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UnfalluntersuchungIndustrie & Produktion

Bußgeld nach Kollision zweier Fahrzeuge im Lager in Barnsley

Industrieanlage mit Rohrleitungen und Tanks
SymbolbildFoto: Jakub Żerdzicki / Unsplash

Leggett & Platt Components Europe Ltd wurde vom Leeds Magistrates’ Court wegen eines Verstoßes gegen das britische Arbeitsschutzgesetz mit einem Bußgeld belegt, nachdem es im Lager des Unternehmens in Barnsley, Vereinigtes Königreich, zu einer Kollision zwischen zwei Transportfahrzeugen gekommen war. Ein Mitarbeiter erlitt dabei mehrere Fußbrüche und dauerhafte Nervenschäden. Eine Untersuchung der britischen Arbeitsschutzbehörde Health and Safety Executive (HSE) ergab, dass eine Änderung der Transportwege, vorgenommen für die Installation neuer automatisierter Maschinen, vorher nicht auf Risiken geprüft worden war.

Was ist schiefgelaufen?

Der Unfall ereignete sich am 14. November 2024 im Long-Royd-Lager des Unternehmens, eines Herstellers von Bettfedern, in Barnsley. Während der Installation neuer automatisierter Produktionsmaschinen hatte das Unternehmen die Transportwege im Lager geändert. Dadurch mussten Handgabelhubwagen und Gabelstapler dieselbe Route nutzen, in einem belebten Lade- und Entladebereich mit eingeschränkter Sicht und mehr Fahrzeugbewegungen. Ein zum damaligen Zeitpunkt 20 Jahre alter Mitarbeiter fuhr einen ungeschützten Mitfahr-Handgabelhubwagen, als dieser mit einem von einem Kollegen gefahrenen Gabelstapler zusammenstieß. Der Mitarbeiter erlitt mehrere Brüche im Fuß und behielt dauerhafte Nervenschäden zurück.

Schlussfolgerungen

Die HSE kam zu dem Schluss, dass sich das Unternehmen während der Installationsphase vor allem auf die Installation der Maschinen konzentrierte und die Sicherheitsfolgen der geänderten Transportwege unterschätzt hatte; diese Änderungen waren vorher nicht ordnungsgemäß auf Risiken geprüft worden. Auf der geänderten Route kamen damit mehrere Risikofaktoren zusammen: gemeinsame Nutzung durch verschiedene Fahrzeugtypen, mehr Fahrzeugbewegungen und eingeschränkte Sicht im Lade- und Entladebereich. Das Unternehmen wurde wegen eines Verstoßes gegen Section 2(1) des Health and Safety at Work etc. Act 1974 verfolgt, der Arbeitgeber verpflichtet, soweit vernünftigerweise durchführbar, die Gesundheit, Sicherheit und das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter bei der Arbeit zu gewährleisten. Leggett & Platt Components Europe Ltd bekannte sich schuldig und wurde am 20. Oktober 2026 vom Leeds Magistrates’ Court zu einem Bußgeld von 80.000 £ sowie 3.374 £ Verfahrenskosten verurteilt.

Empfehlungen

Laut HSE hätte der Unfall durch gute Planung und eine vorherige Risikobewertung der geänderten Transportwege verhindert werden können. HSE-Inspektor Chris Parker betonte, dass Arbeitgeber die umfassenderen Sicherheitsfolgen von Änderungen bewerten müssen, auch wenn diese Änderungen vorübergehend sind, etwa während der Installation neuer Maschinen. Arbeitgeber müssen die Risiken geänderter Transportwege bewerten und beherrschen, bevor diese Routen in Betrieb genommen werden. Für Leitlinien zu sicherem Transport am Arbeitsplatz verweist die HSE auf ihre eigene Website.

Kontext

Die allgemeinen Leitlinien der HSE zur Transportsicherheit am Arbeitsplatz betonen, dass Verkehrswege so gestaltet werden sollten, dass Fußgänger und Fahrzeuge die Route sicher nutzen können; Fahrwege und Gehwege werden, soweit möglich, getrennt, und Fußgänger bleiben Bereichen fern, in denen Fahrzeuge arbeiten, sofern dies nicht notwendig ist. Die Leitlinien empfehlen unter anderem physische Trennung, deutliche Markierung und Beschilderung, getrennte Türen für Fahrzeuge und Fußgänger, gute Sicht an Kreuzungspunkten und die Einschränkung der Routennutzung zu stark frequentierten Zeiten wie Schichtwechseln. Eine Risikobewertung der Transportwege bildet dabei die Grundlage, mit Blick darauf, wie und wo Routen gemeinsam genutzt werden und wie Kreuzungspunkte gestaltet sind. Obwohl sich diese Leitlinie vor allem auf die Trennung von Fußgängern und Fahrzeugen bezieht, deckt sich der zugrunde liegende Ansatz mit der Schlussfolgerung der HSE im Barnsley-Fall, dass auch vorübergehende Änderungen an Transportwegen, etwa bei der Installation neuer Maschinen, nicht ohne vorherige Risikobewertung umgesetzt werden dürfen. Verkehrsmanagement in Lagerhallen ist ein universelles Sicherheitsthema: Überall dort, wo Gabelstapler, Handgabelhubwagen und Fußgänger sich denselben Raum teilen, kann eine scheinbar vorübergehende Änderung der Gestaltung neue Kollisionsrisiken schaffen.

Quelle: Bed springs company fined after worker injured in warehouse collision, 23. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: HSE – Separating pedestrians and vehicles

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