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Immer mehr Arbeitnehmer fallen wegen Stress aus

Vermoeide werknemer werkt laat op kantoor achter een computer
Symbolbild

Immer mehr Arbeitnehmer in den Niederlanden fallen langfristig wegen stressbedingter Beschwerden aus, wie gemeinsame Fehlzeitenzahlen der Arbeitsmedizindienste ArboNed und HumanCapitalCare (Teil von HumanTotalCare) zeigen. Die beiden Unternehmen erfassen gemeinsam Fehlzeitendaten von rund einer Million Arbeitnehmern in den Niederlanden und beobachten seit Jahren einen stetigen Anstieg stressbedingter Fehlzeiten.

Anstieg von 36 Prozent in fünf Jahren

In den vergangenen fünf Jahren sind stressbedingte Fehlzeiten um 36 Prozent gestiegen, teilt ArboNed mit. Mittlerweile geht etwa ein Viertel aller Fehltage in den Niederlanden auf stressbedingte Beschwerden zurück. Die gesamte Krankheitsquote stieg von 4,7 auf 4,8 Prozent. Auffällig ist nicht nur der Umfang, sondern auch die Dauer der Ausfälle: Arbeitnehmer, die wegen Stress ausfallen, fehlen im Durchschnitt (teilweise) mehr als 250 Tage. Bei einem Burnout steigt die durchschnittliche Ausfalldauer auf fast zehn Monate.

Besonders langfristige Fehlzeiten von mehr als sechs Wochen fallen ins Gewicht: Dieser Fehlzeitentyp betrifft etwa jeden zehnten gemeldeten Fall, ist aber für rund 81 Prozent aller Fehltage verantwortlich. Die Sektoren Gesundheitswesen, Industrie sowie Transport & Logistik verzeichnen die höchsten Fehlzeitenquoten. Teilzeitbeschäftigte fallen verhältnismäßig häufiger wegen Stress aus als Vollzeitbeschäftigte, und während große Unternehmen in absoluten Zahlen die meisten stressbedingten Fehlzeiten aufweisen, ist die Auswirkung bei kleineren Organisationen oft spürbarer, da der Ausfall eines einzelnen Mitarbeiters dort das Team relativ stärker belastet.

Frauen häufiger und länger betroffen

Aus den Zahlen geht außerdem hervor, dass Frauen deutlich häufiger und länger wegen Stress ausfallen als Männer: Die stressbedingte Fehlzeit bei Frauen liegt etwa doppelt so hoch wie bei Männern. Auch die durchschnittliche Ausfalldauer ist bei Frauen höher als bei Männern, sowohl bei gewöhnlichen Stressbeschwerden als auch bei Burnout. Woher dieser Unterschied genau kommt, teilen ArboNed und HumanCapitalCare nicht mit; sie verweisen jedoch auf das breitere Zusammenspiel von Arbeitsbelastung, privater Situation und gesellschaftlichen Entwicklungen, das die Zahlen beeinflusst.

Kontext

Das Bild fügt sich in einen breiteren europäischen Trend ein. Das spanische Arbeitsschutzinstitut INSST berichtete kürzlich über weitverbreitete Stressbeschwerden bei einer bestimmten Berufsgruppe, Essenslieferanten, und die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) benennt psychosoziale Arbeitsbelastung schon länger als eines der wichtigsten aktuellen Risiken für die Arbeitssicherheit in der Europäischen Union. In nahezu jedem Rechtsgebiet sind Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung auch die psychosoziale Arbeitsbelastung zu ermitteln und bei Bedarf zu begrenzen.

Ursachen und Ansatz

Betriebsarzt Redmer van Wijngaarden von ArboNed verweist auf ein Zusammenspiel von Faktoren hinter dem Anstieg: „Arbeitsbelastung, private Situation und gesellschaftliche Entwicklungen greifen zunehmend ineinander.“ Er nennt unter anderem die ständige Erreichbarkeitserwartung außerhalb der Arbeitszeit, den Fachkräftemangel und die Zukunftsunsicherheit als Treiber stressbedingter Beschwerden bei Arbeitnehmern.

Iris Homeijer, Direktorin für medizinische Angelegenheiten bei HumanTotalCare, erwartet, dass die Zahl der Arbeitsunfähigen in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Ihrer Ansicht nach erfordert ein wirksamer Umgang mit Fehlzeiten stets eine maßgeschneiderte Herangehensweise, und Prävention bleibt in vielen Organisationen unterbelichtet. Beide Arbeitsmedizindienste betonen, dass eine frühzeitige Erkennung von Arbeitsbelastung und eine offene Gesprächskultur am Arbeitsplatz helfen können, langfristige Ausfälle zu verhindern.

Quelle: HumanTotalCare (ArboNed/HumanCapitalCare), Pressemitteilung „Verzuim door stress blijft toenemen“, ergänzt mit Zahlen von Accountant.nl. Anlass: Werknemers vallen steeds vaker uit door stressgerelateerde klachten, nu.nl.

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