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Mexikanische Beschäftigte wählen Balance statt Gehalt

Heller Arbeitsplatz am Fenster mit kleinem Schreibtisch und Pflanzen
SymbolbildFoto: Chris Vasquez / Unsplash

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Mexiko würde auf eine Gehaltserhöhung oder Beförderung verzichten, um eine bessere Balance zwischen Beruf und Privatleben zu erreichen. Das zeigt die Studie Tendencias del Entorno Laboral en México 2026 des Personaldienstleisters Kelly Services México (August 2026), die das Wohlbefinden am Arbeitsplatz als zunehmend entscheidenden Faktor bei der Gewinnung und Bindung von Personal in Mexiko darstellt. Angaben zu Stichprobe und Methodik wurden nicht veröffentlicht. Das Thema reicht über Mexiko hinaus: International verschiebt sich die Art, wie Unternehmen Mitarbeitende gewinnen und binden, von reiner Vergütung hin zu umfassenderen Arbeitsbedingungen (siehe Kontext).

Was zeigt die Studie?

Von den Befragten geben 57 Prozent an, bereit zu sein, ein Angebot für eine Gehaltserhöhung oder Beförderung auszuschlagen, um mehr Balance zwischen Beruf und Privatleben zu erhalten. Zudem legen 64,35 Prozent großen Wert auf die Einhaltung von Arbeitszeiten und klare Grenzen außerhalb der Dienstzeiten, etwa durch weniger Kommunikation nach Feierabend. Stress wird von 39,31 Prozent der Teilnehmenden genannt und gilt als eine der wichtigsten körperlichen und emotionalen arbeitsbezogenen Belastungen. Weitere Aspekte, die Beschäftigte laut der Studie schätzen, sind flexible Arbeitszeiten, bezahlte Ruhezeiten und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Organisation. Die Studie ordnet diese Ergebnisse in den breiteren Trend ein, dass das Wohlbefinden am Arbeitsplatz in Mexiko neben dem Gehalt zunehmend eine Rolle bei der Wahl eines Arbeitgebers und bei der Entscheidung spielt, dort zu bleiben.

Was bedeutet das für Arbeitgeber?

Die Ergebnisse deuten auf einen Wandel hin, wie Beschäftigte in Mexiko Arbeitsbedingungen abwägen: Finanzielle Anreize allein reichen nicht mehr aus, um Personal zu binden. Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass Arbeitgeber ein marktgerechtes Gehalt mit Flexibilität, engagierter Führung und Aufmerksamkeit für psychosoziale Risiken kombinieren müssen, um Talente zu halten; unzureichende Führung wird als einer der Faktoren genannt, die bei der Entscheidung, eine Organisation zu verlassen, eine Rolle spielen können. Für HSE- und HR-Abteilungen bedeutet dies, dass Arbeitsbelastung und Arbeitszeitpolitik zunehmend Teil der umfassenderen Gesundheits- und Sicherheitsagenda werden, neben klassischen Themen wie der physischen Sicherheit. Konkret geht es um Vereinbarungen zur Erreichbarkeit außerhalb der Bürozeiten und um Raum für persönliche Entwicklung.

Kontext

Die Ergebnisse decken sich mit internationalen Zahlen zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz. Laut einem gemeinsamen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gehen weltweit jährlich rund 12 Milliarden Arbeitstage durch Depressionen und Angststörungen verloren, mit einem geschätzten wirtschaftlichen Schaden von fast 1 Billion Dollar. Etwa 15 Prozent der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter hatten 2019 eine psychische Erkrankung, und nur 35 Prozent der Länder verfügen über nationale Programme zur Vorbeugung arbeitsbedingter psychischer Probleme. In Mexiko verpflichtet die nationale Norm NOM-035-STPS-2018 Arbeitgeber bereits dazu, psychosoziale Risikofaktoren wie hohe Arbeitsbelastung, lange Arbeitszeiten und eine gestörte Balance zwischen Beruf und Familie zu identifizieren, zu analysieren und vorzubeugen, was die Ergebnisse der Studie in einen breiteren regulatorischen Rahmen stellt.

Quelle: Bienestar laboral en México: 57% sacrificaría un aumento por un mejor equilibrio entre vida y trabajo, 28. September 2026

Zusätzlich recherchiert: gemeinsamer WHO/ILO-Bericht zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz (2022), NOM-035-STPS-2018 (mexikanische Norm zu psychosozialen Risikofaktoren), Berichterstattung über die TELM-2026-Studie von Kelly Services México (Mundo Ejecutivo, Expansión)

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