Was genau misst die neue Methode?
Das in Madrid ansässige spanische Instituto Nacional de Seguridad y Salud en el Trabajo (INSST) hat eine neue Messmethode zur Bestimmung der arbeitsbedingten Exposition gegenüber Metallen und deren Verbindungen veröffentlicht. Die Methode, registriert unter dem Code MTA/MA-073/A26, kombiniert das Auffangen von Staubpartikeln auf einem Filter mit einer Analyse mittels induktiv gekoppelter Plasma-Massenspektrometrie (ICP/MS). Laut dem Titel des Methodendokuments bestimmt das Verfahren Metalle und deren ionische Verbindungen in der Luft am Arbeitsplatz. Das Institut veröffentlichte die Methode am 1. Oktober 2026 als Teil seiner Sammlung Métodos de Toma de Muestras y Análisis (MTA), der Reihe von Probenahme- und Analyseprotokollen, die das Institut für Expositionsuntersuchungen durch Arbeitshygieniker und Labore herausgibt.
Für welche Metalle gilt die Methode?
Das neue Verfahren ist auf zwölf metallische Elemente anwendbar: Aluminium, Arsen, Beryllium, Cadmium, Zink, Kobalt, Kupfer, Chrom, Eisen, Blei, Mangan und Nickel. Das INSST begründet die Notwendigkeit der Methode mit der Feststellung, dass diese Stoffe „in der Industrie weit verbreitet“ seien und zugleich „stark toxisch“, was zu „erheblichen gesundheitsschädlichen Auswirkungen für Beschäftigte“ führen könne. Gerade diese Kombination aus weitverbreitetem industriellem Einsatz und nachgewiesenen Gesundheitsrisiken macht eine zuverlässige, validierte Analysemethode relevant für Unternehmen, die mit diesen Metallen arbeiten, von der Metallverarbeitung und Batterieproduktion bis hin zum Schweißen und zur Oberflächenbehandlung.
Kontext
Mehrere dieser zwölf Metalle unterliegen in der Europäischen Union bereits verbindlichen Expositionsgrenzwerten. Die Richtlinie (EU) 2017/2398, die die Richtlinie 2004/37/EG über Karzinogene und Mutagene am Arbeitsplatz änderte, führte unter anderem einen verbindlichen Grenzwert für Chrom(VI)-Verbindungen ein und trat am 16. Januar 2018 in Kraft, mit einer Umsetzungsfrist für die EU-Mitgliedstaaten bis zum 17. Januar 2020. Eine präzise Messmethode wie die des INSST ist notwendig, um die Einhaltung solcher europäischer Grenzwerte in der Praxis nachweisen zu können.
Bedeutung für die Arbeitshygiene weltweit
Für HSE-Fachleute weltweit bietet eine standardisierte ICP/MS-Methode ein praktisches Hilfsmittel, um die Exposition gegenüber mehreren Metallen in einem einzigen Analysegang zu beurteilen, statt für jedes Element ein eigenes Verfahren zu durchlaufen. Das ist relevant für Branchen wie Metallgießereien, Elektronikfertigung, Bergbau und Recycling, in denen Beschäftigte häufig Kombinationen dieser Elemente ausgesetzt sind. Da MTA/MA-073/A26 von einem nationalen wissenschaftlich-technischen Institut für Arbeitssicherheit stammt, können sich Labore und Arbeitshygieniker auch außerhalb Spaniens beim Aufbau eigener Probenahmeprogramme darauf als Referenz stützen, neben bestehenden internationalen Normen wie ISO 30011 zur Bestimmung von Metallen in der Arbeitsplatzatmosphäre mittels ICP/MS. Das vollständige Methodendokument kann über das INSST-Portal unter der Bezeichnung MA_073_A26 heruntergeladen werden.
Quelle: Nuevo método para determinar la exposición laboral a metales y sus compuestos, 1. Oktober 2026
Zusätzlich recherchiert: Richtlinie (EU) 2017/2398, Directive 2017/2398: new European occupational exposure limit values

