Die EU-OSHA, die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz mit Sitz in Bilbao (Spanien), hat am Donnerstag, dem 1. Oktober 2026, die Website ihrer neuen Kampagne Healthy Workplaces gestartet. Die Plattform ist in allen EU-Sprachen verfügbar. Laut EU-OSHA dient die Website als zentrale Anlaufstelle für Ressourcen für Organisationen, Arbeitgeber und andere Akteure im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, die sich mit der Prävention psychosozialer Risiken und der Förderung psychisch gesunder Arbeitsplätze befassen.
Was die neue Kampagnenwebsite bietet
Die Website bündelt Berichte, Positionspapiere, praktische Leitfäden und Hilfsmittel. Besucher finden dort Kampagnenveranstaltungen und Initiativen, und Kampagnenpartner können ihre eigenen Veranstaltungen und Initiativen vorstellen. Darüber hinaus stellt die EU-OSHA digitale Materialien wie Social-Media-Kits zur Verfügung, mit denen Partner die Reichweite der Kampagne in ganz Europa vergrößern können. Wer informiert bleiben möchte, kann sich über die Website für den Healthy-Workplaces-Newsletter anmelden.
Kampagne 2026-2028: gemeinsam für psychische Gesundheit
Die Website bildet die Grundlage für die Kampagne ‚Healthy Workplaces 2026-28: together for mental health at work‘ (gemeinsam für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz), die am Dienstag, dem 13. Oktober 2026, offiziell startet. Die Kampagne konzentriert sich auf die Prävention psychosozialer Risiken und die Förderung psychisch gesunder Arbeitsplätze. Die Kernbotschaft der EU-OSHA lautet, dass gute psychische Gesundheit am Arbeitsplatz eine gemeinsame Verantwortung ist, bei der jeder eine Rolle zu spielen hat.
Kontext
Psychosoziale Risiken bleiben ein hartnäckiges Problem in europäischen Organisationen. Laut der ESENER-2024-Erhebung der EU-OSHA, veröffentlicht am 7. Februar 2025 und durchgeführt bei mehr als 41.000 Unternehmen in 30 europäischen Ländern, geben 56 Prozent der Organisationen an, dass der Umgang mit schwierigen Kunden, Patienten oder Schülern eine Herausforderung darstellt. Laut EU-OSHA erkennt ein Viertel der Organisationen das Vorhandensein psychosozialer Risiken immer noch nicht. Die Einbeziehung der Beschäftigten in die Gestaltung von Maßnahmen gegen psychosoziale Risiken ging leicht zurück, von 61 Prozent im Jahr 2019 auf 55 Prozent im Jahr 2024. Von den Arbeitsstätten, die psychosoziale Risikofaktoren melden, finden 21 Prozent diese Risiken schwerer zu bewältigen als andere Arbeitsschutzrisiken; nordische Länder wie Schweden (38 Prozent) und Dänemark (37 Prozent) berichten hierbei von größeren Herausforderungen.
Bedeutung für HSE-Fachleute
Für HSE-Fachleute weltweit bietet die neue Plattform eine praktische Sammlung europäischer Leitlinien und Materialien, die auch außerhalb der EU als Referenz bei der Entwicklung von Richtlinien zur psychosozialen Arbeitsbelastung dienen können. Da Risiken wie Arbeitsdruck, grenzüberschreitendes Verhalten und schwierige Kundenkontakte in praktisch jeder Branche und jedem Land vorkommen, können die bereitgestellten Werkzeuge und Leitfäden auch außerhalb Europas Anregungen für Präventionspolitik und Risikobewertung liefern, etwa bei der Erstellung eigener Risikoanalysen zur psychosozialen Arbeitsbelastung. Die ESENER-Zahlen zeigen zudem, dass das Erkennen psychosozialer Risiken und die Einbeziehung der Beschäftigten in die Prävention auch in Ländern mit langer Tradition in der Arbeitsschutzpolitik weiterhin Aufmerksamkeit erfordern.
Quelle: Now live: the Healthy Workplaces Campaign website – your go-to hub for mental health at work, 1. Oktober 2026
Zusätzlich recherchiert: Prolonged sitting, psychosocial risks and digitalisation top workplace safety and health concerns, new EU survey reveals

