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ESENER-Daten: weniger Mitsprache, mehr Digitalisierung

Leerer Büroraum mit Schreibtischen
SymbolbildFoto: Alesia Kazantceva / Unsplash

Ein aktualisiertes Datenvisualisierungstool der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) zeigt ein zweigeteiltes Bild: Beschäftigte werden seltener in den Umgang mit psychosozialen Risiken einbezogen, während die Digitalisierung zunehmend zum Thema betrieblicher Konsultationen wird. Das Tool stellt drei Ausgaben der European Survey of Enterprises on New and Emerging Risks (ESENER) gegenüber – aus den Jahren 2014, 2019 und 2024.

Weniger Mitsprache bei psychosozialen Risiken

Der Anteil der Arbeitsstätten, an denen Beschäftigte an der Gestaltung von Maßnahmen gegen psychosoziale Risiken beteiligt werden, sank von 61 Prozent im Jahr 2019 auf 55 Prozent im Jahr 2024. Auch die Zahl der Besuche der Arbeitsaufsicht zeigt laut EU-OSHA einen rückläufigen Trend. Gleichzeitig gibt ein Viertel der befragten Organisationen an, psychosoziale Risiken nicht als Problem zu erkennen, und 21 Prozent der Unternehmen, die diese Risiken durchaus wahrnehmen, halten sie für schwerer beherrschbar als andere Arbeitsrisiken. In den nordischen Ländern erleben Unternehmen, die psychosoziale Risiken erkennen, diese häufiger als schwer beherrschbar: in Schweden 38 Prozent und in Dänemark 37 Prozent, gegenüber 21 Prozent im europäischen Durchschnitt.

Digitalisierung rückt stärker in den Fokus

Während die Mitsprache der Beschäftigten bei psychosozialen Risiken zurückgeht, nimmt sie rund um digitale Technologien gerade zu. Der Anteil der Unternehmen, die Beschäftigte zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf Gesundheit und Sicherheit befragen, stieg von 24 Prozent im Jahr 2019 auf 35 Prozent im Jahr 2024 (unter den Unternehmen, die digitale Technologien nutzen). Bei 43 Prozent der Arbeitsstätten berücksichtigen Risikobewertungen inzwischen digitale Technologien, und 42 Prozent der Unternehmen bieten dazu Schulungen an. Als konkrete Risiken nennen Organisationen vor allem eine höhere Arbeitsintensität (34 Prozent), Informationsüberlastung (32 Prozent) und die Verwischung der Grenze zwischen Arbeit und Privatleben (27 Prozent).

Gesetzgebung bleibt wichtigster Treiber

Trotz dieser Verschiebungen bleibt die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften für europäische Arbeitgeber der wichtigste Grund, sich für Arbeitssicherheit einzusetzen, so EU-OSHA. Die Zahlen stammen aus ESENER 2024, für das mehr als 41.000 Betriebe in 30 europäischen Ländern befragt wurden. Das aktualisierte Visualisierungstool ist in 25 Sprachen verfügbar und ermöglicht den Vergleich von Trends über alle drei Ausgaben hinweg.

Kontext

Die sinkende Beteiligung von Beschäftigten bei psychosozialen Risiken ist vor dem Hintergrund internationaler Leitlinien auf diesem Gebiet relevant. ISO 45003:2021, eine internationale Norm zur Steuerung psychosozialer Risiken innerhalb eines Arbeitsschutzmanagementsystems, geht von der Beteiligung der Beschäftigten und, sofern vorhanden, ihrer Vertretungen aus. Die im Juni 2021 veröffentlichte Norm ist auf Organisationen jeder Größe und Branche anwendbar und knüpft an die umfassendere ISO 45001-Systematik für Arbeitssicherheit an.

Quelle: From worker participation to digitalisation: explore ESENER trends over time, 24. September 2026

Zusätzlich recherchiert: Prolonged sitting, psychosocial risks and digitalisation top workplace safety and health concerns, new EU survey reveals, EU-OSHA-Pressemitteilung; ISO 45003:2021 – Psychological health and safety at work, ISO

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