Das West-Nil-Virus, das zwischen Vögeln und Mücken zirkuliert — insbesondere der Hausmücke (Culex), die natürlich in Belgien vorkommt —, kann über Mückenstiche auch Menschen infizieren. Direkter Kontakt mit einer infizierten Kollegin oder einem infizierten Kollegen stellt kein Risiko dar: Eine Übertragung erfordert einen Mückenstich. Rund 80 % der Infizierten bleiben symptomlos; wer Symptome entwickelt, kann Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Erschöpfung erleben. Schwere neurologische Komplikationen wie Enzephalitis sind selten und betreffen vor allem ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Ein Impfstoff für Menschen existiert derzeit nicht.
Biologischer Arbeitsstoff nach dem Wohlbefindensgesetz, vier Präventionsebenen
Das West-Nil-Virus wird nach dem belgischen Gesetz über das Wohlbefinden bei der Arbeit als „biologischer Arbeitsstoff“ der Risikogruppe 3 eingestuft (kann schwere Erkrankungen verursachen), was Arbeitgeber verpflichtet, die Exposition der Beschäftigten zu bewerten und geeignete Kontrollmaßnahmen umzusetzen. Zu den potenziell stärker exponierten Berufsgruppen zählen Militärpersonal in Endemiegebieten, Landwirte, Forstarbeiter, Tierärzte und Laborpersonal — das tatsächliche Risiko hängt jedoch von den Arbeitsbedingungen und nicht allein von der Berufsbezeichnung ab. Arbeitgebern wird ein mehrstufiger Ansatz empfohlen: Quellenkontrolle (Beseitigung von stehendem Wasser und Brutstätten der Mücken), technische Maßnahmen (Fliegengitter und Abdichtung von Gebäudeöffnungen), organisatorische Maßnahmen (Planung von Außenarbeiten außerhalb der Hauptaktivitätszeiten der Mücken) und persönlicher Schutz (Schutzkleidung und zugelassene Insektenschutzmittel). Eine angemessene Gesundheitsüberwachung erfordert die Zusammenarbeit zwischen dem Dienst für Prävention und Schutz am Arbeitsplatz und dem Betriebsarzt, wenn eine Risikobewertung eine tatsächliche Exposition ergibt.
Für EHS-Fachleute weltweit veranschaulicht dieses Beispiel, wie der Klimawandel und die Ausbreitung von Krankheitsüberträgern zunehmend neue biologische Risiken am Arbeitsplatz mit sich bringen, auch außerhalb traditionell endemischer Gebiete.
Quelle: Westnijlvirus in België: wat betekent dit voor de werkvloer?, 18. September 2026

