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Spanien wirbt für geeignete Handschuhe für Friseure

Durchsichtige Schutzhandschuhe auf dunklem Untergrund
SymbolbildFoto: Anna Evans / Unsplash

Das spanische Nationale Institut für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz (INSST) hat am 22. Oktober 2026 ein Informationsblatt über Schutzhandschuhe für Friseure veröffentlicht. Mit dem Informationsblatt möchte das Institut Friseure stärker für die Bedeutung geeigneter Handschuhe sensibilisieren und deren Gebrauch fördern. Laut INSST handelt es sich um eine Branche, die häufig von Hautproblemen betroffen ist. Zugleich lenkt das Informationsblatt die Aufmerksamkeit auf die kürzliche Veröffentlichung einer spezifischen Norm für diese Art persönlicher Schutzausrüstung (PSA).

Eine Branche mit erhöhtem Risiko für Hautbeschwerden

Das INSST untermauert seine Einschätzung in der Mitteilung nicht mit Zahlen. In der Arbeitsmedizin ist jedoch allgemein bekannt, warum Friseure, in Spanien wie andernorts, gefährdet sind. Sie arbeiten täglich mit Wasser, Shampoo, Haarfärbemitteln und Dauerwellenflüssigkeiten, wodurch ihre Hände über lange Zeit Feuchtigkeit und chemischen Stoffen ausgesetzt sind. Diese Kombination gilt international als eine wesentliche Ursache für berufsbedingte Kontaktdermatitis und andere Handekzeme: häufig zunächst als Reizung durch häufiges Waschen und Entfetten der Haut, später mitunter als allergische Reaktion auf Stoffe wie Persulfate in Blondiermitteln oder Farbstoffe in Haarfärbemitteln. Aus der Fachliteratur geht hervor, dass solche Beschwerden regelmäßig bereits während der Ausbildung oder in den ersten Berufsjahren auftreten. Dieser Hintergrund ist eine allgemeine Einordnung und steht nicht in der Mitteilung des INSST.

Norm angekündigt, aber nicht namentlich genannt

Das INSST berichtet von der „kürzlichen Veröffentlichung einer spezifischen Norm“ für diese Art von Schutzausrüstung, nennt in der Mitteilung jedoch weder Namen noch Normnummer. Das Informationsblatt mit dem Titel „Guantes de protección para peluquerías“ (Schutzhandschuhe für Friseursalons) soll den Gebrauch geeigneter Handschuhe in der Friseurbranche fördern. Welche Anforderungen die neue Norm genau stellt, macht die Mitteilung selbst nicht deutlich. Allgemeine Empfehlungen zum Handschutz in dieser Branche raten in der Regel dazu, den Handschuhtyp auf die Tätigkeit abzustimmen, etwa chemikalienbeständige Handschuhe beim Färben oder Blondieren zu verwenden, beschädigte oder undichte Handschuhe sofort zu ersetzen und die Hände nach der Arbeit gründlich zu trocknen und mit einer fetthaltigen Creme zu pflegen.

Kontext

Die spanische Veröffentlichung reiht sich in einen breiteren europäischen Prozess ein. Seit mehr als zehn Jahren arbeiten die europäischen Sozialpartner UNI Europa (Gewerkschaften) und Coiffure EU (Arbeitgeber) mit Unterstützung der Europäischen Kommission an einem Rahmenabkommen zu Gesundheit und Sicherheit in der Friseurbranche. Dieses Abkommen enthält auch Leitlinien für persönliche Schutzausrüstung. Laut UNI Europa sind chemikalienbeständige Handschuhe nach EU-Recht als PSA der Kategorie III anerkannt, der Kategorie für hohe Risiken. Eine spezifische Norm für Friseurhandschuhe wurde auf europäischer (CEN) und internationaler (ISO) Ebene entwickelt; Mitte 2025 wartete sie laut UNI Europa noch auf eine positive Abstimmung. Die spanische Ankündigung könnte darauf hindeuten, dass dieser Prozess inzwischen abgeschlossen ist, doch aus der Mitteilung des INSST geht nicht hervor, ob es sich um eine spanische, europäische oder internationale Norm handelt.

Quelle: Guantes de protección para peluquerías – Año 2026 (INSST, Spanien) und Cutting risks, not corners: hairdressers lead EU health & safety innovation (UNI Europa).

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