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Softwarefirma befragt Berufseinsteiger am Bau zu KI

Baukran an einem Gebäude im Bau
SymbolbildBilly Freeman — Unsplash (bouwplaats met kraan, illustratief)

Softwarefirma befragt Berufseinsteiger am Bau zu KI

Junge, neu eingestellte Beschäftigte in der US-Bauwirtschaft legen großen Wert auf Investitionen ihres Arbeitgebers in moderne Technologie, einschließlich künstlicher Intelligenz (KI), wie eine von STACK Construction Technologies beauftragte Studie zeigt. STACK ist ein US-Anbieter von Bausoftware, der selbst KI-Funktionen in seine eigenen Produkte einbaut. Das Unternehmen hat somit ein direktes kommerzielles Interesse an einer breiteren Akzeptanz von KI in der Branche. Die von Censuswide durchgeführte Studie erschien als „Construction Knowledge Gap Report“ und wurde am 30. September 2026 vom Fachmedium ISHN (USA) besprochen.

Für den Bericht wurden zwischen dem 19. und 25. August 2026 500 US-amerikanische Beschäftigte im Alter von 18 bis 35 Jahren mit höchstens drei Jahren Berufserfahrung am Bau befragt. Den Ergebnissen zufolge würden 82 Prozent länger bei einem Arbeitgeber bleiben, der in moderne Technologie investiert; bei den 18- bis 25-Jährigen steigt dieser Anteil auf 90 Prozent, gegenüber 77 Prozent bei den 26- bis 35-Jährigen. Diese 82 Prozent beziehen sich auf Technologie im Allgemeinen, nicht speziell auf KI, auch wenn die Überschrift von ISHN das suggeriert. Darüber hinaus sehen 24 Prozent KI speziell als Chance, Wissenslücken im Handwerk zu schließen.

Spannungen zwischen jungen Beschäftigten und Führungskräften

Die Studie verweist auch auf Spannungen innerhalb der Unternehmen. Laut den Befragten glauben 51 Prozent, dass Führungskräfte KI gegenüber negativ eingestellt sind oder das Thema ignorieren, und 14 Prozent sagen, die Unternehmensleitung halte KI für das Handwerk für nutzlos. Ein Viertel (25 Prozent) drängt selbst auf neue Werkzeuge, stößt dabei aber auf Widerstand. Der Bericht verknüpft dies mit Folgen, die die Befragten allgemeinen Wissenslücken zuschreiben: 34 Prozent erleben Projektverzögerungen, 26 Prozent dadurch teure Fehler, und 21 Prozent sagen, das Vertrauen der Kunden stehe auf dem Spiel. ISHN und STACK stellen einen Zusammenhang zwischen diesen Wissenslücken und der Zurückhaltung gegenüber KI her, doch die Zahlen belegen nicht, wie groß der Anteil von KI-Wissen daran im Verhältnis zu Fachwissen im weiteren Sinne tatsächlich ist.

Kontext

Unabhängig von dieser vom Anbieter finanzierten Studie weist eine im Januar 2026 veröffentlichte Analyse des Branchenverbands Associated Builders and Contractors (ABC) darauf hin, dass die US-Bauwirtschaft 2026 rund 349.000 zusätzliche Beschäftigte benötigt. ABC stützt sich dabei auf ein eigenes Modell, das das erwartete Wachstum der Bauausgaben in Arbeitskräftebedarf umrechnet und um erwartete Verrentungen ergänzt. Laut dem Chefökonomen von ABC stammt der größte Teil dieser Nachfrage nicht aus Wachstum, sondern aus der Verrentung erfahrener Fachkräfte: Rund ein Fünftel der US-amerikanischen Elektriker ist älter als 55 Jahre. Das Halten und Einarbeiten junger Berufseinsteiger ist damit ein strukturelles Thema, unabhängig von der Rolle der KI.

Bedeutung für HSE-Fachleute weltweit

Für Sicherheits- und Gesundheitsfachleute außerhalb der USA ist dies vor allem als Signal relevant, nicht als Blaupause: Viele Länder mit einer vergleichbar alternden Fachkräftebasis stehen vor derselben Aufgabe, Wissen rechtzeitig an neue Berufseinsteiger weiterzugeben. Wie junge Beschäftigte neue Technologie am Arbeitsplatz erleben, wirkt sich unmittelbar auf Einarbeitung, Mentoring und die Art aus, wie Fachwissen – einschließlich Sicherheitswissen – weitergegeben wird. Die Zahlen in diesem Bericht stammen jedoch aus einer einzigen, von einem Softwareanbieter finanzierten Studie unter ausschließlich US-amerikanischen Befragten und lassen keine direkten Schlüsse über KI und physische Sicherheit auf der Baustelle zu.

Quelle: Report: 82% of Entry-Level Construction Workers see AI as a Career Lifeline, not a Threat, 30-09-2026

Zusätzlich recherchiert: Construction industry must add 349,000 workers in 2026 (Associated Builders and Contractors, via Distribution Strategy)

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