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Klimawandel beeinträchtigt Einsätze und Sicherheit der Feuerwehr

Feuerwehrfahrzeug bei der Waldbrandbekämpfung in einer trockenen, hitzegeplagten Landschaft
SymbolbildFoto: Malachi Brooks / Unsplash

Extremwetter verändert die Arbeit von Feuerwehrleuten spürbar, wie eine groß angelegte Umfrage in Deutschland zeigt. Im Auftrag der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK Nord) befragte die DGUV Akademie zwischen März und Juni 2025 bundesweit 1.735 Feuerwehrleute, überwiegend Führungskräfte bei freiwilligen Feuerwehren, dazu, wie der Klimawandel ihre Einsätze und Sicherheit beeinflusst. Fast jede zweite befragte Person meldet bereits jetzt eine deutliche zusätzliche Belastung durch extreme Wettersituationen wie Hitze, Überschwemmungen und Vegetationsbrände. Die Ergebnisse sind in die Studie ‚Einsatzrealität im Klimawandel‘ eingeflossen, die im Juni 2026 in der Zeitschrift für Arbeitswissenschaft erschien.

Längere Einsätze, mehr Personal nötig

Die Umfragewerte sind bei der erwarteten Richtung eindeutig. Ganze 85 Prozent der befragten Feuerwehrleute erwarten, dass klimabedingte Extremwettereinsätze in den kommenden Jahren weiter zunehmen werden. Rund 75 Prozent sehen dabei eine höhere zeitliche Belastung und einen größeren Personalbedarf, während etwa 73 Prozent einen wachsenden Bedarf an angepasster technischer Ausrüstung feststellen. Vor allem langwierige, schwere Einsätze etwa bei Überschwemmungen oder großen Vegetationsbränden erfordern mehr Koordination zwischen den Einheiten und erhöhen zugleich die psychische Belastung der beteiligten Feuerwehrleute. Laut Haufe Arbeitsschutz nehmen auch die Unfälle bei klimabedingten Einsätzen zu, wobei dafür keine genaue Zahl genannt wird.

Anpassung von Ausrüstung und Ausbildung

Hitze, schwere persönliche Schutzausrüstung und länger andauernde Einsätze bringen Feuerwehrleute den Forschenden zufolge zunehmend an ihre Grenzen. Christian Heinz, Geschäftsführer der HFUK Nord, betont, dass es deshalb wichtig sei, Gefahren frühzeitig zu erkennen. Sein Kollege Jens-Oliver Mohr, zuständig für Gesundheitsprävention bei der HFUK Nord, verweist auf die Notwendigkeit, die persönliche Schutzausrüstung an die Hitzebelastung anzupassen. Konkret geht es um leichtere, an die Hitze angepasste Schutzkleidung für die Vegetationsbrandbekämpfung und die technische Hilfeleistung, um zusätzliches Personal und eine modernisierte Ausbildung. Zudem wird auf die Bedeutung einer guten Versorgung vor Ort hingewiesen: ausreichend Trinken und Essen, geschützte Ruheräume und funktionierende Ablösekonzepte, damit Einsatzkräfte rechtzeitig abgelöst werden können. Unfallkassen und Kommunen wird empfohlen, die Prävention rund um diese Einsätze systematisch zu verbessern.

Kontext

International weisen Forschende schon länger auf ein vergleichbares Muster bei Einsatzkräften hin. Laut dem Lancet Countdown berichteten 72 Prozent der Länder weltweit von einer Zunahme der menschlichen Exposition gegenüber Wald- und Vegetationsbränden, während die Zahl der Wohnhäuser in Gebieten mit gemischter Wald- und Siedlungsstruktur in den USA zwischen 2000 und 2016 um etwa 62 Prozent wuchs, von 30,8 auf 50 Millionen. Ein Übersichtsartikel in The Lancet Regional Health – Americas (2023) zitiert eine Studie, die schätzt, dass Feuerwehrleute mit langen Brandsaisons über 25 Jahre ein um 43 Prozent höheres Risiko für Lungenkrebs und ein um 30 Prozent höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen tragen. Zudem nennen die Autoren Arbeitstage von 8 bis 13 Stunden in schwerer Schutzausrüstung als Faktor für Hitzestress. Diese Befunde decken sich mit dem, was die deutschen Feuerwehrleute selbst berichten: Extremeres Wetter macht Einsätze länger, schwerer und risikoreicher.

Quelle: Neue Herausforderungen für Feuerwehrkräfte durch Extremwetter, 28. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: Vegetationsbrände: Hitze und lange Einsätze belasten Feuerwehrleute (DGUV), Face-to-face with scorching wildfire (The Lancet Regional Health – Americas, 2023)

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