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Italien aktualisiert Katalog zur Asbestexposition

Verwitterte Asbest-Wellplatten auf einem alten Industriegebäude
SymbolbildFoto: Sean Thoman / Unsplash

Der italienische Arbeitsunfallversicherer INAIL hat zusammen mit den italienischen Regionen eine aktualisierte Fassung des „Catalogo delle principali occasioni di esposizione professionale e non professionale ad amianto“ veröffentlicht: ein Nachschlagewerk über die wichtigsten Situationen, in denen Menschen in Italien Asbestfasern ausgesetzt waren, sowohl am Arbeitsplatz als auch außerhalb. Erstellt wurde es von der Forschungsabteilung Dimeila von INAIL zusammen mit dem Netzwerk regionaler operativer Zentren (Cor) des nationalen Mesotheliom-Registers ReNaM (Registro nazionale dei mesoteliomi), das die Häufigkeit von Mesotheliomen in ganz Italien erfasst.

Aktualisierter Katalog und Fragebogen

Der Katalog aktualisiert die Liste der Expositionssituationen und überarbeitet den Fragebogen, mit dem die Cor-Zentren Mesotheliom-Patienten oder deren Angehörige dazu befragen, wie sie Asbest ausgesetzt waren. Diese Rekonstruktion der Expositionsgeschichte ist entscheidend für die epidemiologische Forschung und gezielte Prävention. Italien verbot Asbest 1992, doch wegen der langen Latenzzeit von Mesotheliomen, die manchmal mehrere Jahrzehnte zwischen Exposition und Diagnose beträgt, treten immer noch neue Fälle auf, die auf eine Exposition lange vor dem Verbot zurückgehen.

Mehr Aufmerksamkeit für weniger sichtbare Exposition

Ein wichtiger Grund für die Überarbeitung ist, dass Expositionsquellen, insbesondere bei Frauen, oft weniger offensichtlich sind und sich nicht immer auf traditionelle industrielle Umgebungen wie Fabriken oder Werften zurückführen lassen. Der überarbeitete Fragebogen befasst sich daher neben der Arbeitsgeschichte auch mit der Wohngeschichte, familiären Umständen, dem Lebensumfeld und dem Lebensstil. Laut INAIL wird der Anteil der Mesotheliome, die auf eine Exposition in wenig bekannten Wirtschaftssektoren zurückgeführt werden, voraussichtlich zunehmen. Der Katalog richtet sich an Berater und andere Fachleute, Arbeitgeber, Angehörige der Gesundheitsberufe und Arbeitnehmer und fällt bei INAIL unter die Themen Prävention und Sicherheit sowie Forschung und technologische Innovation.

Kontext

Die nachstehenden Angaben zu Gesundheit und Regulierung stammen nicht aus der INAIL-Mitteilung, sondern aus zusätzlichen Quellen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft alle sechs Hauptformen von Asbest, einschließlich Chrysotil, als für den Menschen krebserregend ein; eine Exposition verursacht unter anderem Mesotheliom sowie Krebs der Lunge, des Kehlkopfs und der Eierstöcke sowie chronische Lungenerkrankungen wie Asbestose. Laut WHO sterben weltweit jährlich mehr als 200.000 Menschen an asbestbedingten Erkrankungen, die durch Exposition am Arbeitsplatz verursacht wurden, berechnet in den gemeinsamen WHO/ILO-Schätzungen für den Zeitraum 2000-2016 (Bezugsjahr 2016). Innerhalb der Europäischen Union wurden die Vorschriften verschärft: Die Richtlinie (EU) 2023/2668 vom 22. November 2023, die die Richtlinie 2009/148/EG über den Schutz der Arbeitnehmer vor Asbest ändert, senkt den Grenzwert für die berufliche Exposition gegenüber Asbestfasern. Für Leser außerhalb Italiens zeigt das italienische Beispiel, dass ein Asbestverbot die gesundheitlichen Folgen nicht sofort beendet: Wegen der langen Latenzzeit bleibt die Rekonstruktion der Exposition, auch außerhalb der traditionellen Industrie, Jahrzehnte später für Forschung und Prävention notwendig.

Quelle: Amianto, un nuovo catalogo delle occasioni di esposizione per rafforzare la prevenzione, 16-10-2026

Zusätzlich recherchiert: Asbestos: elimination of asbestos-related diseases (WHO); Richtlinie (EU) 2023/2668

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