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Bericht empfiehlt Verschärfung der britischen Rodentizid-Politik

Gestapelte Kartons mit Verpackungsklebeband in einem Lagerraum
SymbolbildFoto: Rohit Choudhari / Unsplash

Eine unabhängige Regierungsüberprüfung im Vereinigten Königreich kommt zu dem Schluss, dass das britische Stewardship-Regime für professionell eingesetzte Rodentizide (Mittel gegen Nagetiere) wichtige Schutzmaßnahmen für Mensch, Tier und Umwelt gebracht hat, und empfiehlt, das Regime mit stärkerem Monitoring und mehr Unterstützung für Anwender fortzuführen. Das teilt die Health and Safety Executive (HSE), die britische Aufsichtsbehörde für Arbeitsschutz und Chemikalien, in einer Pressemitteilung vom 3. November 2026 zum Bericht der UK Rodenticide Stewardship Government Oversight Group (GOG) mit, einer ressortübergreifenden Aufsichtsgruppe unter dem Vorsitz der HSE.

Was bedeutet Rodentizid-Stewardship?

Das Regime betrifft antikoagulante Rodentizide: Mittel, die die Blutgerinnung bei Nagetieren stören. Laut HSE stellt Stewardship sicher, dass professionelle Produkte nur über zugelassene Verkaufsstellen an geschulte, kompetente Anwender gelangen, die nach den Grundsätzen der integrierten Schädlingsbekämpfung (integrated pest management) arbeiten, bei der chemische Bekämpfung nicht die erste Wahl ist. Für EHS-Fachleute etwa in Landwirtschaft und Gartenbau, Lebensmittelverarbeitung und professioneller Schädlingsbekämpfung ist dies relevant, da hier die Bedingungen für den Einsatz dieser Mittel festgelegt werden.

Ergebnisse: Fortschritte, aber Ziel verfehlt

Laut GOG hat das seit 2016 über die branchengeführte Regelung CRRU UK (Campaign for Responsible Rodenticide Use) laufende Regime zu einer kompetenteren Berufsgruppe geführt und ein konsistentes Umweltmonitoring ermöglicht. Ein wichtiges Ziel wurde jedoch nicht erreicht: Die Überprüfung fand im Vergleich zur Ausgangsmessung vor Einführung des Stewardship keinen messbaren Rückgang der Rückstände antikoagulanter Rodentizide der zweiten Generation bei Schleiereulen, einer Indikatorart für eine breitere Umweltbelastung. Die GOG betont, dass dies nicht bedeutet, dass Risiken unkontrolliert geblieben sind oder dass Stewardship insgesamt gescheitert ist; ohne die derzeitigen Maßnahmen wären die Risiken nach Einschätzung der Gruppe wahrscheinlich höher. Die Aufsichtsgruppe empfiehlt daher, das Regime fortzuführen und zu verschärfen, unter anderem durch ein erweitertes Umweltmonitoring, Finanzierung neuer Rückstandsuntersuchungen, besseres Verständnis wichtiger Anwendergruppen und klarere Informationen für Anwender.

Folgen für die Zulassung

Richard Daniels, Direktor der Chemicals Regulation Division bei der HSE, bezeichnet antikoagulante Rodentizide als „leistungsstarke Werkzeuge, die normalerweise nicht zugelassen würden“: Sie sind nur zugelassen, weil sie unverzichtbar sind, um Mensch, Tier und Umwelt vor den erheblichen Risiken von Nagetierplagen zu schützen. Die HSE führt derzeit routinemäßige Verlängerungsbewertungen für antikoagulante Rodentizidprodukte durch und berücksichtigt dabei die Schlussfolgerungen und Empfehlungen der GOG, unter anderem bei der Frage, ob diese Mittel weiterhin zugelassen bleiben.

Kontext

Auch innerhalb der Europäischen Union werden antikoagulante Rodentizide nur unter strengen Auflagen zugelassen. Die Stoffe fallen unter die EU-Biozidverordnung (EU) 528/2012 und sind häufig persistent, bioakkumulierend und toxisch (PBT); die Genehmigung der Wirkstoffe wurde 2017 dennoch verlängert, weil nicht ausreichend Alternativen verfügbar sind. Damit verbunden sind auf EU-Ebene festgelegte Anwendungsbedingungen, die in die Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC) aller Produkte auf Basis von Antikoagulantien aufgenommen wurden, etwa die Verwendung in manipulationssicheren Köderboxen und der Außeneinsatz gemäß integrierter Schädlingsbekämpfung, so die niederländische Ctgb (Zulassungsbehörde für Pflanzenschutz- und Biozidprodukte).

Quelle: Independent review recommends continued rodenticide stewardship under strengthened regime, 3. November 2026

Zusätzlich recherchiert: Renewals of rodenticide authorisations under strict conditions

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