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UnfalluntersuchungIndustrie & Produktion

Technikfirma nach Fingeramputation an Sägemaschine bestraft

Industrieanlage mit Rohrleitungen und Tanks
SymbolbildFoto: Jakub Żerdzicki / Unsplash

Das Technikunternehmen Dlinexsign Ltd aus Brackley, Vereinigtes Königreich, wurde mit einer Geldstrafe belegt, nachdem ein Mitarbeiter bei einem Unfall mit einer automatischen Säge einen Teil eines Fingers verloren hatte. Die Untersuchung der britischen Arbeitsschutzbehörde HSE (Health and Safety Executive) ergab, dass das Unternehmen keine wirksamen Maßnahmen getroffen hatte, um den Zugang zu den gefährlichen beweglichen Teilen der Maschine zu verhindern.

Was geschah

Der Unfall ereignete sich auf dem Firmengelände von Dlinexsign Ltd im Buckingham Road Industrial Estate in Brackley. Der Mitarbeiter griff mit der Hand in eine automatische Säge, um ein abgeschnittenes Materialstück zu entfernen, während die Maschine noch in Betrieb war. Dabei kam seine Hand mit dem sich bewegenden Sägeblatt in Kontakt, wodurch er einen Teil eines Fingers verlor. Laut HSE handelte es sich um eine teilweise Fingeramputation. Die Säge wurde verwendet, um Material auf Länge zu schneiden.

Der Untersuchung der HSE zufolge waren die gefährlichen beweglichen Teile der Maschine erreichbar, während diese in Betrieb war, ohne dass das Unternehmen dagegen wirksame Maßnahmen ergriffen hatte. Dadurch konnte der Mitarbeiter mit der Hand an das noch laufende Sägeblatt gelangen.

Urteil

Dlinexsign Ltd mit Sitz an der Shires Road in Brackley bekannte sich schuldig im Sinne eines Verstoßes gegen Regulation 11(1) der Provision and Use of Work Equipment Regulations 1998 (PUWER 1998), der britischen Vorschrift für den sicheren Umgang mit Arbeitsmitteln. Diese Bestimmung verpflichtet Arbeitgeber, wirksame Maßnahmen zu treffen, um den Zugang zu gefährlichen beweglichen Maschinenteilen zu verhindern. Der Fall wurde am 23. Oktober 2026 vor dem Milton Keynes Magistrates‘ Court verhandelt. Das Unternehmen erhielt eine Geldstrafe von 20.000 £, muss 15.000 £ Schadensersatz an das Opfer zahlen und zusätzlich 9.064,34 £ an Verfahrenskosten erstatten. Insgesamt beläuft sich die finanzielle Abwicklung des Falls damit auf 44.064,34 £.

HSE-Inspektor Dulanjala Kandana-Arachchige bezeichnete den Vorfall als vermeidbar. Der Fall zeige, so der Inspektor, wie schwerwiegend die Folgen sein können, wenn der Zugang zu gefährlichen Maschinenteilen nicht wirksam verhindert wird, und Arbeitgeber müssten sicherstellen, dass Maschinen ordnungsgemäß abgeschirmt sind und Mitarbeiter nicht an gefährliche bewegliche Teile gelangen können.

Empfehlungen

Die HSE betont, dass Arbeitgeber wirksame Maßnahmen treffen müssen, um den Zugang zu gefährlichen Maschinenteilen zu verhindern. Laut HSE geschieht dies in der Regel durch feste Schutzvorrichtungen, die den gefährlichen Teil der Maschine abschließen. Wo ein Zugang zur Maschine erforderlich ist, können laut HSE verriegelte Schutzvorrichtungen notwendig sein. Diese stellen sicher, dass die gefährliche Bewegung gestoppt ist, bevor jemand den Gefahrenbereich erreichen kann. Im Fall gegen Dlinexsign Ltd fehlte laut der HSE-Untersuchung genau eine solche wirksame Vorrichtung: Das Sägeblatt war erreichbar, während die Maschine in Betrieb war. Die HSE verweist hierzu auf den Leitfaden „Introduction to machinery safety“ für weitere Erläuterungen.

Context

Zum Hintergrund einige allgemeine Zahlen zu Arbeitsunfällen in Großbritannien. Laut den offiziellen Jahresstatistiken der HSE für 2024-2025 gab es in Großbritannien etwa 680.000 selbst gemeldete nicht tödliche Arbeitsverletzungen, basierend auf der Labour Force Survey, von denen 59.219 formell im Rahmen der RIDDOR-Vorschriften (Reporting of Injuries, Diseases and Dangerous Occurrences Regulations) gemeldet wurden. Im selben Zeitraum kam es außerdem zu 124 tödlichen Arbeitsunfällen über alle Branchen hinweg.

Diese Zahlen betreffen Arbeitsunfälle in allen Branchen zusammen und sind nicht speziell auf die Maschinensicherheit bezogen. Sie geben jedoch einen Hinweis auf das allgemeine Ausmaß von Arbeitsverletzungen in Großbritannien. Wie viele dieser Unfälle mit Maschinen oder unzureichend abgeschirmten beweglichen Teilen zu tun hatten, geht aus diesen Zahlen nicht hervor.

Quelle: HSE-Pressemitteilung: Technikunternehmen nach Fingeramputation eines Mitarbeiters bestraft, 28. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: HSE-Jahresstatistiken 2024-2025 (über designandbuilduk.net)

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