Eine von der französischen Gewerkschaft CGT unter 11.315 Arbeitnehmern durchgeführte Umfrage bringt gravierende Mängel beim Schutz des Personals während Hitzewellen ans Licht. Nur 41 Prozent der Befragten gaben an, sich während Perioden extremer Hitze durch ihren Arbeitgeber geschützt gefühlt zu haben.
Der Online-Fragebogen, der vom 4. Juli bis 31. August lief, lieferte auffällige Zahlen. Laut CGT berichteten 84 Prozent der Teilnehmer von erheblicher Müdigkeit während Hitzewellen. Darüber hinaus empfanden 85,6 Prozent die Hitze als belastend bis unerträglich, und 67 Prozent hatten Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren.
Besonders besorgniserregend ist, dass 80,3 Prozent angaben, von ihnen sei erwartet worden, während extremer Hitze „einfach weiterzuarbeiten“, während 79 Prozent in der Praxis ihr Arbeitstempo verringern mussten. Zwei Drittel der Arbeitnehmer arbeiteten in einem Raum ohne Klimaanlage, und nur 37 Prozent hatten Zugang zu kaltem Wasser am Arbeitsplatz.
Die präventiven Maßnahmen, die ergriffen wurden, waren begrenzt. Vier von zehn Befragten gaben an, dass keinerlei arbeitsorganisatorische Maßnahme ergriffen worden sei, und 20,4 Prozent erhielten überhaupt keine Schutzmaßnahmen. Einige Arbeitnehmer brachten sogar ihre eigenen Ventilatoren mit ins Büro.
Die Risiken wurden von Arbeitnehmern als real empfunden: 46 Prozent hielten einen Unfall für möglich, und 10 Prozent waren tatsächlich Zeuge eines Vorfalls. Etwa die Hälfte der Befragten war der Meinung, dass das Arbeitstempo hätte verlangsamt werden müssen, während 36,6 Prozent fanden, dass die Arbeit gänzlich hätte eingestellt werden müssen.
Die Umfrage, an der vorwiegend Arbeitnehmer aus dem öffentlichen Sektor teilnahmen (55 Prozent), unterstreicht laut CGT die Dringlichkeit besserer Rechtsvorschriften. Die Gewerkschaft plädiert für konkrete Temperaturgrenzwerte, Hitzefrei vergleichbar mit dem bestehenden Schlechtwetter-Ausfall im Bauwesen und strengere Sanktionen für Arbeitgeber, die Prävention vernachlässigen.
Für HSE-Fachkräfte unterstreichen diese Erkenntnisse die Bedeutung proaktiver Hitzeschutzpläne, einschließlich konkreter Maßnahmen wie Anpassung der Arbeitszeiten, Bereitstellung von Kühlwasser, Klimatisierung und klarer Verfahren für die Arbeitseinstellung bei extremen Temperaturen.
Quelle: Grandes chaleurs : 4 salariés sur 10 estiment avoir été protégés par leur employeur selon l’enquête de la CGT, 2026-09-04T14:58:48.000Z, https://actuel-hse.fr/content/grandes-chaleurs-une-minorite-de-salaries-estiment-avoir-ete-protege-par-leur-employeur-1
Zusätzliche Quelle: CGT, Canicule : les résultats de l’enquête CGT, https://www.cgt.fr/actualites/france/sante-et-securite-au-travail/canicule-les-resultats-de-lenquete-cgt
Korrektur (26. September 2026): In einer früheren Version hieß es, 96 Prozent hätten mehr Müdigkeit als normal gemeldet, 40 Prozent hätten Kopfschmerzen gehabt und bei 41 Prozent seien die Arbeitszeiten angepasst worden. Laut CGT berichten 84 Prozent von erheblicher Müdigkeit; Zahlen zu Kopfschmerzen oder angepassten Arbeitszeiten werden nicht genannt, und vier von zehn Befragten gaben an, dass keine arbeitsorganisatorische Maßnahme ergriffen wurde.

