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Bewährungsstrafe nach weggerolltem Range Rover

Großes Lager mit Regalen und Kartons
SymbolbildFoto: Alberto Rodríguez / Unsplash

Ein Abschleppfahrer eines Unternehmens in Bournemouth, Vereinigtes Königreich, ist zu einer Freiheitsstrafe von 14 Wochen auf Bewährung verurteilt worden. Ein Range Rover, den er unzureichend gesichert hatte, rollte eine steile Straße hinab und verletzte einen Passanten, der helfen wollte, schwer. Die britische Arbeitsschutzbehörde Health and Safety Executive (HSE) brachte den Fall vor Gericht.

Was geschah

Laut ITV News ereignete sich der Unfall im März 2024 bei einem Bergungseinsatz an einem steilen Hang in Bournemouth, England. Der Fahrer, tätig für GRS Recovery Bournemouth, hatte zunächst eine Seilwinde an der Vorderseite des Range Rover befestigt. Diese Winde hätte verhindert, dass das Fahrzeug wegrollt, falls die Handbremse gelöst wurde oder versagte. Später entfernte er die Winde, hob das Fahrzeug mit einem Wagenheber an und setzte Rangierroller (Skates) unter die Hinterräder. Die Räder waren nicht mit Keilen gesichert, und es waren keine Reißleinen (Breakaway-Seile) angebracht. Als das Fahrzeug auf die Roller abgesenkt wurde, hielt nichts es mehr auf.

Das Auto, das mehr als zwei Tonnen wog, rollte den Hang hinab und riss den Fahrer unter das Fahrzeug mit. Überwachungskameras zeichneten den Vorfall auf. Ein Passant sah, was geschah, und griff ein, um zu helfen. Er wurde erfasst und unter das Fahrzeug gezogen; der Wagen rollte über beide Beine. Er erlitt mehrere Knochenbrüche in den Beinen sowie Brüche an der Wirbelsäule. Mehr als zwei Jahre später hat er laut HSE weiterhin ständige Schmerzen und Schwierigkeiten beim Gehen.

Schlussfolgerungen

Die HSE kam zu dem Schluss, dass der Fahrer nicht die zumutbare Sorgfalt für die eigene Sicherheit und die anderer walten ließ, weil er die etablierten Bergungsverfahren nicht befolgte. Sein Handeln blieb nach Angaben der Behörde weit hinter dem zurück, was von einem erfahrenen und kompetenten Abschleppfahrer zu erwarten ist. Er bekannte sich schuldig, gegen Abschnitt 7 des Health and Safety at Work etc. Act 1974 verstoßen zu haben, die Vorschrift zu den Pflichten von Beschäftigten bei der Arbeit. Am Freitag, dem 16. Oktober 2026, verurteilte ihn der Crown Court Bournemouth zu 14 Wochen Haft, für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt. Die Pressemitteilung nennt keine Geldstrafe. Die Strafverfolgung richtete sich gegen den Fahrer persönlich; das Unternehmen wird in der Mitteilung nicht als Angeklagter genannt.

HSE-Inspektor Alexander Ashen bezeichnete es als grundlegenden Fehler, ein Fahrzeug von mehr als zwei Tonnen an einem steilen Hang nicht ordnungsgemäß zu sichern. Dies geschah seinen Worten zufolge in einer belebten Innenstadt nahe Restaurants und Parkplätzen, wo regelmäßig Fahrzeuge, Motorradfahrer und Fußgänger vorbeikommen. Die Versäumnisse waren aus seiner Sicht erheblich und setzten alle Personen in der Nähe einem Risiko aus.

Empfehlungen

Die Pressemitteilung enthält keine förmlichen Empfehlungen. Die HSE verweist jedoch auf ihre Leitlinien für Arbeiten am Straßenrand: Alle Risiken müssen sorgfältig bewertet und sichere Arbeitsverfahren für Arbeiten an der Straße festgelegt werden. In diesem Fall gab es in dem Moment, als das Fahrzeug auf die Roller abgesenkt wurde, keinerlei Vorkehrung gegen das Wegrollen: Die Winde war entfernt, und es gab weder Unterlegkeile noch Reißleinen.

Kontext

Die HSE-Seite zu den wesentlichen Vorsichtsmaßnahmen bei Arbeiten am Straßenrand nennt vier Kernpunkte: eine Risikobeurteilung unter Berücksichtigung anderer Verkehrsteilnehmer, geeignete und gut gewartete Fahrzeuge und Ausrüstung, ausreichende Schulung sowie passende persönliche Schutzausrüstung. Für Bergungsfahrzeuge verweist die HSE zudem auf die Norm BS 7121-12 zur sicheren Verwendung von Kränen, einschließlich Bergungsfahrzeugen, und auf PAS 43, ein Managementsystem für sicheres Arbeiten bei Pannenhilfe und Bergung. Der Fall zeigt, dass die Folgen eines Bergungsfehlers nicht beim Beschäftigten enden: Auch Umstehende sind gefährdet, besonders auf öffentlichen Straßen im städtischen Raum.

Quelle: HSE-Pressemitteilung: Abschleppfahrer nach weggerolltem Fahrzeug in Bournemouth verurteilt, 16. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: ITV News, 17. Oktober 2026 (Datum des Vorfalls) und HSE: wesentliche Vorsichtsmaßnahmen bei Arbeiten am Straßenrand.

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