Mehr als vier Jahre nach dem tödlichen Unfall hat der Coroner von Ontario, Kanada, eine verpflichtende Untersuchung (Inquest) zum Ertrinkungstod eines 48-jährigen Bohrmeisters auf einem Minengelände in Matheson, Ontario, Kanada, angeordnet.
Was ist passiert?
Am 9. Februar 2022 ertrank ein sehr erfahrener Bohrmeister (mehr als 30 Jahre Berufserfahrung), beschäftigt beim Bohrunternehmen Major Drilling, auf der Taylor Mine von Kirkland Lake Gold in der Nähe von Matheson, Ontario, Kanada. Die Mine befand sich zu diesem Zeitpunkt im Instandhaltungsbetrieb (care and maintenance) und war nicht in Produktion. Das Opfer bediente ein Kettenfahrzeug, das durch das Eis brach und in einen überfluteten Sumpfbereich (Absetzbecken) stürzte. Die Öffnung im Eis war etwa 2,5 Meter im Quadrat groß. Ein Biberdamm hatte das Becken zum Überlaufen gebracht, wodurch der Schutzzaun, der normalerweise vor der Gefahr warnen sollte, dem Blick entzogen war.
Ergebnisse
Infolge des Unfalls bekannte sich Kirkland Lake Gold (später mit Agnico Eagle Mines fusioniert) schuldig, keinen ordnungsgemäßen Zaun oder keine Absperrung rund um den Sumpfbereich sichergestellt zu haben. Das Unternehmen wurde zu einer Geldstrafe von 390.000 kanadischen Dollar sowie einem verpflichtenden Opferzuschlag verurteilt. Dieses Gerichtsverfahren liegt inzwischen einige Jahre zurück. Neu ist, dass das Amt des Chief Coroner von Ontario nun, mehr als vier Jahre nach dem Unfall, einen Inquest angeordnet hat. Nach dem Coroners Act von Ontario ist eine solche Untersuchung bei jedem tödlichen Unfall in einer Mine, einem Steinbruch oder einer Grube verpflichtend. Der Inquest wird von Dr. Laura Piccinin, Regional Supervising Coroner für die Region Sudbury, geleitet. Ein Termin für die Anhörung steht noch nicht fest. Die Untersuchung wird sich unabhängig vom vorherigen Strafverfahren mit dem genauen Hergang und den Umständen befassen, die zu dem Unfall geführt haben.
Empfehlungen
Da der Inquest noch nicht stattgefunden hat, wurden bislang keine Empfehlungen bekannt gegeben. Bei einem Coroner’s Inquest in Ontario ist es üblich, dass eine Jury am Ende der Anhörung Empfehlungen ausspricht, die auf die Vermeidung ähnlicher Unfälle im Bergbausektor abzielen. Sobald ein Termin feststeht und die Anhörung stattgefunden hat, können diese Empfehlungen veröffentlicht werden. EHS News wird berichten, sobald es neue Entwicklungen gibt.
Kontext
In Ontario, Kanada, ist ein Coroner’s Inquest gesetzlich vorgeschrieben bei jedem tödlichen Unfall in einer Mine, einem Steinbruch oder einer Grube, unabhängig davon, ob bereits ein Strafverfahren stattgefunden hat. Diese Verpflichtung ist im Coroners Act (RSO 1990, c C.37) festgelegt und soll unabhängig von etwaigen Geldstrafen oder Vergleichen die genauen Umstände tödlicher Bergbauunfälle untersuchen und Lehren für die Branche ziehen. Ähnliche Untersuchungen wurden bereits zu anderen tödlichen Bergbauunfällen in Nord-Ontario durchgeführt.
Quelle: Coroner’s inquest ordered into 2022 drowning death of driller at northern Ontario mine site, 23. September 2026

