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Versagende Lithium-Ionen-Batterien: das am schnellsten wachsende Sicherheitsrisiko am Arbeitsplatz

Groot magazijn met opslagrekken
SymbolbildFoto: Alberto Rodríguez / Unsplash

Versagende Lithium-Ionen-Batterien zählen laut dem US-Fachmagazin ISHN zu den am schnellsten wachsenden Sicherheitsrisiken am Arbeitsplatz. Kern des Problems ist der sogenannte „Thermal Runaway“: eine sich selbst verstärkende chemische Kettenreaktion, bei der die interne Wärmeentwicklung in einer Batteriezelle die Kühlkapazität des Systems übersteigt. Dies kann zu Bränden, Explosionen und der Freisetzung giftiger Gase führen.

Von der Zelle zum Batteriepack: Wo es schiefgeht

Dem Artikel zufolge entstehen die Risiken auf mehreren Ebenen. Auf Zellebene spielen interne Kurzschlüsse, beschädigte Separatoren, Überladung, Lithium-Plating (die Ablagerung von metallischem Lithium auf der Elektrode) und Dendritenbildung eine Rolle. Auf Modul- und Packebene kommen weitere Risiken hinzu, etwa lose elektrische Verbindungen, überhitzte Sammelschienen (Busbars), Erdschlüsse und Wassereintritt. Tritt ein Thermal Runaway ein, werden gefährliche Gase freigesetzt, darunter Wasserstoff, Kohlenmonoxid, Fluorwasserstoff, Methan und Propylen. Diese Gasgemische erhöhen sowohl die Explosionsgefahr als auch das Risiko einer toxischen Exposition für Beschäftigte und Einsatzkräfte.

Laut ISHN betrifft dieses Risiko ganz unterschiedliche Arbeitsumgebungen: großtechnische Batterie-Energiespeichersysteme (BESS) bei Energieversorgern und gewerblichen Betreibern, Rechenzentren, Lager- und Logistikzentren, gewerbliche Fuhrparks mit Elektrofahrzeugen, Fertigungs- und Recyclingbetriebe für Batterien sowie Anlagen in der Öl- und Gasindustrie.

Strukturierte Risikoanalyse und Normen

Zur Beherrschung dieser Risiken verweist der Artikel auf zwei gängige Methoden der Sicherheitstechnik. Die FMEA (Failure Modes and Effects Analysis, Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse) ist ein Bottom-up-Ansatz, bei dem Fehlerarten hinsichtlich Schwere, Eintrittswahrscheinlichkeit und Entdeckbarkeit bewertet werden, um Prioritäten zu setzen. Die FTA (Fault Tree Analysis, Fehlerbaumanalyse) arbeitet dagegen Top-down und bildet ab, wie eine Kombination von Teilausfällen zu einem katastrophalen Ereignis führen kann. Für Batteriesysteme gelten zudem spezifische Normen, darunter NFPA 855, UL 9540A, SAE J1739 und IEC 62619, die unter anderem Anforderungen an Lagerung, Prüfung und Risikobewertung von Batteriesystemen stellen.

Wissensdefizit beim Personal

Ein zentraler Engpass ist laut ISHN der Mangel an geschultem Personal: Vielen Unternehmen und Rettungsdiensten fehlt das spezifische Fachwissen, um diese relativ neuen Risiken zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Dies hat das US-Energieministerium dazu veranlasst, über gezielte Fördermittel Programme für spezialisierte Sicherheitszertifizierungen und Einsatzprotokolle bei Vorfällen mit Lithium-Ionen-Batterien zu entwickeln.

Für EHS-Fachleute ist dies relevant, da Lithium-Ionen-Batterien am Arbeitsplatz immer häufiger vorkommen: in Ladestationen für elektrisches Gerät, in Lagern mit gelagerten Akkupacks und in stationären Energiespeichersystemen. Sachgerechte Lagerung, Ladeverfahren, Belüftung und eine durchdachte Risikoanalyse (FMEA/FTA) sind unerlässlich, um Thermal Runaway zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen, und um Einsatzkräfte auf die spezifischen Gefahren von Batteriebränden vorzubereiten, etwa Rückzündung und giftige Rauchgase.

Quelle: Failing Lithium-Ion Batteries are Today’s Fastest-Growing Safety Challenge, 14. September 2026

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