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Trauerbegleitung: die neue Aufgabe für Arbeitsschutzfachkräfte

Veiligheidsbord op de werkplek, symbool voor aandacht voor arbeidsveiligheid
SymbolbildFoto: Ümit Yıldırım / Unsplash

Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle sinkt seit Jahrzehnten, doch die Gesamtzahl der Todesfälle unter Erwerbstätigen nimmt zu. Das ist die Kernaussage eines aktuellen Artikels von Dan Markiewicz, MS, CIH, CSP, RMP, im ISHN Magazine, in dem er argumentiert, dass Trauerbegleitung zu einer strukturellen Aufgabe für Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (OSH) wird.

Eine sich wandelnde Erwerbsbevölkerung

Markiewicz verweist auf einen demografischen Wandel in den USA seit der Gründung der Arbeitsschutzbehörde OSHA im Jahr 1970. Die US-Erwerbsbevölkerung ist seither um rund 90 Millionen Beschäftigte gewachsen, und die Zahl der Erwerbstätigen über 65 Jahre ist von etwa 2 Millionen auf fast 11 Millionen gestiegen. Da das Sterberisiko mit dem Alter zunimmt, steigt damit auch die Gesamtzahl der Todesfälle unter Erwerbstätigen – obwohl klassische Arbeitsunfälle rückläufig sind. Berufskrankheiten allein sollen in den USA jährlich rund 135.000 Menschenleben fordern. Diese Zahlen beziehen sich speziell auf die USA und den OSHA-Kontext; sie lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere Länder mit abweichender Demografie und anderen Erfassungssystemen übertragen. Der zugrunde liegende Mechanismus – eine alternde Erwerbsbevölkerung und ein wachsender Anteil an Todesfällen durch chronische Berufskrankheiten statt akuter Unfälle – zeigt sich jedoch in nahezu jeder entwickelten Volkswirtschaft.

Trauer als Arbeitsrisiko

Der Autor zitiert die Definition der American Psychological Association: Trauer sei das „Leid, das nach einem bedeutenden Verlust empfunden wird“, mit möglichen körperlichen Beschwerden, Trennungsangst, Verwirrung und Sehnsucht sowie in schweren Fällen sogar lebensbedrohlichen Komplikationen. Markiewicz ordnet Trauerbegleitung in den breiteren Total-Worker-Health-Ansatz ein: Wenn Organisationen in die umfassende Gesundheit ihrer Mitarbeitenden investieren, gehört seiner Ansicht nach der Umgang mit Verlust und Trauer dazu. Er nennt dabei auch aufkommende Themenfelder wie die Unterstützung nach einer Fehlgeburt – relevant im Rahmen von Regelungen zum Mutterschutz am Arbeitsplatz – sowie die Folgen von Todesfällen durch langwierige Berufskrankheiten, bei denen Kolleginnen und Kollegen mitunter über Jahre hinweg miterleben, wie jemand erkrankt und stirbt.

Was Arbeitsschutzfachkräfte tun können

Konkret plädiert Markiewicz dafür, dass Organisationen Trauerreaktionspläne aufstellen, bevor ein Todesfall eintritt, damit Führungskräfte und Kolleginnen und Kollegen nicht im Moment des Schocks improvisieren müssen. Die Verhinderung von Todesfällen am Arbeitsplatz bleibt dabei das vorrangige Ziel jeder Arbeitsschutzfachkraft, doch wenn es dennoch dazu kommt, besteht die Aufgabe, betroffene Teams und Familien zu unterstützen. Trauer ausdrücklich als Arbeitsrisiko anzuerkennen – neben physischen und chemischen Gefahren – ist nach Ansicht des Autors ein notwendiger Schritt, um dieses Thema aus der Tabuzone zu holen.

Markiewicz beendet seinen Artikel mit einer persönlichen Anmerkung zum unerwarteten Tod seiner Frau Lynda, als Beispiel dafür, wie abrupt Verlust zuschlagen kann und warum organisatorische Vorbereitung seiner Ansicht nach kein überflüssiger Luxus ist.

Für EHS-Fachkräfte weltweit reicht die Botschaft über die US-Zahlen hinaus: Die Alterung der Erwerbsbevölkerung und die wachsende Bedeutung chronischer Berufskrankheiten sind globale Trends. Ein Trauerreaktionsplan kann, unabhängig von der Rechtsordnung, den Unterschied ausmachen zwischen einer Organisation, die ein Team in der Krise auffängt, und einer, die erst im Nachhinein lernt, was hätte getan werden müssen.

Quelle: A Sign of the Times: The OSH Pro’s Role in Grief Management, 9. September 2026, https://www.ishn.com/articles/115586-a-sign-of-the-times-the-osh-pros-role-in-grief-management

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