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Gewalt gegen Pflegepersonal in Alberta auf Zehnjahreshoch

Langer, leerer Krankenhausflur mit geöffneten Doppeltüren
SymbolbildFoto: Cory Mogk / Unsplash

Pflegekräfte in Alberta, Kanada, reichten 2025 mit 1.108 Gewaltansprüchen bei der Workers‘ Compensation Board (WCB) einen Rekordwert ein – die höchste Zahl seit zehn Jahren. Das geht aus WCB-Zahlen hervor, die der kanadische Sender CBC News angefragt hat. Gewerkschaften erklären, die Zahlen zeichneten kein vollständiges Bild.

Was zeigen die Zahlen?

Die Zahl der Gewaltansprüche von Pflegekräften stieg von 672 im Jahr 2016 auf 1.108 im Jahr 2025 – ein Anstieg von 65 Prozent in neun Jahren. Seit 2022 liegt die jährliche Zahl der Ansprüche durchgehend über 1.000. Die Zahlen stiegen Jahr für Jahr, mit einem leichten Rückgang in den ersten beiden Pandemiejahren (2020-2021), bevor sich der Aufwärtstrend fortsetzte. Ein Sprecher der Provinz wies darauf hin, dass der Gesundheitssektor seit 2019 um 36 Prozent gewachsen sei, nannte jedoch keine Zahl zu Ansprüchen pro Beschäftigtem, sodass unklar bleibt, ob auch das Risiko pro Mitarbeiter gestiegen ist.

Wie reagieren Krankenhäuser und Gewerkschaften?

Leanne Alfaro, Vorsitzende der Health Sciences Association of Alberta, sagte, die WCB-Zahlen erfassten nur akzeptierte, gemeldete Ansprüche, und „die Gesetzgebung müsste strenger sein, um einen sicheren Arbeitsplatz zu gewährleisten und Arbeitgeber dafür zur Verantwortung zu ziehen“. Sandra Azocar, Vorsitzende der Alberta Union of Provincial Employees, führt den Anstieg auf Personalmangel, längere Wartezeiten und eine wachsende Zahl von Patienten mit Obdachlosigkeit und psychischen Problemen zurück, die sich in Krankenhäusern vorstellen. Das Royal Alexandra Hospital in Edmonton führte im Mai 2026 Waffenkontrollen ein, nach einem Messerangriff in der Notaufnahme im April 2026. Das University of Alberta Hospital folgte im September 2026. Am Royal Alexandra Hospital stieg die Zahl der aufgefundenen verbotenen Gegenstände nach Einführung der Kontrollen von durchschnittlich 120 bis 140 pro Monat auf 359 pro Monat. Nach dem Occupational Health and Safety Act von Alberta sind Arbeitgeber verpflichtet, Gewalt als Arbeitsrisiko zu behandeln, Risikobewertungen durchzuführen, einen Präventionsplan gegen Gewalt zu pflegen und jeden Vorfall zu untersuchen.

Kontext

Der Trend in Alberta steht nicht für sich allein: Die State of Nursing Survey 2026 von Nurse.org, für die 2.090 Pflegekräfte in den USA befragt wurden, ergab, dass 27 Prozent in den zwölf Monaten vor der Befragung körperlich am Arbeitsplatz angegriffen wurden und 52 Prozent mit verbalen Drohungen oder aggressiver Sprache konfrontiert waren. Von den Pflegekräften, die einen Vorfall erlebten, meldete nur 54 Prozent dies offiziell, und in 40 Prozent dieser Fälle folgte keine Reaktion des Arbeitgebers. Die US-Arbeitsschutzbehörde OSHA bezeichnet Gewalt gegen Pflegepersonal als anerkanntes und vermutlich unterdurchschnittlich gemeldetes Risiko und empfiehlt Arbeitgebern eine Null-Toleranz-Politik, systematische Risikobewertungen und ein ausgearbeitetes Präventionsprogramm.

Für HSE-Fachleute weltweit unterstreichen die Zahlen aus Alberta ein Muster, das auch andernorts im Gesundheitssektor sichtbar ist: Unterrapportierung, steigende Arbeitsbelastung und eine wachsende Zahl von Patienten mit komplexen sozialen und psychischen Problemen setzen Präventionspläne und Meldestrukturen unter Druck, unabhängig davon, in welchem Land eine Einrichtung tätig ist.

Quelle: Alberta health-care workers‘ violence claims hit 10-year high: WCB, 29. September 2026

Zusätzlich recherchiert: Nurse.org State of Nursing Survey 2026, OSHA – Healthcare Workplace Violence

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