitarbeiterbefragungen, formale Verankerung in Betriebsvereinbarungen und ein breites Spektrum präventiver Angebote sich gegenseitig verstärken können. Das knüpft an breitere internationale Vorstellungen zu Arbeitsglück und Wohlbefinden am Arbeitsplatz an, etwa das japanische Konzept Ikigai – kurz gesagt die Suche nach persönlichem Sinn und Balance – sowie die schwedische Gewohnheit des Fika, der gemeinsamen Kaffeepause als Moment sozialer Verbundenheit. Solche Konzepte unterstreichen, dass Gesundheitspolitik erst dann nachhaltig wirkt, wenn sie Teil des täglichen Funktionierens einer Organisation wird und nicht nur aus Angeboten auf dem Papier besteht. Für die EHS-Praxis in den Niederlanden und Belgien bietet dieser Überblick über die deutsche Immobilienbranche damit einen konkreten Referenzrahmen für die Frage, wie Gesundheitsmanagement über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehen kann.

Quelle: Betriebliches Gesundheitsmanagement in Immobilienunternehmen, 1. September 2026, https://www.haufe.de/arbeitsschutz/gesundheit-umwelt/betriebliches-gesundheitsmanagement-in-immobilienunternehmen_94_694590.html

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