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WSIB senkt durchschnittlichen Prämiensatz in Ontario für 2027

Taschenrechner auf einem Stapel Finanzunterlagen
SymbolbildFoto: Recha Oktaviani / Unsplash

Der Workplace Safety and Insurance Board (WSIB) der kanadischen Provinz Ontario senkt den durchschnittlichen Prämiensatz für Arbeitgeber 2027 auf 1,18 kanadische Dollar je 100 Dollar versicherten Lohns. Das ist weniger als die 1,23 Dollar von 2026 und ein deutlicher Rückgang gegenüber den 2,35 Dollar von 2018. Die neuen Sätze gelten ab dem 1. Januar 2027; Unternehmen können ihre individuelle Prämienmitteilung ab November 2026 über die Online-Dienste der WSIB einsehen. Nach Angaben der WSIB und der Provinzregierung liegt Ontario damit fast 30 Prozent unter dem kanadischen Durchschnitt.

Geringere Kosten für den Großteil der Unternehmen

Laut WSIB-CEO Jeffery Lang erhalten 2027 mehr als 80 Prozent der Arbeitgeber eine Prämiensenkung. Die WSIB versichert rund 5,6 Millionen Beschäftigte bei mehr als 330.000 Unternehmen und Arbeitsstätten in der Provinz. Nach Angaben der WSIB bleiben durch die Senkung rund 160 Millionen Dollar zusätzlich in der Wirtschaft Ontarios. Die Provinz erklärt, seit 2024 insgesamt 4 Milliarden Dollar an WSIB-Rückzahlungen an Arbeitgeber mit guter Sicherheitsbilanz ausgezahlt zu haben. Ende des Sommers kündigte die WSIB zudem an, Hunderte Stellen zu streichen und ihre physischen Büros in Nord-Ontario zu schließen.

Teil einer breiteren Reaktion auf US-Importzölle

Die Regierung von Ontario stellt die Prämiensenkung als Teil eines Maßnahmenpakets gegen die Folgen der US-Importzölle für die Wirtschaft der Provinz dar. So sinkt der Körperschaftsteuersatz für kleine Unternehmen von 3,2 auf 2,2 Prozent, was schätzungsweise 1,1 Milliarden Dollar Entlastung für mehr als 375.000 Kleinunternehmen bedeutet. Zudem stellt die Provinz 150 Millionen Dollar für den Ontario Together Trade Fund bereit, erweitert die Zugangsvoraussetzungen für das Protect Ontario Financing Program (1 Milliarde Dollar an zinsgünstigen Krediten) und lenkt über die Canada-Ontario Workforce Tariff Response 228 Millionen Dollar in die Weiterbildung betroffener Beschäftigter. Arbeitsminister Trevor Jones sagt, die niedrigere Prämie gebe Arbeitgebern mehr Spielraum, in ihre Beschäftigten zu investieren; die für Kleinunternehmen zuständige beigeordnete Ministerin Nina Tangri spricht von zusätzlicher Entlastung, die kleinen Unternehmen helfe, Kosten zu kontrollieren und Personal zu halten. Daniel Tisch, Präsident und CEO der Ontario Chamber of Commerce (der Handelskammer von Ontario), bezeichnet die Senkung als willkommenen Schritt zur Senkung der Unternehmenskosten.

Höhere Leistungen bei Verletzungen in Vorbereitung

Unabhängig von der Prämiensenkung liegt ein Vorschlag von April 2026 vor, die Leistung bei Erwerbsminderung (loss of earnings, LOE) für Beschäftigte mit arbeitsbedingten Verletzungen von 85 auf 90 Prozent des Nettolohns anzuheben. Wird die dafür nötige Gesetzgebung verabschiedet, wäre dies die erste Erhöhung des Einkommensersatzsatzes seit fast dreißig Jahren. Die WSIB erhielte zudem die Befugnis, Leistungen über das 65. Lebensjahr hinaus fortzuführen für Beschäftigte, die weiterarbeiten möchten.

Kontext

Anderswo in Kanada schlägt man einen anderen Kurs ein. In der westlichen Provinz British Columbia hielt der Unfallversicherungsfonds WorkSafeBC den durchschnittlichen Basis-Prämiensatz für 2026 bereits das neunte Jahr in Folge unverändert bei 1,55 Dollar je 100 Dollar Lohn. WorkSafeBC gleicht die Differenz zwischen diesem Satz und den tatsächlichen Kosten von 1,83 Dollar aus einem Überschuss aus, aus dem 2026 schätzungsweise 570 Millionen Dollar an Arbeitgeber zurückfließen. Wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit senkte WorkSafeBC für 2026 zugleich die maximale sektorale Satzsteigerung von 20 auf 10 Prozent, und die Organisation warnt, dass steigende Schadenkosten und ein kleinerer Überschuss den Satz künftig leicht steigen lassen könnten.

Quelle: Canadian Occupational Safety / thesafetymag.com. Kontext: WorkSafeBC.

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