Eine aktualisierte Studie des italienischen Unfallversicherers INAIL zeigt, dass Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten Italien 2023 insgesamt 49,2 Milliarden Euro gekostet haben, was 2,31 % des Bruttoinlandsprodukts entspricht.
Kostenaufteilung und Wirkung von vierzehn Jahren Präventionspolitik
Der Gesamtbetrag setzt sich aus drei Komponenten zusammen: rund 12,5 Milliarden Euro Versicherungskosten, mehr als 23 Milliarden Euro Präventionskosten und rund 13,4 Milliarden Euro nicht versicherte Folgekosten. Im Durchschnitt kostet ein einzelner Arbeitsunfall rund 33.000 Euro, eine Berufskrankheit im Schnitt mehr als 61.000 Euro pro Fall. Ein Vergleich über den Zeitraum 2009-2023 zeigt die spürbare Wirkung der Präventionspolitik: Die Zahl der anerkannten Arbeitsunfälle sank in diesen vierzehn Jahren um 37 %, was zu einer geschätzten Gesamtkostenersparnis von rund 13,9 Milliarden Euro führte. Die Studie betont, dass Investitionen in Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz „eine moralische Pflicht, aber auch eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung“ für Unternehmen und das Land insgesamt darstellen – die Präventionsausgaben bilden die größte Kostenkomponente, was laut INAIL ein wachsendes institutionelles und unternehmerisches Engagement für Arbeitssicherheit widerspiegelt.
Für EHS-Fachleute weltweit liefert der italienische Fall ein konkretes, zahlenbasiertes Argument, um Präventionsinvestitionen gegenüber der Unternehmensleitung zu rechtfertigen: Die Studie verknüpft Sicherheitspolitik direkt mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und der Tragfähigkeit des Sozialversicherungssystems – eine Argumentation, die ebenso in anderen Rechtsordnungen gilt.
Quelle: Il costo dei danni da lavoro per l’azienda Italia, 18. September 2026

