Ein Hersteller von Betonfertigteilen in Guelph, Ontario, Kanada, ist mit einer Geldstrafe von 70.000 CA$ belegt worden, nachdem ein Mitarbeiter von einem sich bewegenden Produktionstisch aus Stahl erfasst wurde. Teile der Bewegung der Anlage waren vom Steuerstand aus nicht einsehbar, und das Warnsystem erwies sich als unzureichend.
Was geschah
Der Unfall ereignete sich am 24. September 2025 am Produktionsstandort von Kiwi Constructors Ltd. in Guelph. Das Unternehmen setzt ein halbautomatisches Produktionssystem ein, das große Stahltische zwischen Arbeitsstationen bewegt. Ein Mitarbeiter ging durch den Produktionsbereich, während ein Tisch in Bewegung war, geriet in dessen Weg und wurde erfasst. Das offizielle Bulletin beschreibt die Verletzungen des Mitarbeiters nicht.
Kiwi Constructors bekannte sich vor dem Provincial Offences Court in Guelph schuldig. Friedensrichter Michael Cuthbertson (Justice of the Peace) verhängte am 18. September 2026 eine Geldstrafe von 70.000 CA$, wie aus einem Bulletin des Ministry of Labour, Immigration, Training and Skills Development (MLITSD) vom 9. Oktober hervorgeht. Hinzu kommt der verpflichtende „Victim Fine Surcharge“ von 25 Prozent nach dem Provincial Offences Act.
Schlussfolgerungen
Die Untersuchung des Ministeriums ergab, dass Teile der Bewegung der Anlage vom Steuerstand aus nicht zu sehen waren. Das Warnsystem, ein weißes Licht, das während der Bewegung der Tische leuchtete, erwies sich als unzureichend. Das Unternehmen wurde wegen Verstoßes gegen Abschnitt 33 der Regulation 851 (Industrial Establishments) und Abschnitt 25(1)(c) des Occupational Health and Safety Act (OHSA) verurteilt. Laut Canadian Occupational Safety schreibt Abschnitt 33 automatische Anlaufwarneinrichtungen an Förderanlagen oder anderen beweglichen Maschinen vor, wenn Teile davon vom Steuerstand aus nicht sichtbar sind und das Anlaufen einen Arbeitnehmer gefährden kann.
Empfehlungen
Die Berichterstattung enthält keine Empfehlungen, und das Bulletin sagt nicht, ob das Unternehmen sein Warnsystem inzwischen geändert hat. Eine Stellungnahme des Unternehmens ist nicht enthalten. Die verletzte Vorschrift benennt die Maßnahme selbst: eine automatische Warneinrichtung beim Anlaufen von Maschinenteilen, die vom Steuerstand aus nicht überblickt werden können. Für HSE-Fachleute andernorts zeigt der Fall, dass ein einzelnes Warnlicht als unzureichend befunden wurde, wenn bewegte Maschinen für den Bediener nicht vollständig einsehbar sind.
Kontext
Die Strafe ist nur ein Bruchteil des gesetzlichen Höchstbetrags. Seit dem Working for Workers Act, 2023 (Bill 79) liegt die Höchststrafe nach dem OHSA für ein Unternehmen bei 2 Millionen CA$, zuvor waren es 1,5 Millionen CA$, so die Anwaltskanzlei McCarthy Tétrault. Diese Änderung gilt seit dem 26. Oktober 2023; Verstöße vor diesem Datum fallen nicht unter die höhere Strafe. Der Unfall in Guelph ereignete sich knapp zwei Jahre nach diesem Datum. Die verhängten 70.000 CA$ entsprechen etwa 3,5 Prozent des Höchstbetrags. Laut derselben Kanzlei hat Ontario damit die höchsten Höchststrafen für Unternehmen in Kanada.
Quelle: Canadian Occupational Safety: Kiwi Constructors fined $70,000 after worker was struck by production table, 14. Oktober 2026
Zusätzlich recherchiert: McCarthy Tétrault: OHSA maximum fine for a corporation increases to $2 million.

