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Spanien benennt Vorrangbranchen für die Unfallprävention

Notizbuch und Dokumente auf einem Schreibtisch
SymbolbildFoto: Corina Rainer / Unsplash

Das in Madrid ansässige spanische Nationale Institut für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz (INSST) hat am 8. Oktober 2026 den Bericht „Actividades prioritarias en función de la siniestralidad. Datos 2025″ (Vorrangige Tätigkeiten nach Unfallhäufigkeit, Daten 2025) veröffentlicht. Das Dokument benennt Wirtschaftstätigkeiten, bei denen Präventionsmaßnahmen Vorrang haben sollten, basierend darauf, in welchem Umfang sie zu Arbeitsunfällen beitragen.

Methodik: zwei Kennzahlen je Branche

Das INSST ordnet Tätigkeiten auf der zweistelligen Ebene der spanischen Wirtschaftszweigklassifikation CNAE (Clasificación Nacional de Actividades Económicas, Spaniens nationale Klassifikation der Wirtschaftszweige) anhand zweier Kennzahlen ein: der Häufigkeit von Arbeitsunfällen mit Ausfallzeit während der Arbeit, ausgedrückt als Anzahl der Unfälle je 100.000 Beschäftigte, sowie der Zahl der in dieser Tätigkeit gegen Arbeitsunfälle versicherten Beschäftigten. Ein Unfall wird der Tätigkeit des Unternehmens zugerechnet, bei dem die betroffene Person versichert ist.

Auf dieser Grundlage werden die Tätigkeiten in Quartilsmatrizen für drei Variablen eingeteilt: die Gesamtzahl der Unfälle, die Zahl der schweren und tödlichen Unfälle sowie den Umfang der versicherten Erwerbsbevölkerung. Tätigkeiten, die in diesen Matrizen sowohl bei der Unfallhäufigkeit als auch bei der Beschäftigtenzahl hoch liegen, werden als vorrangig für die Prävention eingestuft. Die Daten werden zudem nach Geschlecht aufgeschlüsselt.

Bau, Landwirtschaft und Transport bei schweren Unfällen führend

Laut der Zusammenfassung, die das INSST zur Ausgabe 2025 veröffentlichte, zählen bei allen Unfällen mit Ausfallzeit unter anderem die Lebensmittelindustrie, der Hochbau, spezialisierte Bauarbeiten und die Pflege in stationären Einrichtungen zu den vorrangigen Tätigkeiten. Bei schweren und tödlichen Unfällen handelt es sich unter anderem um Landwirtschaft, Tierhaltung und Jagd samt zugehörigen Dienstleistungen, den Hochbau, spezialisierte Bauarbeiten sowie den Land- und Rohrleitungstransport.

Dieses Bild deckt sich mit der vorherigen Ausgabe. Bei der Vorstellung der Daten für 2024, im August 2025, nannte das INSST bereits Bau, Transport sowie Landwirtschaft, Tierhaltung und Jagd als die Wirtschaftstätigkeiten mit dem höchsten Risiko schwerer und tödlicher Arbeitsunfälle. Der Bericht ist Teil einer langjährigen Reihe: Auf der Dokumentenseite des INSST stehen Ausgaben mit Daten seit 2007 zur Verfügung. Durch die laufende Aktualisierung der Rangfolge kann sich die Prävention auf die Tätigkeiten konzentrieren, bei denen die aktuellsten Zahlen die größten Risiken zeigen.

Kontext

Die Nutzung branchenbezogener Unfallzahlen zur Steuerung von Prävention und Aufsicht ist auch außerhalb Spaniens üblich, unter anderem auf EU-Ebene. Laut Eurostat kamen in der Europäischen Union 2024 insgesamt 3.367 Menschen bei tödlichen Arbeitsunfällen um, 45 mehr als im Jahr zuvor, während die Zahl der nicht tödlichen Unfälle mit mindestens vier Tagen Ausfallzeit um 1,5 Prozent auf 2,78 Millionen sank. Auf 100.000 Erwerbstätige kamen 1,65 Todesfälle; dieser Wert liegt seit 2016 unter 2. Sowohl die EU-weiten Zahlen als auch die spanischen Branchendaten zeigen, dass Unfallrisiken stark zwischen den Wirtschaftszweigen variieren und dass gezielte Prävention in den risikoreichsten Branchen die größte Wirkung erzielen kann.

Quelle: Actividades prioritarias en función de la siniestralidad. Datos 2025, 8. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: INSST, Píldora informativa: Actividades prioritarias en función de la siniestralidad. Datos 2025; INSST, Pressemitteilung zu Datos 2024 (28. August 2025); Eurostat, Accidents at work statistics (Daten 2024)

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