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INAIL veröffentlicht regionale Unfallberichte für Italien 2025

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SymbolbildFoto: Markus Spiske / Unsplash

Das nationale italienische Arbeitsunfallversicherungsinstitut INAIL mit Sitz in Rom hat am 21. Oktober 2026 seine jährlichen regionalen und provinziellen Berichte für 2025 online veröffentlicht. Anders als der nationale Jahresbericht, der Italien als Ganzes zusammenfasst, bilden diese Berichte die Arbeitsunfallzahlen nach Region und autonomer Provinz ab — ein detaillierterer Datensatz, der lokale Unterschiede sichtbar macht, die in einer nationalen Gesamtzahl verschwinden.

Unfallquoten nach Region

Die Berichte berechnen für jede Region und autonome Provinz einen Unfallquoten-Index: die Zahl der gemeldeten Arbeitsunfälle, sowohl insgesamt als auch mit Todesfolge, bezogen auf die Zahl der Erwerbstätigen nach Angaben des Statistikamts ISTAT. Unfälle von Studierenden zählen in diesem Index nicht mit. Wie im Vorjahr werden die regionalen Trends für Beschäftigte und für Studierende getrennt beschrieben. Nach Angaben von INAIL ist die Berechnung methodisch konsistent mit den übrigen Veröffentlichungen des Instituts.

Von Förderungen bis zur Wiedereingliederung

Jeder regionale Bericht besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil stellt in Tabellen den Umfang des Versichertenbestands, die Meldungen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie die Ergebnisse von Heilbehandlung, Rehabilitation und beruflicher Wiedereingliederung dar. Zudem enthält er Zahlen zur Versicherungsaufsicht, zu den Bandi-ISI-Fördermitteln für Investitionen in Arbeitssicherheit, zum OT23-Prämiennachlass für Unternehmen, die zusätzlich in Prävention investieren, sowie zu Verifizierungs-, Zulassungs- und Zertifizierungsdienstleistungen. Der zweite Teil beschreibt konkrete Projekte und Veranstaltungen der regionalen und provinziellen INAIL-Büros, mit besonderem Augenmerk auf Prävention und die sozial-berufliche Wiedereingliederung von Menschen mit Behinderung. Damit bieten die Berichte neben einem statistischen Überblick auch Einblick in die Aktivitäten der regionalen Büros.

Kontext

Eurostat-Zahlen für 2024 zeigen, wie Italien international abschneidet: Mit 482 tödlichen Arbeitsunfällen belegte das Land den zehnten Platz in der EU, mit einer Quote von 2,01 pro 100.000 Beschäftigte — unverändert gegenüber 2023, aber rund ein Viertel niedriger als die 2,66 aus dem Jahr 2021. EU-weit starben 2024 3.367 Menschen durch einen Arbeitsunfall (+1,4 % gegenüber 2023), während die Zahl der nicht tödlichen Unfälle um 1,5 % auf rund 2,78 Millionen sank. Das Baugewerbe war EU-weit der gefährlichste Sektor und machte 23 % aller tödlichen Unfälle aus.

Für HSE-Fachleute weltweit veranschaulicht diese Veröffentlichung einen Ansatz, der über Italien hinausreicht: Die Kombination nationaler Unfallstatistiken mit einer regionalen oder sektoralen Aufschlüsselung macht Präventionspolitik gezielter. Ein nationaler Durchschnitt verdeckt oft große Unterschiede zwischen Regionen mit viel Schwerindustrie oder Bauwirtschaft und Regionen mit einem Dienstleistungsprofil sowie zwischen Gebieten mit unterschiedlicher Durchsetzungskapazität. Organisationen, die Sicherheitsbudgets, Inspektionen oder Förderprogramme verteilen, tun gut daran — nach italienischem Vorbild — zu prüfen, ob ihre eigenen nationalen Unfalldaten auf regionaler oder operativer Ebene verfügbar sind, damit Maßnahmen dort ansetzen, wo das Risiko tatsächlich am höchsten ist.

Quelle: Disponibili online i Rapporti annuali regionali e provinciali 2025, 21. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: EUnews, „EU workplace deaths rise, Italy ranks tenth with 482 in 2024“ (25. September 2026, basierend auf Eurostat-Daten)

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