Freitag, 16. Oktober 2026Zuverlässige Nachrichten zu Sicherheit, Gesundheit und Umwelt
NachrichtenSonstiges

Deutschland: weniger Arbeitsunfälle, mehr Wegeunfälle

Autos auf einer Autobahn im nebligen Morgenlicht
SymbolbildFoto: Liana S / Unsplash

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in Deutschland ist 2025 gesunken, während die Zahl der Wegeunfälle gestiegen ist. Das geht aus den Jahreszahlen hervor, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), der Spitzenverband der gesetzlichen Unfallversicherungsträger, am 22. September 2026 veröffentlicht hat.

Weniger Arbeitsunfälle, geringeres Unfallrisiko

Im Jahr 2025 registrierte die DGUV 689.922 meldepflichtige Arbeitsunfälle von Beschäftigten und Unternehmern, 3,1 Prozent weniger als 2024. Die Unfallquote lag bei 19,9 meldepflichtigen Unfällen je 1.000 Vollarbeiter, ein Rückgang von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei diesen Arbeitsunfällen kamen 299 Versicherte ums Leben. Häufigste Unfallursache war der Kontrollverlust über Werkzeuge oder Gegenstände mit 171.638 Fällen, gefolgt von Stolper-, Rutsch- und Sturzunfällen. „Prävention lohnt sich! Das belegen erneut die Arbeitsunfallzahlen für das Jahr 2025.“, so DGUV-Hauptgeschäftsführer Stephan Fasshauer in der Pressemitteilung.

Mehr Wegeunfälle

Dem Rückgang der Arbeitsunfälle steht ein Anstieg der Wegeunfälle gegenüber – Unfälle, die Beschäftigten auf dem Weg von und zur Arbeit zustoßen. Die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle stieg 2025 um 1,0 Prozent auf 170.306. Dabei kamen 231 Versicherte ums Leben. Die DGUV nennt in der Pressemitteilung keine Ursache für diesen Anstieg.

Berufskrankheiten: weniger Anerkennungen, ähnliche Meldezahl

Die Zahl der Verdachtsmeldungen auf eine Berufskrankheit blieb 2025 mit 91.250 nahezu stabil, ein Anstieg von 0,6 Prozent gegenüber 2024. Die Zahl der tatsächlich anerkannten Berufskrankheiten sank hingegen um 9,3 Prozent auf 24.340 Fälle. Lärmschwerhörigkeit blieb mit 9.819 anerkannten Fällen die häufigste Berufskrankheit, gefolgt von Hautkrebs durch UV-Strahlung (3.899 Fälle) und Infektionskrankheiten (2.656 Fälle, überwiegend COVID-19). An den Folgen einer anerkannten Berufskrankheit starben 2025 1.772 Menschen, 6,1 Prozent weniger als 2024.

Beiträge bleiben stabil

Trotz der schwankenden Unfallzahlen blieb der durchschnittliche Beitrag, den Arbeitgeber an die gewerblichen Berufsgenossenschaften abführen, nahezu unverändert: 1,08 Euro je 100 Euro Lohnsumme, gegenüber 1,09 Euro im Vorjahr. Das gesamte Umlagesoll, das die Berufsgenossenschaften 2025 auf die Arbeitgeber umlegen, stieg um rund 2,7 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro.

Kontext

Für einen EU-weiten Vergleich liegen noch keine Zahlen für 2025 vor. Nach den jüngsten Eurostat-Daten kamen 2024 in der Europäischen Union 3.367 Menschen bei Arbeitsunfällen ums Leben, 1,4 Prozent mehr als 2023. Gleichzeitig sank die Zahl der nicht tödlichen Arbeitsunfälle in der EU um 1,5 Prozent auf rund 2,78 Millionen. Fast ein Viertel (23,0 Prozent) aller tödlichen Arbeitsunfälle in der EU entfiel 2024 auf den Baubereich, den Sektor mit den meisten tödlichen Unfällen. Der deutsche Rückgang passt zum EU-Trend weniger nicht tödlicher Unfälle; die Eurostat-Zahlen beziehen sich allerdings auf 2024 und sind daher nicht direkt vergleichbar.

Quelle: Unfallrisiko bei der Arbeit 2025 erneut gesunken (DGUV-Pressemitteilung), 22. September 2026

Zusätzlich recherchiert: Arbeitsunfälle 2025 auf neuem Tiefstand – jedoch mehr Wegeunfälle (Haufe), 25. September 2026; Accidents at work statistics – Eurostat, Daten September 2026

Nach oben scrollen