Wesdome Gold Mines Ltd. wurde zu einer Geldstrafe von 100.000 kanadischen Dollar verurteilt, nachdem sich aus dem Hangenden lösendes Gestein einen Untertage-Bergmann in der Eagle River Gold Mine bei Wawa, Ontario, Kanada, traf. Die Untersuchung ergab, dass der betroffene Grubenbau über eine unzureichende Gebirgssicherung verfügte und zu schmal ausgebrochen worden war, um die vorgeschriebenen Gebirgsanker setzen zu können. Das Urteil erging am 21. August 2026, fast zwei Jahre nach dem Vorfall.
Was geschah
Der Vorfall ereignete sich am 22. September 2024 in der Eagle River Gold Mine, einer von Wesdome Gold Mines Ltd. betriebenen Untertage-Goldmine bei Wawa, Ontario, Kanada. Ein Bergmann führte von einer Arbeitsbühne aus „Scaling“-Arbeiten an einer Raise-Wand durch: das Lösen und Entfernen von losem Gestein, um die Wand sicher zu machen. Während dieser Arbeiten löste sich ein Gesteinsstück aus dem Hangenden über dem Arbeitsbereich und fiel herab, wobei es den Arbeiter traf. Der Quellenartikel enthält keine Angaben zur Art oder Schwere der Verletzung noch zur Identität des Opfers.
Inspektoren des zuständigen Ministeriums von Ontario untersuchten den Vorfall, was schließlich zu einem Strafverfahren vor dem Provincial Offences Court in Thunder Bay führte. Friedensrichterin (Justice of the Peace) Tobey Meyer verurteilte das Unternehmen am 21. August 2026 zu einer Geldstrafe von 100.000 kanadischen Dollar zuzüglich des gesetzlich vorgeschriebenen Opferzuschlags von 25 Prozent. Der Quellenartikel darüber wurde am 5. Oktober 2026 veröffentlicht.
Schlussfolgerungen
Die Untersuchung ergab, dass der Raise zum Zeitpunkt des Vorfalls über eine unzureichende Gebirgssicherung verfügte. Zwischen der „Stope Brow“ und der zweiten Bühnenebene (Staging) des Raise fehlten etwa fünf Schlingen (Straps), vierzehn Gebirgsanker und achtzehn Stück Bewehrungsstahl. Darüber hinaus war der Raise zu schmal ausgebrochen worden, wodurch es schwierig war, die Gebirgsanker zu setzen, die nötig waren, um die Gebirgsverhältnisse im Raise sicher zu halten.
Wesdome Gold Mines Ltd. wurde nach Section 25(1)(c) des Occupational Health and Safety Act von Ontario (Arbeitsschutzgesetz) verurteilt, der Arbeitgeber verpflichtet sicherzustellen, dass gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen und Verfahren am Arbeitsplatz umgesetzt werden. Es ging dabei um Section 66(1) der Regulation 854 (Mines and Mining Plants): Die Gebirgsverhältnisse müssen vor Arbeitsbeginn auf Gefahren untersucht und erforderlichenfalls gesichert werden.
Empfehlungen
Für diesen Vorfall ist, soweit bekannt, kein gesonderter veröffentlichter Untersuchungsbericht mit Empfehlungen verfügbar; der Quellenartikel berichtet über das Gerichtsverfahren. Die nachstehenden Empfehlungen wurden daher von der Redaktion aus den gesetzlichen Anforderungen abgeleitet, die der Verurteilung zugrunde lagen, und nicht aus einem eigenständigen Empfehlungsbericht.
Section 66(1) verlangt, dass die Gebirgsverhältnisse vor Arbeitsbeginn untersucht und Gefahren zuerst beseitigt werden. Auf die Befunde angewendet bedeutet dies, dass Bergbaubetreiber vor Scaling-Arbeiten feststellen müssen, ob die Gebirgssicherung (Gebirgsanker, Schlingen und Bewehrungsstahl) vollständig vorhanden ist, und dass fehlende Sicherung angebracht wird, bevor sich Arbeiter unter oder in der Nähe der Wand aufhalten. Aus den Befunden folgt zudem, dass Raises und vergleichbare Grubenbaue so ausgebrochen werden müssen, dass die erforderlichen Anker und Sicherungsmittel tatsächlich gesetzt werden können.
Kontext
Laut der Provinzregierung haben Gebirgsinstabilitäten in Ontarios Minen bereits viele tödliche Unfälle verursacht. Die Regulation 854 stellt daher umfangreiche Anforderungen an die Gebirgskontrolle. Dazu gehören unter anderem eine Stabilitätsbewertung als Teil der Grubenplanung, Anforderungen an und Prüfungen von Gebirgsankern und Spritzbeton, spezifische Scaling-Protokolle zum sicheren Entfernen von losem Gestein, regelmäßige Arbeitsplatzinspektionen der Gebirgsverhältnisse sowie Qualitätskontrollen der ausgeführten Sicherung. Der Vorfall bei Wesdome Gold Mines zeigt, warum diese auf dem Papier detaillierten Anforderungen in der Praxis genau eingehalten werden müssen, besonders in schmal ausgebrochenen Grubenbauen, in denen das Anbringen ausreichender Sicherung schwieriger ist. Auch außerhalb Kanadas ist Steinschlag ein bekanntes Risiko im Untertagebergbau und Tunnelbau, wodurch die Lehre aus diesem Fall breiter anwendbar ist.
Quelle: Wesdome Gold Mines wegen Steinschlag mit Verletzung eines Untertage-Bergmanns zu Geldstrafe verurteilt, 5. Oktober 2026
Zusätzlich recherchiert: Ontario.ca — Ground control in underground mines

