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Farbenhersteller aus Ohio bekennt sich nach tödlicher Explosion schuldig

Industrielle Silos vor blassem Himmel
Symbolbild

Mehr als fünf Jahre nach einer tödlichen Explosion in einer Farben- und Harzfabrik in Columbus, Ohio, USA, hat sich der Eigentümer des Unternehmens im anschließenden Strafverfahren schuldig bekannt. Yenkin Majestic Paint Corporation räumte Anfang September 2026 vor dem Bundesgericht ein, dass nachlässige Wartung und mangelhaftes Risikomanagement zum Tod eines Mitarbeiters und zu schweren Verletzungen mehrerer Kollegen beigetragen haben. Der Fall, der unter anderem von der US-Umweltbehörde EPA und der Arbeitsschutzbehörde OSHA untersucht wurde, deckt strukturelle Mängel im Umgang mit einem Druckbehälter auf, der bereits länger Probleme verursachte.

Hergang

Am 8. April 2021 ereignete sich in der Beschichtungs- und Harzfabrik von Yenkin Majestic Paint Corporation in Columbus, Ohio, USA, eine Explosion, bei der ein Mitarbeiter ums Leben kam und mehrere Kollegen schwer verletzt wurden. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden wurde ein Rührwerk in einem großen Stahlkessel mit der Bezeichnung „Kettle 3″ wieder in Betrieb genommen, nachdem es für Elektroarbeiten abgeschaltet worden war. Durch den Neustart verdampfte der Inhalt des Kessels beschleunigt, wodurch der Druck rasch anstieg. Die Mannlochtür und die zugehörige Dichtung des Kessels hielten dem Druckanstieg nicht stand und versagten. Unter Druck stehende Harz- und Lösungsmitteldämpfe entwichen in die Fabrikhalle, entzündeten sich um 0:04 Uhr und explodierten. Die Explosion beschädigte auch benachbarte Strukturen auf dem Gelände. Die Wucht der Explosion und des anschließenden Brandes zeigt, wie schnell ein an sich beherrschbarer Wartungsvorgang zu einem tödlichen Ereignis eskalieren kann, wenn grundlegende Isolierungs- und Wiederanlaufverfahren nicht befolgt werden.

Erkenntnisse

Die Untersuchung, durchgeführt von der Criminal Investigation Division der US-amerikanischen Environmental Protection Agency (EPA), dem Bureau of Criminal Investigation des Ohio Attorney General’s Office, der Special Investigations Unit der Ohio EPA und der Occupational Safety and Health Administration (OSHA), deckte mehrere Mängel auf. Yenkin Majestic installierte im Dezember 2020 eine neue Mannlochtür an Kessel 3, ohne diese einer Drucktest zu unterziehen, obwohl an demselben Kessel zuvor bereits Druckspitzen aufgetreten waren. Zudem betrieb das Unternehmen den undichten Kessel weiterhin mit einer falschen Dichtung: Silikon statt der vorgeschriebenen Teflon-Ausführung. Darüber hinaus waren die Gasdetektoren für brennbare Gase in der Fabrik nicht mit einem hörbaren Alarm konfiguriert, sodass die Mitarbeiter nicht rechtzeitig vor dem Aufbau gefährlicher Dampfkonzentrationen gewarnt wurden.

Yenkin Majestic Paint Corporation bekannte sich Anfang September 2026 vor dem Bundesgericht für den Southern District of Ohio der „fahrlässigen Gefährdung“ (negligent endangerment) schuldig. Ein Vertreter der EPA erklärte, das Unternehmen bekenne sich der fahrlässigen Gefährdung schuldig, weil sein Handeln — bzw. Unterlassen — ein Produktionsumfeld geschaffen habe, das zu Tod und schweren Verletzungen geführt habe. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung steht das Urteil, einschließlich einer möglichen Geldstrafe, noch aus, und es liegen keine weiteren Einzelheiten vor.

Empfehlungen

Die beteiligten Behörden betonen, dass Hersteller bei der Gewährleistung der Sicherheit ihrer Mitarbeiter wachsam bleiben müssen. Geräte wie Rührwerke, Kessel und Druckbehälter müssen korrekt bedient und gewartet werden, und geänderte oder ersetzte Bauteile — etwa eine neue Mannlochtür oder Dichtung — sollten vor Inbetriebnahme unter den tatsächlichen Prozessbedingungen getestet werden. Die Behörden weisen zudem auf die Bedeutung grundlegender Sicherheits- und Notfallverfahren hin, darunter die Wiederaufnahme von Arbeiten erst nach Abschluss der Isolierungs- und Wiederanlaufverfahren sowie Detektionssysteme, die bei Überschreitung von Grenzwerten tatsächlich hörbar Alarm schlagen.

Kontext

Das US-amerikanische Chemical Safety and Hazard Investigation Board (CSB) hatte die Explosion bei Yenkin Majestic bereits zuvor eigenständig untersucht und in diesem Zusammenhang ein Sicherheitsvideo mit Empfehlungen veröffentlicht, das auf die Bedeutung der Druckentlastung und der Prüfung von Druckbehälterkomponenten nach Änderungen hinweist. Solche Empfehlungen decken sich mit den Anforderungen des Process-Safety-Management-Standards der OSHA (1910.119), der für Prozessanlagen mit gefährlichen Chemikalien unter anderem ein Programm zur mechanischen Integrität sowie eine gründliche Gefahrenanalyse bei Anlagenänderungen vorschreibt. Weitere Quellen: Safety+Health Magazine und OSHA.gov, Process Safety Management.

Quelle: Ohio Company Pleads Guilty in Worker Death Case, 25. September 2026

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