Die britische Arbeitsschutzbehörde Health and Safety Executive (HSE) warnt Haushalte vor den Risiken nicht registrierter Gasinstallateure, nachdem die Zahl der Verurteilungen illegal tätiger Handwerker deutlich gestiegen ist. Die Warnung fällt mit der Gas Safety Week zusammen, die in diesem Jahr vom 14. bis 20. September 2026 stattfindet und mittlerweile in ihre vierzehnte Ausgabe geht. Laut HSE wurden seit Anfang 2025 bereits 17 Personen dafür verurteilt, Gasarbeiten ohne Registrierung beim Gas Safe Register durchgeführt zu haben – gegenüber nur 3 Verurteilungen im Zeitraum 2022/23 und 4 im Zeitraum 2023/24. Seit 2020/21 wurden insgesamt 34 Personen wegen Verstößen gegen die Gassicherheitsvorschriften strafrechtlich verfolgt.
Gefälschte Zertifikate und gefährliche Installationen
Die HSE erläutert mehrere aktuelle Fälle. Alexander Robson verwendete ein gefälschtes Gas-Safe-Logo in sozialen Medien und auf Flyern und führte illegal Arbeiten in fünf Wohnhäusern in Blyth, Ryton, Hexham, Winlaton und Newcastle (Vereinigtes Königreich) durch, obwohl seine Registrierung bereits seit Februar 2024 abgelaufen war. Er wurde zu acht Monaten Haft auf Bewährung mit einer Bewährungszeit von zwei Jahren verurteilt. Eine Kundin von Robson, Megan Oliver, erklärte gegenüber der HSE: „It looked it was such a legitimate company – but it clearly wasn’t“ („Es wirkte wie ein so seriöses Unternehmen – aber das war es eindeutig nicht“).
In einem weiteren Fall wurde Israel Jackson (56), wohnhaft in London (Vereinigtes Königreich), am 4. Februar 2026 vom Crown Court in Croydon (Vereinigtes Königreich) zu zwölf Monaten Haft verurteilt. Er hatte ein betrügerisches Gassicherheitszertifikat ausgestellt und einen Heizkessel wieder in Betrieb genommen, nachdem dieser als „immediately dangerous“ (unmittelbar gefährlich) eingestuft worden war. Lee Lancaster (38) aus Ulverston (Vereinigtes Königreich) erhielt am 23. Januar 2026 vom Magistrates‘ Court in Barrow-in-Furness (Vereinigtes Königreich) eine zwölfmonatige Bewährungsstrafe, 200 Stunden gemeinnützige Arbeit und eine Geldstrafe von 2.000 £, nachdem seine Installation im Februar 2024 zu drei Gaslecks geführt und eine Familie sechs Wochen lang ohne Heizung zurückgelassen hatte.
Warum dies für EHS-Fachleute relevant ist
Nicht registrierte Gasarbeiten bergen Risiken, die weit über den unmittelbaren Nutzer hinausreichen: Gaslecks, Brände und Explosionen sowie Kohlenmonoxidvergiftungen, die die HSE als „silent killer“ (stiller Killer) bezeichnet, da das Gas geruch- und farblos ist. Steve Critchlow, Principal Inspector of Gas Safety bei der HSE, betonte, dass die Gas Safety Week der richtige Zeitpunkt sei, um sich der Schwere dieser Risiken bewusst zu werden. Für EHS-Fachleute, die für das Gebäudemanagement, die Vergabe von Installationsarbeiten oder die Lieferantenbewertung verantwortlich sind, unterstreicht dieser Fall, wie wichtig es ist, Qualifikationsregistrierungen zu überprüfen, bevor Arbeiten an Gasinstallationen vergeben werden – zumal die Aufsichtsbehörden erkennbar strenger durchgreifen.
Die HSE ruft Verbraucher und Auftraggeber dazu auf, Registrierungen stets über die Website des Gas Safe Register, telefonisch unter 0800 408 5500 oder durch Vorlage der physischen Gas-Safe-Ausweiskarte des Installateurs zu prüfen.
Quelle: Families warned of risk to life from unregistered gas work amid surge in prosecutions of illegal traders, 14. September 2026

