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Gesundheitsförderung im Homeoffice erfordert digitalen, individuellen Ansatz

Thuiswerken op kantoor aan huis
Symbolbild

Unternehmen, die die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden nach wie vor mit einer Obstschale im Büro und einer wöchentlichen Yogastunde in der Mittagspause fördern, erreichen einen wachsenden Teil ihrer Belegschaft nicht mehr. Das zeigt eine Analyse des deutschen Fachmediums Haufe Arbeitsschutz, die auf Einschätzungen von Johannes Füß, Senior Vice President bei EGYM Wellpass, basiert. Da hybrides Arbeiten mittlerweile zur Norm geworden ist, erreichen klassische, an das Büro gebundene Gesundheitsmaßnahmen einen erheblichen Teil der Beschäftigten schlicht nicht mehr. Dem Artikel zufolge ist eine grundlegende Überarbeitung der betrieblichen Gesundheitspolitik notwendig, mit Interventionen, die individuell, digital zugänglich und aktiv kommuniziert sind.

Die zugrunde liegenden Zahlen aus der deutschen Studie „The Future Fit Employer“ von EGYM Wellpass unterstreichen die Dringlichkeit. 57 Prozent der deutschen Beschäftigten arbeiten überwiegend sitzend, und 40 Prozent berichten von einer zunehmenden mentalen Belastung. Bemerkenswert ist, dass fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) nicht einmal über die Gesundheitsangebote ihres Arbeitgebers informiert ist. Die psychische Belastung verteilt sich zudem ungleich: 44 Prozent der weiblichen Befragten berichten von psychischen Belastungsfolgen der Arbeit, gegenüber 51 Prozent innerhalb der Generation Z.

Um diese Lücke zu schließen, formuliert der Artikel eine Reihe konkreter Empfehlungen für Personalabteilungen. Anstelle eines zentralen, an das Büro gebundenen Angebots plädiert man für dezentrale Gesundheitsnetzwerke, bei denen Mitarbeitende lokal — in der Nähe ihres Wohnorts — Zugang zu Sportangeboten erhalten. Digitale Tools für mentale Gesundheit, etwa Meditations-Apps und Online-Gruppenkurse, sollen das physische Angebot ergänzen. Feste Kommunikationsrhythmen, etwa monatliche Wohlbefindens-Umfragen, sowie dezente digitale Erinnerungen, beispielsweise tägliche Kalendererinnerungen für Bewegungspausen, sollen das Engagement aufrechterhalten. Darüber hinaus rät der Artikel dazu, Teamleitungen als Gesundheitsbotschafter zu schulen, Erfahrungsberichte von Kolleginnen und Kollegen anonym über das Intranet zu teilen und Gesundheit strukturell im Onboarding-Prozess neuer Mitarbeitender zu verankern.

Für EHS-Fachleute ist diese Entwicklung relevant, weil die klassische Trennung zwischen physischen Arbeitsbedingungen am Arbeitsplatz und der Wohlbefindenspolitik verschwimmt, sobald ein Teil der Belegschaft dauerhaft außerhalb des Büros arbeitet. Präventionsmaßnahmen, die ausschließlich auf einen physischen Standort ausgerichtet sind, passen dann nicht mehr zum tatsächlichen Arbeitskontext vieler Beschäftigter, während Risiken wie langes Sitzen und psychosoziale Belastung im Homeoffice gerade schwerer sichtbar und messbar sind. Das macht Reichweite, Kommunikation und niedrigschwellige Zugänglichkeit von Präventionsmaßnahmen zu einem Thema, das ebenso sehr in den Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement gehört wie in die Personalpolitik.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass sich sowohl die angeführten Zahlen als auch die Empfehlungen speziell auf den deutschen Arbeitsmarkt beziehen und aus deutscher Forschung stammen; inwieweit sich diese Erkenntnisse auf andere Länder übertragen lassen, wurde im Ausgangsartikel nicht untersucht.

Quelle: Gesundheitsförderung im Homeoffice, 4. September 2026, https://www.haufe.de/arbeitsschutz/gesundheit-umwelt/gesundheitsfoerderung-im-homeoffice-tipps-fuer-hr_94_694610.html

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