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Greif- und Quetschunfälle am Bau: Zahlen aus den USA

Fundamentgraben mit Erdwänden auf einer Baustelle
SymbolbildFoto: Brett Jordan / Unsplash

Greif- und Quetschunfälle – Situationen, bei denen jemand von oder zwischen Gegenständen, Material oder Geräten erfasst, eingeklemmt oder zerquetscht wird – sind ein anhaltendes Risiko am Bau. Das zeigen Zahlen der US-Forschungsorganisation CPWR (Center for Construction Research and Training), auf die die belgische Wissensplattform für Präventionsberater Prebes vzw aufmerksam macht. Wichtig: Die Zahlen sind nicht belgisch oder europäisch, sondern basieren auf US-amerikanischen Arbeitsunfallstatistiken der OSHA, der US-Bundesbehörde für Arbeitssicherheit.

Wie häufig kommen Greif- und Quetschunfälle am Bau vor?

Die OSHA zählt Greif- und Quetschunfälle zu den „Focus Four hazards“, zusammen mit Abstürzen aus der Höhe, dem Getroffenwerden durch Gegenstände und Stromschlag. Diese vier Gefahren zusammen sind für mehr als die Hälfte der tödlichen Arbeitsunfälle im US-Bausektor verantwortlich. Laut CPWR waren im Zeitraum 2023-2024 etwa 5 % aller tödlichen Bauunfälle auf Greif- und Quetschunfälle zurückzuführen. Von allen Branchen hatte der Bau in diesem Zeitraum den höchsten Anteil dieser Art von Unfällen (30 %); nur Landwirtschaft/Forstwirtschaft und Bergbau/Öl- und Gasförderung liegen höher, wenn es speziell um tödliche Fälle geht.

Einsturz fordert die meisten Todesopfer

Die Zahlen zeigen einen Unterschied, der für den Präventionsansatz entscheidend ist. Bei tödlichen Unfällen gingen 68,8 % auf Einsturz oder Verschüttung zurück, etwa durch nachgebendes Erdmaterial in einem Graben oder einer Grube. Nur 17,7 % der tödlichen Fälle entstanden dadurch, dass jemand zwischen rotierenden Geräten und einem anderen Objekt eingeklemmt wurde. Bei nicht-tödlichen Unfällen sieht das Verhältnis anders aus: 41,9 % entstanden dadurch, dass jemand von oder zwischen nicht beweglichen Geräten erfasst oder eingeklemmt wurde, und 38,1 % dadurch, dass jemand sich bei normaler Nutzung in rotierenden Geräten verfing. Es geht hier also nicht hauptsächlich um Maschinensicherheit im Sinne von Händen oder Fingern, die in Geräten eingeklemmt werden: Bei den Todesopfern ist die Verschüttung oder der Einsturz von Erde und Material die größte Kategorie. Laut CPWR sind die fünf Wörter, die am häufigsten mit diesen Unfällen in Verbindung gebracht werden: Graben, Wand, eingestürzt, zwischen und Rohr.

Welche Maßnahmen helfen?

CPWR selbst geht kaum auf konkrete Maßnahmen ein und verweist vor allem auf ergänzende Veröffentlichungen, mit der Schlussfolgerung, dass tödliche Einklemmungsunfälle durch die Bekämpfung häufiger Gefahren verhindert werden können. Für weitere Analysen verweist CPWR unter anderem auf sein Data Bulletin „Trends of Caught-In or -Between Injuries Among Construction Workers“. Angesichts der Zahlen liegt bei tödlichen Risiken der Schwerpunkt auf der Sicherung von Gräben und anderen Erdarbeiten gegen Einsturz.

Kontext

Auch in der Europäischen Union ist der Bau ein Risikosektor. Laut EU-OSHA (OSHwiki) hat der Bau die höchste Quote nicht-tödlicher Arbeitsunfälle aller Branchen in der EU: 2.961 Unfälle pro 100.000 Beschäftigte. 2023 ereignete sich fast ein Viertel (23 %) aller tödlichen Arbeitsunfälle in der EU im Bausektor. Die meisten tödlichen Bauunfälle in der EU entstehen durch Abstürze aus der Höhe und das Erfasstwerden durch sich bewegende Fahrzeuge. Gesonderte europäische Zahlen zu Greif- und Quetschunfällen wurden nicht gefunden; die US-Prozentsätze lassen sich daher nicht ohne weiteres auf belgische oder europäische Baustellen übertragen.

Für internationale HSE-Fachleute ist die Unterscheidung zwischen Einsturzrisiko (Erdarbeiten, Gräben) und maschinenbedingter Einklemmung bei der Priorisierung von Maßnahmen jedoch nützlich.

Quelle: Grijp- en pletincidenten in de bouw: wat vertellen de cijfers?, 30. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: EU-OSHA/OSHwiki, Übersichtsseite zu Bausicherheit und -prävention in der EU (Zahlen 2023).

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