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CSB: Ventilfehler führte zu Explosion bei Shell-Werk

Arbeiter mit Helm an einem Industrieofen
SymbolbildFoto: yahdi yasya / Unsplash

Am 4. Juni 2025 ereignete sich in der Shell-Polymers-Anlage in Monaca, Pennsylvania, USA, ein Beinahe-Unfall, bei dem brennbares Crackgas in die Feuerbox des Ethan-Crackofens Furnace 5 zurückströmte und sich an den Zündflammen entzündete. Fünfzehn Mitarbeiter wurden evakuiert. Dies geht aus dem abschließenden Untersuchungsbericht des US-amerikanischen Chemical Safety Board (CSB) hervor.

Was ist passiert?

Während des Anlagenbetriebs strömte brennbares Crackgas unbeabsichtigt in die Feuerbox von Furnace 5 zurück. Das Gas kam mit den Zündflammen des Ofens in Kontakt und entzündete sich, was zu einer Explosion und einem Brand in der Feuerbox führte. Das Personal evakuierte den Bereich sofort; fünfzehn Mitarbeiter mussten die Anlage verlassen. Die Feuerbox von Furnace 5 wurde schwer beschädigt, der geschätzte Sachschaden beläuft sich auf 95 Millionen Dollar. Bei dem Vorfall wurden etwa 5.100 Pfund Ethylen sowie Verbrennungsprodukte des entzündeten Gases freigesetzt. Es gab keine Todesfälle und keine schweren Verletzungen. Der Ofen wurde nach etwa sieben Monaten repariert und wieder in Betrieb genommen.

Schlussfolgerungen

Laut CSB wurde der Vorfall durch das unbeabsichtigte gleichzeitige Öffnen zweier motorbetriebener Ventile (MOVs) verursacht, die Furnace 5 vom übrigen Prozess isolierten. Dadurch entstand ein unbeabsichtigter Strömungsweg, über den brennbares Crackgas in die Feuerbox gelangen konnte. Die Untersuchung nennt mehrere beitragende Faktoren: Ein unerfahrener Prozessleittechnik-Ingenieur war an den Handlungen beteiligt, die zur fehlerhaften Ventilstellung führten, das Unternehmen verließ sich zu stark auf elf administrative Kontrollen, die sich als unwirksam erwiesen, und die Mensch-Maschine-Schnittstelle des Leitsystems bot unzureichende Unterstützung, um den Fehler rechtzeitig zu erkennen. CSB-Ermittler Owen Trippany betonte die Bedeutung technischer Schutzmaßnahmen gegenüber reinen Verfahrensanweisungen: „This incident demonstrates the importance of using engineered safeguards rather than relying solely on procedures.“ Damit unterstreicht das CSB, dass administrative Verfahren allein keinen ausreichenden Schutz vor menschlichen Fehlern in komplexen Prozessanlagen bieten.

Empfehlungen

Das CSB spricht zwei Empfehlungen an Shell aus. Erstens soll das Unternehmen seine Gefährdungsanalysen überarbeiten und, wo möglich, von Natur aus sicherere Konstruktionen und technische Schutzmaßnahmen umsetzen, statt sich auf administrative Verfahren zur Vermeidung von Ventilfehlern zu verlassen. Zweitens soll Shell technische Kontrollen einführen, die einen Rückfluss von Crackgas in allen Betriebsmodi der Crashöfen verhindern, wobei Input von Technologielizenzgebern und anerkannte Best Practices der Branche einbezogen werden sollen.

Kontext

Der Vorfall fällt in den Geltungsbereich des Process-Safety-Management-Standards der OSHA (29 CFR 1910.119), der Anforderungen an das Risikomanagement in Anlagen mit großen Mengen gefährlicher Chemikalien stellt. Dieser Standard verpflichtet Unternehmen unter anderem zu Gefährdungsanalysen, zur zuverlässigen Wartung kritischer Ausrüstung wie Ventile sowie zu klaren Verfahren für die betriebliche Sicherheit. Die Untersuchung des CSB fügt sich in einen breiteren US-amerikanischen Regulierungsrahmen ein, der Prozesssicherheit und Ventilmanagement bei chemischen Anlagen in den Mittelpunkt stellt, um genau solche Vorfälle zu verhindern.

Quelle: Chemical Safety Board Releases Final Investigation Report on 2025 Explosion at PA Shell Facility, 24. September 2026

Zusätzlich recherchiert: CSB-Pressemitteilung zum abschließenden Untersuchungsbericht (csb.gov)

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