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Neue EU-OSHA-Ressourcen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Stethoskop auf einem anatomischen Herzmodell
SymbolbildFoto: Marek Studzinski / Unsplash

Die EU-OSHA, die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz mit Sitz in Bilbao, Spanien, hat eine neue Reihe von Veröffentlichungen zur kardiovaskulären Gesundheit am Arbeitsplatz herausgegeben. Die Dokumente geben einen Überblick über bestehende Vorschriften, Strategien und Initiativen, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und Beschäftigte bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz und beim Verbleib im Arbeitsleben unterstützen sollen.

Warum Herz-Kreislauf-Erkrankungen am Arbeitsplatz?

Laut EU-OSHA sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Europäischen Union für 1,71 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Die Agentur bezeichnet sie außerdem als die zweithäufigste Ursache arbeitsbedingter Todesfälle. Damit zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den schwersten arbeitsbezogenen Gesundheitsrisiken.

Aus diesem Grund möchte die EU-OSHA sichtbarer machen, welche Vorschriften, Strategien und Initiativen in Europa bereits bestehen, um diesen Erkrankungen vorzubeugen. Darüber hinaus möchte die Agentur zeigen, wie Beschäftigte mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung erfolgreich an ihren Arbeitsplatz zurückkehren und im Arbeitsleben bleiben können.

Was umfassen die neuen Materialien?

Kernstück der Publikationsreihe ist ein 70-seitiger Bericht mit dem Titel „Work-related cardiovascular disease prevention: regulations, policies, strategies and initiatives“, begleitet von einer 8-seitigen Zusammenfassung. Außerdem veröffentlicht die EU-OSHA ein 6-seitiges Policy Brief zu Prävention, Rückkehr an den Arbeitsplatz und Beschäftigungserhalt für Arbeitnehmer mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Reihe enthält zudem fünf Praxisbeispiele aus EU-Ländern: Gesundheitschecks für Landwirte, das österreichische Fit2work-Programm zur Unterstützung der Rückkehr nach Krankheit, ein Akkreditierungssystem für betriebliche Gesundheitsförderung, Unterstützung für Kleinunternehmen in Slowenien sowie niederländische Leitlinien zu Prävention und Rückkehr an den Arbeitsplatz. Darüber hinaus hat die EU-OSHA auf ihrer Website einen neuen Themenbereich zu arbeitsplatzbezogenen Risikofaktoren und zur EU-Politik in diesem Bereich eingerichtet.

Was bedeutet das für die Präventionspolitik?

Mit dieser Reihe rückt die EU-OSHA die kardiovaskuläre Gesundheit nachdrücklich auf die Agenda der europäischen Arbeitsschutzpolitik. Die Praxisbeispiele zeigen, dass die Mitgliedstaaten ganz unterschiedliche Instrumente einsetzen, von Gesundheitschecks am Arbeitsplatz bis zu Akkreditierungssystemen und Unterstützung bei der Wiedereingliederung. Der Überblick bietet politischen Entscheidungsträgern und Arbeitgebern damit Beispiele, die sie vergleichen und gegebenenfalls übernehmen können.

Kontext

Eine gemeinsame Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) aus dem Jahr 2021, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Environment International, errechnete, dass lange Arbeitswochen von 55 Stunden oder mehr im Jahr 2016 weltweit für 745.000 Todesfälle durch Schlaganfall (398.000) und ischämische Herzkrankheit (347.000) verantwortlich waren – ein Anstieg von 29 Prozent gegenüber dem Jahr 2000. Eine Arbeitswoche von 55 Stunden oder mehr ging mit einem schätzungsweise 35 Prozent höheren Schlaganfallrisiko und einem 17 Prozent höheren Risiko für ischämische Herzkrankheit einher, verglichen mit einer Arbeitswoche von 35 bis 40 Stunden. Der Großteil dieser Todesfälle, 72 Prozent, betraf Männer.

Für HSE-Fachleute weltweit unterstreichen diese Veröffentlichungen, dass kardiovaskuläre Gesundheit nicht länger als rein individuelles oder medizinisches Risiko behandelt werden kann, sondern als arbeitsbedingtes Risiko, das genauso strukturell in Gefährdungsbeurteilungen gehört wie die physische Sicherheit. Faktoren wie lange Arbeitszeiten verdienen dabei ausdrückliche Aufmerksamkeit. Der Überblick der EU-OSHA bietet zusammen mit den WHO/ILO-Erkenntnissen zu Arbeitszeit als Risikofaktor HSE-Fachleuten einen Anknüpfungspunkt, um dieses Thema unabhängig von den Vorschriften im eigenen Land auf die Agenda ihrer Organisation zu setzen.

Quelle: Worum es geht: neue Ressourcen zur kardiovaskulären Gesundheit am Arbeitsplatz, 15. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: WHO/ILO: Lange Arbeitszeiten erhöhen die Zahl der Todesfälle durch Herzkrankheiten und Schlaganfall

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