Vom 19. bis 24. Oktober 2026 findet die Europäische Woche für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz statt, eine EU-weite Aktionswoche der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA). In diesem Jahr steht die Woche im Zeichen psychosozialer Risiken am Arbeitsplatz und markiert zugleich den Start einer neuen Ausgabe der Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze“.
Was ist die Europäische Woche für Sicherheit und Gesundheit 2026?
Nach Angaben der EU-OSHA steht die Aktionswoche im Zeichen nachhaltiger Arbeitsplätze in ganz Europa, die Beschäftigte schützen und Organisationen zum Erfolg verhelfen. In der Veranstaltungsliste ist die Woche selbst als EU-weite Online-Veranstaltung aufgeführt; daneben nennt die EU-OSHA weitere, damit verbundene Aktivitäten. So findet am 20. Oktober 2026 ein Webinar aus Finnland unter dem Titel „What Can We Learn from Nordic Efforts to Improve Psychosocial Working Conditions?“ statt, in dem nordische Ansätze zur Verbesserung psychosozialer Arbeitsbedingungen besprochen werden. Wer selbst eine Veranstaltung, neue Forschungsergebnisse, Daten oder eine Kampagne zum Arbeitsschutz hat, wird eingeladen, diese mit der EU-OSHA zu teilen, um Verbesserungen am Arbeitsplatz in der gesamten EU zu fördern.
Neue Kampagnenausgabe: Together for Mental Health Work
Mit dem Beginn der Woche startet auch eine neue Ausgabe der Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze“ unter dem Titel „Healthy Workplaces Campaign: Together for Mental Health Work“. Die Kampagne bietet Organisationen, Beschäftigten, Sozialpartnern und anderen am Arbeitsschutz Beteiligten in der gesamten Europäischen Union eine Plattform, um gute Praxisbeispiele zur Vermeidung psychosozialer Risiken am Arbeitsplatz auszutauschen, etwa Arbeitsbelastung und arbeitsbedingten Stress, Mobbing und Belästigung. Weitere Informationen zur Teilnahme an der EU-Woche und der Kampagne finden sich auf der Kampagnenwebsite healthy-workplaces.osha.europa.eu.
Für EHS-Fachleute in ganz Europa ist die Initiative relevant, weil Arbeitgeber gemäß der europäischen Rahmenrichtlinie 89/391/EWG alle Arbeitsrisiken bewerten und beherrschen müssen, psychosoziale Risiken ebenso wie physische. Die über die Kampagne geteilten guten Praxisbeispiele können als Vergleichsmaterial dienen, wenn eine eigene Präventionspolitik aufgestellt oder überprüft wird, unabhängig davon, in welchem EU-Mitgliedstaat eine Organisation tätig ist.
Kontext
Die EU-OSHA untersucht den Umgang mit psychosozialen Risiken bereits seit längerem über die Europäische Unternehmenserhebung zu neuen und aufkommenden Risiken (ESENER). Die dritte Ausgabe, ESENER-3, wurde 2019 bei mehr als 45.000 Betrieben in 33 europäischen Ländern durchgeführt. Laut der Zusammenfassung der Erhebung kommt die EU-OSHA zu dem Schluss, dass der Umgang mit schwierigen Kunden, Patienten oder Schülern für viele Organisationen weiterhin ein wichtiger Risikofaktor ist. Gleichzeitig geben mehr Arbeitsplätze als bei früheren Erhebungen an, Verfahren gegen Mobbing oder Belästigung sowie Aktionspläne gegen arbeitsbedingten Stress eingeführt zu haben. Die neue Kampagne baut auf dieser langjährigen Arbeit der EU-OSHA zu psychosozialen Risiken auf.
Quelle: EU week for safety and health at work: together, we can prevent psychosocial risks, 19. Oktober 2026
Zusätzlich recherchiert: Third European Survey of Enterprises on New and Emerging Risks (ESENER-3)

