Das spanische Instituto Nacional de Seguridad y Salud en el Trabajo (INSST) hat am 28. Oktober 2026 einen neuen Leitfaden mit guten Praktiken zur Förderung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz veröffentlicht. Das Dokument bündelt die Prävention von Arbeitsrisiken, die Gesundheitsförderung und die Früherkennung psychischer Gesundheitsprobleme in einem einzigen Ansatz. Vier begleitende Leitfäden übersetzen den Hauptleitfaden in konkrete Hinweise für verschiedene Zielgruppen innerhalb von Organisationen.
Was enthält der neue Leitfaden?
Der Hauptleitfaden, das „Manual de buenas prácticas en la promoción de la salud mental en el trabajo – Año 2026“, besteht aus sechs Teilen: einer Einleitung, den Zielen und dem Geltungsbereich des Dokuments, dem wissenschaftlichen und methodischen Rahmen, der Art und Weise, wie die guten Praktiken entwickelt wurden, einem Überblick über die Praktiken je Zielgruppe innerhalb einer Organisation, und einer abschließenden Zusammenfassung mit Schlussfolgerungen. Im Zentrum steht ein „Marco de prácticas de salud mental en el trabajo“, ein Rahmenwerk, mit dem Unternehmen gute Praktiken im Bereich psychische Gesundheit einordnen und darstellen können. INSST bezeichnet dieses Rahmenwerk als die zentrale Achse des Leitfadens: Alle beschriebenen guten Praktiken werden anhand davon eingeordnet und erläutert. Der Leitfaden bringt Prävention von Arbeitsrisiken, Gesundheitsförderung und Früherkennung psychischer Gesundheitsprobleme in einem integrierten Ansatz zusammen.
Für wen sind die begleitenden Leitfäden gedacht?
Neben dem Hauptleitfaden veröffentlichte INSST vier separate Leitfäden. Ein Leitfaden richtet sich an die Geschäftsführung und die Personalabteilung. Ein zweiter Leitfaden ist für das mittlere Management bestimmt, also die Führungskräfte, die direkt mit den Mitarbeitenden arbeiten. Ein dritter Leitfaden ist für den Präventionsdienst (Servicio de Prevención de Riesgos Laborales, SPRL) geschrieben. Der vierte Leitfaden beschreibt den wissenschaftlichen und methodischen Hintergrund des Hauptleitfadens. So erhält jede Rolle innerhalb der Organisation ein eigenes Dokument, neben dem gemeinsamen Rahmenwerk aus dem Hauptleitfaden. Der Hauptleitfaden und die vier Leitfäden sind als separate PDF-Dokumente über die Website von INSST verfügbar.
Was umfasst der integrierte Ansatz?
Laut der Ankündigung kombiniert der Leitfaden drei Stränge, die in der Praxis oft getrennt behandelt werden: die Vermeidung von Arbeitsrisiken, die aktive Förderung der Gesundheit und die frühzeitige Erkennung psychischer Gesundheitsprobleme. Das Klassifizierungsrahmenwerk soll Unternehmen helfen, ihre eigenen Praktiken entlang dieser Linien zu ordnen. Die Ankündigungsseite von INSST selbst nennt keine Zahlen, Forschungsergebnisse oder konkreten Empfehlungen; diese finden sich nur in den zugehörigen PDF-Dokumenten, die für diesen Artikel nicht herangezogen wurden. Der Aufbau, ein gemeinsames Rahmenwerk ergänzt durch separate Leitfäden für Geschäftsführung, Führungskräfte und Präventionsdienst, ist nicht an spanische Vorschriften gebunden und kann auch für Organisationen in anderen Ländern ein brauchbarer Bezugspunkt sein.
Kontext
Die Veröffentlichung von INSST erscheint während der EU-weiten Healthy-Workplaces-Kampagne 2026-2028 der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA). Diese Kampagne wurde unter dem Titel „Together for mental health at work“ gestartet und hat die Verbesserung der psychischen Gesundheit der Arbeitnehmer in der EU als zentrales Thema.
Quelle: Manual de buenas prácticas en la promoción de la salud mental en el trabajo – Año 2026 (INSST), 28. Oktober 2026
Zusätzlich recherchiert: EU-OSHA Healthy Workplaces Campaign 2026-2028: Together for mental health at work

