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Kanada plant Gespräche zur Harmonisierung der Sicherheitsregeln

Orangefarbene Sicherheitsnetze auf grünen Pfosten als Absperrung einer Baustelle
SymbolbildFoto: Marija Zaric / Unsplash

Beratungen zur Harmonisierung für den 14. Dezember geplant

Die föderalen, provinziellen und territorialen Arbeitsminister Kanadas treffen sich am 14. Dezember 2026 virtuell und hinter verschlossenen Türen, um die Harmonisierung der Arbeitsschutzregeln zu besprechen. Ein Sprecher von Employment and Social Development Canada (ESDC), dem Bundesministerium für Beschäftigung und soziale Entwicklung, bestätigte den Termin gegenüber der Fachzeitschrift Canadian Occupational Safety. Der föderale Zeitplan sieht harmonisierte Regeln für Arbeiten in der Höhe und mobile Hubarbeitsbühnen bis zum 1. Januar 2027 vor sowie eine harmonisierte Grundausbildung für Bauarbeiter spätestens bis Mai 2027. Das Treffen hat noch nicht stattgefunden und ist eine Fortsetzung früherer Gespräche zwischen den Gebietseinheiten über die Vereinheitlichung der Sicherheitsregeln in ganz Kanada.

Geteilte Meinungen bei Podiumsdiskussion in Toronto

Bei einer Podiumsdiskussion auf dem Canadian Safety Summit in Toronto, Kanada, am 22. Oktober 2026 zeigte sich, dass Fachleute unterschiedlich über das Vorgehen denken. Panelteilnehmer Kevin Brown von Cobalt Safety bezeichnete den Fortschritt als „festgefahren“, aber immerhin einen Anfang, und plädierte dafür, zunächst die Gesetzgebung zu harmonisieren, bevor Ausbildungen standardisiert werden. Seiner Ansicht nach führt standardisierte Ausbildung ohne gleiche zugrunde liegende Gesetzgebung zu zusätzlichen Belastungen für Arbeitgeber; er verwies auf das australische Modell mit einem gemeinsamen nationalen Rahmen. Troy Winters von der Gewerkschaft CUPE setzte sich dagegen für eine größere Rolle von Normungsorganisationen wie der Canadian Standards Association (CSA) im Harmonisierungsprozess ein. Als Beispiel für die praktische Verwirrung nannten die Panelteilnehmer die unterschiedlichen Belastungsnormen für Verankerungspunkte in den Provinzen Prince Edward Island und New Brunswick, Kanada. Brown erwartet, dass Arbeitgeber ohnehin weiterhin provinzspezifische Schulungen anbieten werden. Ein Teilnehmer wies außerdem auf eine zusätzliche Komplikation hin: First-Nations-Gemeinschaften unterliegen der Bundeszuständigkeit, was nicht gut zu den derzeit diskutierten provinziellen Rahmenwerken passt. Winters schätzte, dass ein vollständiger Vergleich aller provinziellen Regeln nicht vor Januar 2027 fertig sein werde, und sprach von einem Prozess, der Jahre statt Monate dauern werde. Dem Panel gehörte außerdem Emily Larose von der Electrical Safety Authority an.

Kontext

Laut ESDC genehmigten die föderalen, provinziellen und territorialen Arbeitsminister im Januar 2018 ein Grundsatzabkommen (Agreement-in-Principle) mit den wichtigsten Grundsätzen für die Harmonisierung. Im Januar 2019 folgte die National Occupational Health and Safety Reconciliation Agreement, die inzwischen von allen Gebietseinheiten unterzeichnet wurde. Ziel ist es, Handelshindernisse innerhalb Kanadas für Unternehmen zu verringern, die in mehreren Provinzen tätig sind. Die Arbeit wird laut ESDC das ganze Jahr über von der Canadian Association of Administrators of Labour Legislation (CAALL) unterstützt. Die ESDC organisierte unter anderem das Ministertreffen im Februar 2020 in Fredericton, New Brunswick, Kanada. Im Oktober 2025 trafen sich die föderalen, provinziellen und territorialen Vize-Minister erneut hinter verschlossenen Türen; die ESDC bezeichnete dieses Treffen laut Canadian Occupational Safety als „produktiv“.

Für HSE-Fachleute, die in mehreren Gebietseinheiten tätig sind, veranschaulicht dieser Prozess ein wiederkehrendes Dilemma der Regulierungsharmonisierung: zunächst eine einheitliche Gesetzgebung festlegen und erst danach gemeinsame Ausbildungsstandards, oder umgekehrt. Ähnliche Abwägungen stellen sich bei anderen grenzüberschreitenden Harmonisierungsinitiativen, bei denen unterschiedliche nationale Normen etwa für Absturzsicherung und Arbeitsgeräte die Arbeit über Grenzen hinweg erschweren können. Der kanadische Fall zeigt, dass ein solcher Prozess selbst innerhalb eines einzigen Landes Jahre dauern kann und dass die gewählte Reihenfolge von Gesetzgebung und Ausbildung mitbestimmen kann, wie schnell Arbeitgeber und Arbeitnehmer tatsächlich von abgestimmten Regeln profitieren.

Quelle: National safety harmonization talks scheduled for Dec. 14, 29. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: Canada’s labour ministers meet to discuss important workplace issues, National safety harmonization talks advance, next meeting in the spring

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