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Nachtarbeit und Schlafmangel mit Long Covid verknüpft

Leerer Krankenhausflur bei Nacht mit gedämpftem Licht und Blick auf ein Fenster
SymbolbildFoto: Cereza / Unsplash

Nachtarbeit und chronischer Schlafmangel gehen mit einem deutlich erhöhten Risiko für Long Covid einher. Das zeigt eine Studie, über die die deutsche Fachzeitschrift Haufe Arbeitsschutz berichtet. Forschende untersuchten, wie Störungen der inneren Uhr — der sogenannte zirkadiane Rhythmus — mit anhaltenden Beschwerden nach einer Coronavirus-Infektion zusammenhängen. Die Erkenntnisse betreffen ein weltweit relevantes Thema: Millionen Beschäftigte in Gesundheitswesen, Industrie, Transport und Gastgewerbe arbeiten dauerhaft in Nachtschichten.

Was zeigt die Studie?

Die Forschenden begleiteten Personen, die zwischen 2021 und 2023 mit SARS-CoV-2 infiziert waren. Long Covid wurde dabei definiert als Beschwerden, die länger als drei Monate nach der Infektion anhielten. Von den knapp zweitausend Teilnehmenden entwickelte ein erheblicher Teil solche anhaltenden Symptome.

Nachtarbeit allein ging bereits mit einem um 88 Prozent höheren Risiko für Long Covid einher als Tagarbeit. Chronische Schlaflosigkeit — unabhängig von Schichtarbeit — war mit einem um 42 Prozent höheren Risiko verbunden. Beschäftigte, die sowohl nachts arbeiteten als auch unter anhaltenden Schlafproblemen litten, hatten ein fast 2,7-fach höheres Risiko. Bei mindestens drei Nachtschichten pro Monat lag das Risiko etwas mehr als doppelt so hoch wie bei Tagarbeitenden.

Was bedeutet das für Arbeitgeber?

Nachtarbeit ging in der Studie nicht mit einem höheren Ansteckungsrisiko einher. Laut den Forschenden deutet das Muster daher eher auf eine langsamere oder weniger vollständige Genesung nach einer Infektion hin: Ein gestörter zirkadianer Rhythmus scheint vor allem zu beeinflussen, wie gut sich der Körper erholt und ob Beschwerden chronisch werden — nicht die Anfälligkeit für eine Ansteckung selbst. Für Arbeitgeber in Branchen mit viel Schichtarbeit — von Krankenhäusern bis zu Logistikzentren — ist dies ein Signal, der Schlafqualität und der Dienstplangestaltung Aufmerksamkeit zu schenken: vorhersehbare Dienste, ausreichend Erholungszeit zwischen Nachtschichten und ein niedrigschwelliger Zugang zu Schlafberatung können dazu beitragen, Ausfälle zu verringern. Die Forschenden selbst betonen, dass gesunder Schlaf und eine Begrenzung der Nachtschichtbelastung möglicherweise wirksame Strategien sind, um die Folgen von Long Covid zu verringern.

Kontext

Die Berichterstattung bezieht sich auf eine im Fachjournal Scandinavian Journal of Work, Environment & Health veröffentlichte Studie von Forschenden der Medical University of Vienna (Österreich) und des Barcelona-Instituts ISGlobal. Sie analysierten Daten von 1.899 Teilnehmenden der spanischen COVICAT-Kohorte (2021-2023); gut 280 von ihnen (etwa 15 Prozent) entwickelten Long Covid, vor allem mit neurologischen Beschwerden (54 Prozent der Fälle), gefolgt von muskulären und respiratorischen Symptomen. Die Forschenden weisen selbst darauf hin, dass die gefundenen Zusammenhänge — insbesondere bei kleineren Untergruppen wie Menschen mit Adipositas — vorsichtig interpretiert werden müssen: Es handelt sich um eine Beobachtungs-Kohortenstudie, die einen statistischen Zusammenhang zeigt, keinen belegten ursächlichen Mechanismus.

Quelle: Wie Schichtarbeit und Schlafmangel das Long-Covid-Risiko erhöhen, 2. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: die zugrunde liegende Studie im Scandinavian Journal of Work, Environment & Health (COVICAT-Kohortenstudie, Medical University of Vienna / ISGlobal) sowie Berichterstattung von CIDRAP (University of Minnesota) über dieselbe Untersuchung.

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