Beim Bau der Tren México-Querétaro, einer neuen Eisenbahnlinie in Mexiko, ist am 17. Oktober 2026 ein Fahrzeug mit Bauarbeitern in eine Baugrube gestürzt. Laut dem mexikanischen Sozialversicherungsinstitut IMSS, zitiert von El Universal, kamen dabei zwei Arbeiter ums Leben und mehr als zwanzig weitere wurden verletzt. Die Ursache des Unfalls ist noch nicht geklärt.
Sturz in eine tiefe Baugrube
Der Unfall ereignete sich in der Nähe der Ortschaft Agua Azul, in der Gemeinde El Marqués, im mexikanischen Bundesstaat Querétaro, rund 200 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt. El Marqués ist eine der Gemeinden, in denen die neue Bahnstrecke zwischen der Hauptstadt und der Stadt Querétaro errichtet wird. Ersten Berichten zufolge fuhr ein Fahrzeug mit Bauarbeitern in einen etwa acht Meter tiefen Graben, der für das Bahnprojekt ausgehoben worden war. Der genaue Ablauf ist noch unklar.
Das IMSS aktivierte nach dem Unfall seine Notfallprotokolle. Laut vorläufigen Übersichten wurden insgesamt mehr als zwanzig Verletzte in Krankenhäuser in El Marqués, Pedro Escobedo und San Juan del Río gebracht, darunter mindestens eine Person in kritischem Zustand. Zwei Arbeiter überlebten den Unfall nicht; einer von ihnen starb trotz Wiederbelebungsversuchen. Eine frühere Meldung vom selben Tag sprach noch von einem Todesopfer; spätere Berichte, die sich auf das IMSS berufen, nennen zwei. Namen oder Wohnorte der Opfer wurden nicht bekannt gegeben. Die Rettungsdienste sperrten das Gebiet ab.
Ursache noch nicht geklärt
Die Behörden haben bislang keine offizielle Erklärung zur Unfallursache abgegeben. Laut mexikanischen Medien ist noch nicht geklärt, wie das Fahrzeug in die Baugrube geriet. Auch wurde nicht bekannt gegeben, welches Bauunternehmen für das Fahrzeug oder den Arbeitsbereich verantwortlich war. Weder die Gemeinde El Marqués noch die Bundesregierung hatten zum Zeitpunkt der ersten Berichterstattung eine offizielle Stellungnahme abgegeben. Auch über mögliche Verantwortlichkeiten ist bislang nichts bekannt. Schlussfolgerungen zur Ursache lassen sich derzeit daher nicht ziehen.
Kontext
Einer vergleichenden Studie zu Todesfällen im Bauwesen zufolge steht Mexiko weltweit an dritter Stelle bei Arbeitsunfällen, nach China und Südkorea. Laut Zahlen der Secretaría del Trabajo y Previsión Social (STPS) und des IMSS wurden 2023 in Mexiko 290.527 Arbeitsunfälle registriert, mit 340 Todesopfern. Das IMSS registrierte für 2024 separat 44.474 Arbeitsunfälle im Bausektor, womit der Bau an vierter Stelle der Branchen mit den meisten Unfällen steht. Grabarbeiten, Arbeiten in der Höhe sowie Hebe- und Ladearbeiten werden dabei als risikoreiche Tätigkeiten genannt. Große Infrastrukturprojekte wie die Tren México-Querétaro kombinieren in der Regel mehrere dieser Risiken, etwa schwere Fahrzeugbewegungen an offenen Baugruben. Internationale Richtlinien für sicheres Arbeiten rund um Baugruben schreiben in der Regel physische Absperrungen, deutliche Markierungen und angepasste Fahrzeugrouten vor, ebenso wie Beschränkungen für die Nähe von Verkehr zum Rand einer Baugrube. Ob und wie solche Maßnahmen bei diesem Projekt angewendet wurden, ist nicht bekannt.
Quelle: Dos trabajadores fallecen y 20 heridos tras caída de camión en Querétaro, 17-10-2026 (El Congresista, basierend auf El Universal)
Zusätzlich recherchiert: adn40.mx, „Accidente en obras del Tren México-Querétaro deja 1 muerto y más de 20 heridos“ (17-10-2026); Prevencionar México, „Accidente de trabajadores en las obras del Tren México-Querétaro“ (Seite nicht direkt überprüfbar)

