Die belgische Herstellerverantwortungsorganisation Febelauto, zuständig für die Verwertung von Altfahrzeugen und deren Batterien, hat neue Leitlinien, einen Entscheidungsbaum und Poster für alle veröffentlicht, die mit Batterien aus Elektro- und Hybridfahrzeugen arbeiten, wie Prebes am 16. September 2026 berichtete.
Kritische Batterien erkennen
Die Leitlinien richten sich an Verkäufer, Lagerbetriebe, Diagnosezentren, Demontagebetriebe, Transporteure und Verwerter in Belgien. Zentrales Element ist ein Entscheidungsbaum, mit dem beurteilt wird, ob eine Batterie „kritisch“ ist und damit eine besondere Behandlung erfordert. Zu den Anzeichen für eine kritische Batterie zählen sichtbare Schäden (Verformungen, Undichtigkeiten, Brandspuren), ungewöhnliche Wärmeentwicklung, Rauch, Geruch oder Zischgeräusche, eine Batterie, die an einem Unfall oder Brand beteiligt war, oder eine unbekannte Vorgeschichte mit Fehlercodes. Sobald eine Batterie aus dem Fahrzeug entfernt wurde, gilt sie als gefährlicher Abfall.
Neue gesetzliche Pflichten
Anerkannte Zentren müssen spezifische Normen für Lagerung, Behandlung und Transport von Batterien erfüllen, mit einem separaten, strengeren Regelwerk für Zentren, die auch Batterien aus Hybrid- und Elektrofahrzeugen verarbeiten. Die EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 schreibt zudem eine Kennzeichnung vor: Artikel 74 verlangt, dass Verkaufs- und Reparaturstellen Poster aushängen, die Kund:innen und Beschäftigte über den sicheren Umgang mit Batterien informieren. Ab dem 18. Februar 2027 wird zudem ein Batteriepass für Industrie- und Elektrofahrzeugbatterien über 2 kWh verpflichtend.
Die Leitlinien sind für EHS-Fachleute weltweit relevant, da praktisch jedes Land mit einer wachsenden Zahl an Elektrofahrzeugen vor ähnlichen Fragen zur Lager- und Transportsicherheit beschädigter oder ausgedienter Batterien steht.
Quelle: Hoe kan je batterijen van geëlektrificeerde voertuigen veilig behandelen en opslaan?, 16. September 2026

