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Frankreich: Inspektion bei Sortieranlagen – 133 Mahnungen

Arbeiter sortieren Verpackungsabfall auf einem Förderband in einer industriellen Sortierhalle
SymbolbildFoto: Rose Galloway Green / Unsplash

Gezielte Kontrollaktion bei Abfallsortieranlagen

In Frankreich wurde eine gezielte Inspektionsrunde bei centres de tri de déchets (Abfallsortieranlagen) durchgeführt. Das meldete das Fachmedium actuEL-HSE am 15. Oktober 2026 in einer Kurzmeldung. Die Kontrolle, in der Überschrift als „coup de poing“-Aktion bezeichnet (wörtlich „Faustschlag“, im Französischen gebräuchlich für eine schnelle, gezielte Kontrollaktion), führte zu 133 mises en demeure: förmlichen Mahnungen, festgestellte Mängel innerhalb einer gesetzten Frist zu beheben. Zusätzlich wurden vier Sanktionen vorgeschlagen.

Über die genaue Art der festgestellten Verstöße, die Anzahl der kontrollierten Standorte, den untersuchten Zeitraum und die zuständige Aufsichtsbehörde macht die kurze Meldung keine Angaben. actuEL-HSE veröffentlichte den Beitrag als kurze „brève“-Meldung unter dem Thema Déchets (Abfall); die vollständige Erläuterung steht hinter der Abonnentenschranke des Verlags.

Eine Branche mit erhöhtem Unfallrisiko

Zahlen aus der eng verwandten Abfallsammelbranche zeigen, dass die Abfallkette unfallanfällig ist. Laut den offiziellen Unfallstatistiken der Assurance Maladie (risques professionnels) für 2024, wie sie von Travail-Industrie ausgewertet wurden, verzeichnete die Branche „collecte des déchets non dangereux“ (Sammlung nicht gefährlicher Abfälle, NAF-Code 3811Z; Sortieranlagen fallen nicht notwendigerweise darunter) einen Unfallindex von 51,5 pro tausend Beschäftigte – mehr als das Doppelte des landesweiten Durchschnitts von 26,4 über alle Branchen. 2024 gab es in dieser Branche 6 tödliche Arbeitsunfälle, gegenüber 2 im Jahr 2021. Die Gesamtzahl der Arbeitsunfälle sank im selben Zeitraum leicht, von 2.346 im Jahr 2021 auf 2.124 im Jahr 2024, bei rund 41.000 Beschäftigten im régime général. Von diesen 2.124 Unfällen im Jahr 2024 führten 1.972 zu mindestens vier Tagen Arbeitsunfähigkeit und 183 zu einer neuen bleibenden Invalidität, zusammen 275.498 verlorene Arbeitstage.

Kontext

Die französische Gesundheitsbehörde Anses warnte am 22. April 2026, dass die rund 10.000 Beschäftigten in der Sortierphase der französischen Abfallkette verschiedenen Risikofaktoren ausgesetzt sind: biologischen Agenzien aus Lebensmittelresten, scharfen Gegenständen wie Glas und gebrauchten Spritzennadeln durch Sortierfehler weiter vorne in der Kette sowie Explosions- oder Brandgefahr durch Lithiumbatterien, Spraydosen und Lachgaskartuschen, die zwischen Plastik- und Papierabfall landen. Anses fordert unter anderem kürzere Lagerzeiten für Abfall und eine bessere medizinische Betreuung des Personals.

Für HSE-Fachleute außerhalb Frankreichs zeigt die Kombination dieser Kontrollaktion, der Unfallzahlen aus der Abfallkette und der Risikobewertung von Anses, wo die Schwerpunkte liegen: biologische Exposition, Brandrisiko durch Batterien und Spraydosen im Abfallstrom und die körperliche Belastung der Fließbandarbeit. Diese Risikofaktoren sind nicht spezifisch französisch und können als Ausgangspunkt für die Risikobeurteilung vergleichbarer Sortieranlagen anderswo dienen.

Quelle: Inspection « coup de poing » des centres de tri de déchets : 133 mises en demeure et 4 sanctions proposées, 15/10/2026

Zusätzlich ausgewertet: Anses — Tri des déchets : des travailleurs fortement exposés à des multiples facteurs de risques pour, Travail-Industrie — Accidents du travail, Collecte des déchets non dangereux (NAF 3811Z)

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