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Enge Räume: Risiko in Elektroräumen von Rechenzentren

Bündel blauer Glasfaserkabel in einem Serverraum
SymbolbildFoto: Taylor Vick / Unsplash

Warum sind Elektroräume in Rechenzentren ein Problem?

Elektroräume in Rechenzentren erfüllen zunehmend die gesetzliche Definition eines engen Raums, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht so aussehen. Kabeltrassen, Schaltanlagen und USV-Anlagen liegen selten ebenerdig: Der Zugang erfolgt oft über Öffnungen in einer Höhe von rund 3,5 bis 5,5 Metern. Nach der US-amerikanischen Baunorm der Arbeitsschutzbehörde OSHA (29 CFR 1926.1203) gilt ein Raum als genehmigungspflichtiger enger Raum, wenn er groß genug ist, um betreten zu werden, nur begrenzte Zu- und Ausgänge hat und nicht für einen dauerhaften Aufenthalt vorgesehen ist. Darauf weist die Fachpublikation ISHN in einer Analyse der Baupraxis rund um Rechenzentren in der kalifornischen Bay Area hin.

Das Problem besteht darin, dass zwei Risiken zusammenkommen. Zum einen Höhenarbeit: Mitarbeiter erreichen erhöhte Arbeitsplätze über schmale Zugänge. Zum anderen Einengung: Die Räume sind kompakt, mit begrenzten Zu- und Ausgängen und wenig natürlicher Belüftung. Unter Spannung stehende Schaltanlagen erzeugen Wärme, die nicht entweichen kann, solange der Raum noch im Bau ist und die Klimaanlage noch nicht läuft. In Räumen mit Notstromversorgung (USV) kommt zusätzlich das Risiko der Gasbildung durch Blei-Säure- oder Lithium-Ionen-Akkus beim Laden und Testen hinzu. Beschäftigte müssen also gleichzeitig mit Absturzgefahr, Hitze, einer möglicherweise gefährlichen Atmosphäre und einem schwierigen Fluchtweg rechnen.

Welche Maßnahmen sind nötig?

Der Analyse zufolge liegt die Lösung nicht in einzelnen Maßnahmen je Fachbereich, sondern in einem einzigen abgestimmten Sicherheitsplan, in dem Zugangshöhe und Einengung von Baubeginn an gemeinsam bewertet werden. Konkret wird empfohlen, die Einstufung von Räumen regelmäßig zu überprüfen, gekoppelt an wichtige Meilensteine im Anlagenbau – etwa das Verlegen von Kabeltrassen, das Aufstellen von Schaltanlagen und die Inbetriebnahme der USV – statt sie nur einmalig zu Projektbeginn festzulegen. Rettungspläne müssen von den tatsächlichen Zugängen ausgehen, einschließlich ihrer Höhe, damit eine Rettung nicht an einer zu schmalen oder zu hohen Öffnung scheitert. Vor jedem Zutritt muss die Atmosphäre im Raum mit kalibrierten Mehrgasmessgeräten geprüft werden, unter Aufsicht geschulten Personals, das außerhalb des Raums bleibt. Schließlich wird empfohlen, eine verantwortliche Person zu benennen, die über alle Auftragnehmer und Fachbereiche hinweg überwacht, ob ein Raum neu als enger Raum eingestuft werden muss.

Vorschriften in Entwicklung

Die Dringlichkeit wird durch neue Vorschriften verstärkt: Im US-Bundesstaat Kalifornien gilt seit dem 1. Januar 2026 eine zusätzliche Anforderung (nach Title 8), wonach eine sachkundige Person den Arbeitsbereich vor Baubeginn auf enge Räume hin untersuchen und diese Prüfung regelmäßig wiederholen muss, damit während des Projekts entstehende Räume rechtzeitig erkannt werden. Das entspricht der Praxis, dass sich eine Baustelle verändert: Was zu Projektbeginn ein offener Arbeitsbereich ist, kann nach dem Einbau von Kabeltrassen, Anlagen und Wänden nachträglich zu einem engen Raum werden. Außerhalb der Vereinigten Staaten gelten andere rechtliche Rahmenbedingungen, doch die Kernbotschaft – Zugang und Einengung als ein einziges Risiko zu behandeln – ist international relevant für jeden, der Elektroräume in Rechenzentren baut oder instand hält.

Kontext

Enge Räume gelten als besonders gefährliche Arbeitsumgebungen. Zahlen des US-amerikanischen Bureau of Labor Statistics, zitiert in Sicherheitsübersichten zur föderalen OSHA-Norm 29 CFR 1910.146 (Permit-Required Confined Spaces), zeigen für einen Zeitraum von fünf Jahren um die Jahrtausendwende im Schnitt rund 92 tödliche Unfälle pro Jahr in engen Räumen, mit einer Spanne von 81 (1998) bis 100 (2000) pro Jahr. Eine Untersuchung des US-Instituts NIOSH zu 217 Todesfällen zeigt, dass Schwefelwasserstoff und Kohlenmonoxid die häufigsten beteiligten Gase waren. Laut NIOSH war zudem schätzungsweise sechzig Prozent der Opfer ein Retter, der den Raum betrat, um einem früheren Opfer zu helfen – was die Bedeutung im Voraus vorbereiteter, realistischer Rettungsverfahren anstelle einer Improvisation vor Ort unterstreicht.

Quelle: Confined Spaces Create Challenges in Data Center Electrical Rooms, 5. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: Zahlen des US-amerikanischen Bureau of Labor Statistics und des NIOSH zu tödlichen Unfällen in engen Räumen, im Kontext der OSHA-Norm 29 CFR 1910.146.

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