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Frankreich will Kosten der Menopause für Unternehmen messen

Nahaufnahme eines Taschenrechners auf einem Schreibtisch, Sinnbild für die Berechnung wirtschaftlicher Kosten
SymbolbildJakub Żerdzicki — Unsplash (calculator op tafel)

Die französische Regierung will untersuchen lassen, was Menopause am Arbeitsplatz Unternehmen kostet. Das geht aus einer Meldung von actuEL HSE (Frankreich) hervor, kurz nach den ersten nationalen „Assises de la ménopause“ am 15. Oktober 2026 auf dem Paris Santé Campus in Paris. Gesundheitsministerin Stéphanie Rist kündigte dort eine Reihe von Maßnahmen an, die auf einem Bericht aufbauen, den sie zuvor als Abgeordnete selbst erstellt hatte.

Bericht Rist: Kosten noch unbekannt

Dieser Bericht, der 25 Vorschläge enthielt und im April 2025 an die Regierung übergeben wurde, umfasste zehn Empfehlungen speziell für den Arbeitsplatz. Eine davon: die wirtschaftlichen Kosten der Menopause zu erfassen, für Unternehmen, Arbeitnehmerinnen und die öffentlichen Finanzen. Grund dafür ist, dass solche Zahlen in Frankreich schlicht nicht existieren. Laut der Direction Générale du Travail hatten damals 28 Unternehmen Maßnahmen im Bereich Arbeitsbedingungen erprobt, aber nur eines davon richtete sich speziell auf die Menopause. Auf Basis von INSEE-Bevölkerungsdaten sind mehr als 17 Millionen Frauen in Frankreich betroffen, meist zwischen 45 und 55 Jahren. Einen speziellen Menopause-Urlaub („congé ménopause“) lehnte der Bericht ab, wegen des Risikos indirekter Diskriminierung und zusätzlicher Kosten. Die damalige Ministerin für Arbeit und Gesundheit, Catherine Vautrin, übernahm die Empfehlung für eine ärztliche Untersuchung in der Mitte der Laufbahn („visite médicale de mi-carrière“), wobei das Vereinigte Königreich als Vorbild für weitere Maßnahmen am Arbeitsplatz galt.

Regierung kündigt Maßnahmen an

Während der Assises am 15. Oktober 2026 nannte Rist die Stärkung von „Mon Bilan Prévention“, der Vorsorgeuntersuchung, die unter anderem zwischen 45 und 50 Jahren angeboten wird, und bat die Haute Autorité de Santé (HAS) zu prüfen, ob Hebammen hormonelle Menopausebehandlungen verschreiben dürfen. Assurance Maladie und Hebammen verhandeln in den kommenden Wochen über eine spezielle, längere Konsultation zur Menopause. Santé publique France startet im Januar 2027 eine Aufklärungskampagne. Laut dem Gesundheitsministerium haben 17,2 Millionen französische Frauen über 45 Jahren die Menopause bereits durchlebt, und jährlich kommen rund 500.000 Frauen hinzu. Laut dem Bericht von Pourquoi Docteur geben 61 Prozent der befragten Frauen an, nie Informationen von einer Ärztin oder einem Arzt erhalten zu haben.

Kontext

Dass der Arbeitsplatz nun ausdrücklich auf der Agenda steht, passt in eine breitere internationale Entwicklung. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) meldete im Juni 2026, dass weltweit schätzungsweise 657 Millionen berufstätige Frauen die Menopause durchlaufen, mit Folgen wie Krankheitsausfällen, Präsentismus (anwesend sein, aber weniger leistungsfähig) und vorzeitigem Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt. In den Vereinigten Staaten kostet die Menopause laut von der ILO zitierten Untersuchungen rund 1,8 Milliarden Dollar pro Jahr an verlorener Arbeitszeit, und mehr als 26 Milliarden Dollar, wenn Gesundheitskosten eingerechnet werden.

Bedeutung für Arbeitgeber weltweit

Die Menopause fällt meist in den Höhepunkt einer Karriere, wenn Arbeitnehmerinnen Erfahrung und Führungspositionen aufgebaut haben. Ausfallzeiten, geringere Produktivität oder ein Ausscheiden in diesem Alter betreffen daher nicht nur einzelne Frauen, sondern auch das Wissen und die Kontinuität innerhalb von Organisationen. Laut von der ILO zitierten Untersuchungen kann dies zudem zu einem langfristigen Einkommensrückstand von bis zu 10 Prozent führen, der die Lohn- und Rentenlücke zwischen Männern und Frauen vergrößert. Die ILO ruft daher zu einer Arbeitsplatzpolitik, mehr Bewusstsein und Maßnahmen im Bereich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz auf. Da belastbare Zahlen noch weitgehend fehlen, wie der französische Bericht bereits feststellte, bleibt das Thema in der Krankenstands- und Personalpolitik vieler Arbeitgeber unterbelichtet.

Quelle: Ménopause au travail : le gouvernement veut mesurer son coût pour les entreprises, 16. Oktober 2026

Zusätzlich recherchiert: Editions Tissot (Bericht Rist, 10 Vorschläge für den Arbeitsplatz), Vidal.fr (Ankündigung der nationalen Assises), Pourquoi Docteur (Bericht über die Assises vom 15. Oktober, veröffentlicht am 16. Oktober 2026) und ILO (internationale Zahlen, Juni 2026).

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