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Hybrides Arbeiten erfordert neuen Ansatz beim Arbeitsschutz

Leere Bürostühle zwischen Reihen von Arbeitsplätzen
SymbolbildFoto: kate.sade / Unsplash

Wie gesund und sicher hybrides Arbeiten ist, hängt stark davon ab, wie eine Organisation es gestaltet. Das zeigt eine Untersuchung des Instituts Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universität Bremen, durchgeführt gemeinsam mit der Arbeitnehmerkammer Bremen, wie das deutsche Fachportal Haufe Arbeitsschutz berichtet. Die Forschenden verglichen zwei Organisationen in Bremen: eine Behörde und ein privates IT-Unternehmen, um zu untersuchen, wie hybride Arbeit gesundheitsförderlich gestaltet werden kann. Die Studie trägt den Titel „Wie lässt sich hybride Arbeit gesundheitsförderlich gestalten?“.

Was zeigt die Untersuchung?

In beiden Organisationen stellen die Forschenden dieselben Problemfelder fest: Mehr zeitliche und örtliche Flexibilität erhöht das Risiko, dass Arbeit und Privatleben ineinander übergehen, während Beschäftigte selbst vieles organisieren müssen. Auch der Mangel an informellem Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen wiegt schwer, ebenso wie neue Anforderungen an Führungskräfte und an das gegenseitige Vertrauen.

Der Ansatz unterscheidet sich jedoch stark. Bei der Behörde ist der Arbeitsschutz für Homeoffice-Beschäftigte systematisch verankert: Psychische und physische Belastung ist in der Gefährdungsbeurteilung erfasst, Erreichbarkeit und Schutz vor digitaler Überlastung sind in Dienstvereinbarungen mit Zustimmung des Personalrats festgelegt, und Homeoffice-Beschäftigte erhalten eine vollständige ergonomische Arbeitsplatzausstattung. Beim IT-Unternehmen fehlt eine solche Struktur weitgehend: Vereinbarungen werden vor allem informell pro Team getroffen, Beschäftigte schaffen ergonomische Möbel oft selbst an, weil der interne Bestellweg zu umständlich ist, und eine Kontrolle der Arbeitsschutzstandards außerhalb des Büros ist kaum vorhanden. Pausen und Ergonomie sind dort vor allem Sache der Beschäftigten selbst und von Absprachen innerhalb agiler Teams, während Kolleginnen und Kollegen im dauerhaften Homeoffice einfachere Bestellwege für Arbeitsplatzmaterial fordern.

Was können Arbeitgeber tun?

Die Forschenden formulieren drei Empfehlungen. Erstens plädieren sie für klare, gemeinsam festgelegte Regeln zu Arbeitszeit und Leistung, damit Eigenverantwortung und notwendige Kontrolle im Gleichgewicht bleiben; dieser Punkt erwies sich vor allem beim IT-Unternehmen als relevant. Zweitens empfehlen sie verbindliche Erreichbarkeitsregeln und die konsequente Einhaltung von Pausen- und Erholungszeiten, um Überstunden und gesundheitsschädliche Selbstausbeutung zu vermeiden. Schließlich plädieren die Forschenden für die Schulung von Führungskräften, damit diese Beschäftigte sowohl im Büro als auch im Homeoffice gesundheitsbewusst begleiten können und die Verantwortung für sicheres Arbeiten nicht vollständig beim Einzelnen liegt.

Kontext

Dieses Bild deckt sich mit europäischer Forschung. Eurofound, die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, kam im November 2025 auf Grundlage des European Working Conditions Survey 2024 zu dem Schluss, dass hybrides Arbeiten das Wohlbefinden und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessern kann, aber auch Risiken birgt: verschwimmende Grenzen zwischen Beruf und Privatleben, längere Arbeitstage, weniger strukturierte Pausen und weniger soziale Interaktion mit Kolleginnen und Kollegen. Eurofound empfiehlt Arbeitgebern daher, transparente Regeln aufzustellen, auf die Ergonomie im Homeoffice zu achten und Beschäftigte, die viel remote arbeiten, aktiv in ihr Team eingebunden zu halten. Zudem weist Eurofound auf das Risiko einer Zunahme virtueller Besprechungen hin und empfiehlt Organisationen, ein zu ihrer Situation passendes Modell zu wählen, mit ausreichender Autonomie der Beschäftigten darüber, wo und wann sie arbeiten.

Quelle: Arbeits- und Gesundheitsschutz in hybriden Arbeitsmodellen, 29. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: The hybrid workplace: Ensuring benefits for workers and organisations

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