Das spanische Nationale Institut für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (INSST) hat am 17. September 2026 drei neue technische Merkblätter veröffentlicht, Teil der Reihe „Agentes cancerígenos en el trabajo: conocer para prevenir“ (Krebserzeugende Stoffe am Arbeitsplatz: Kennen, um vorzubeugen). Die Merkblätter behandeln Vinylchloridmonomer, Epichlorhydrin und feuerfeste Keramikfasern.
Drei Stoffe, drei Branchen
Vinylchloridmonomer (VCM) ist ein farbloses Gas, das fast ausschließlich bei der PVC-Herstellung verwendet wird. Laut INSST schädigt der Stoff Atemwege, Nervensystem und Leber, mit Krebs als möglicher Folge. Epichlorhydrin, eine reaktive und entzündliche Flüssigkeit mit stechendem, knoblauchartigem Geruch, wird in der Textil-, Kosmetik- und Papierindustrie eingesetzt und kann neben Krebs auch Organschäden, Blutveränderungen und Verbrennungen verursachen. Feuerfeste Keramikfasern, die häufig in Industrieöfen, Kesseln, Fahrzeugteilen und in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt werden, können bei Einatmung Lungenkrebs oder ein Pleuramesotheliom verursachen.
Praktische Prävention im Mittelpunkt
Jedes Merkblatt betont die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen nach der klassischen Hierarchie: Exposition wo möglich vermeiden, andernfalls durch technische und organisatorische Maßnahmen reduzieren und kontrollieren. Die Merkblätter sind über das INSST-Portal frei zugänglich und Teil einer umfassenderen technischen Sammlung zur Unterstützung des Risikomanagements am Arbeitsplatz.
Für EHS-Fachleute weltweit sind solche Praxis-Merkblätter relevant, da Vinylchlorid, Epichlorhydrin und Keramikfasern auch außerhalb Spaniens in zahlreichen industriellen Prozessen eingesetzt werden, häufig unter Grenzwertregelungen, die mit der EU-Gesetzgebung zu krebserzeugenden und mutagenen Stoffen vergleichbar sind.
Quelle: Nuevas fichas de la colección „Agentes cancerígenos en el trabajo: Conocer para prevenir“, 17. September 2026

